Formel 1

Formel 1, Mexiko: Sebastian Vettel erklärt Dreher-Orgie

Sebastian Vettel sucht in Mexiko den Weg aus der Krise. Vor dem Wochenende erklärte er seine Pleitenserie und gesteht: WM-Kampf erforderte erhöhtes Risiko.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Drei aus Fünf - das ist nicht etwas ein neues Lotto-Spiel, sondern Sebastian Vettels Fehlerquote. In drei der letzten fünf Formel-1-Rennen drehte sich Vettel im Zweikampf. Immer war er auf der Innenbahn, immer drehte sich nur er, der Gegner blieb mehr oder weniger auf der Linie.

"Das ist schon ziemlich komisch", gestand Vettel nun vor dem Großen Preis von Mexiko und schickt gleich einen kleinen Scherz hinterher: "Das nächste Mal versuche ich es außen."

Doch auch der Ferrari-Star befasste sich zuletzt ernsthaft mit der Analyse: "Ich war in keinem Fall viel zu schnell. Alleine hätte ich mich niemals gedreht. Ich habe auch nichts versucht, was nicht von dieser Erde wäre. Vielleicht liegt es daran, dass man Abtrieb verliert, je näher man am anderen Auto ist."

Vettel von Hamilton zu Risiko gezwungen: Dass es dann in die Hose geht, ist blöd

Doch woher kommt die außergewöhnliche Fehlerquote plötzlich? Riskierte der Herausforderer so viel, weil ihn der WM-Stand und Lewis Hamilton dazu zwangen? "Mit Sicherheit gab es die ein oder andere Situation, bei der es mit dem großen Rückstand an der Zeit war, etwas zu riskieren", so Vettel zu Motorsport-Magazin.com. "Dass es dann in die Hose geht, ist blöd. Wenn es aber klappt, ist es toll, weil man weiter im Rennen ist."

Von einer Fehler-Spirale will der viermalige Formel-1-Weltmeister aber nichts wissen. "Die Unsicherheit ist nicht da und sie war nicht da. Ich habe keine Angst vor dem nächsten Überholmanöver", erklärte Vettel und war erneut zu Scherzen aufgelegt: "Die Statistik spricht außerdem für mich: Mit meinen Dreher habe ich mich immer nach hinten gebracht und hatte anschließend viele Überholmanöver. Da sind mehr gut gegangen als daneben."

Formschwankungen: Was ist bei Ferrari los?: (07:10 Min.)

Vettel erkennt Kritik an und gelobt Besserung

Ein wenig Konsequenzen will Vettel aber doch aus seiner Dreher-Orgie ziehen: "Es war jetzt zu oft. Das nächste Mal, wenn ich eine Lücke sehe, gehe ich auch in die Lücke, aber ich habe im Hinterkopf, dass das Auto dabei in der gleichen Richtung bleibt."

Die harsche Kritik an seiner Person kann er deshalb nachvollziehen: "Aus dem Auto heraus ist es immer ein bisschen anders als aus 13 verschiedenen Perspektiven und mit Zeitlupe. Aber es ist fair, ich habe mich schließlich gedreht. Wenn du dich drehst, lief irgendetwas nicht richtig."

Ferrari-Aufschwung von Austin immer noch ein Mysterium

Immerhin gab es in Austin - trotz Rot-Vergehen, Startplatzstrafe und Dreher - Positives für Ferrari. Erstmals seit Monza war die Rote Göttin wieder konkurrenzfähig. Der Hauptgrund lag darin, weil Ferrari den Boliden wieder auf den Stand vor Singapur zurückbaute. Auch die Scuderia musste sich deshalb Kritik gefallen lassen. "Die Autos sind sehr komplex. Wenn es einfach wäre, würden es alle immer hinbekommen, aber das schafft niemand. Wichtig ist, dass wir in Austin damit begonnen haben, es zu verstehen."

Alles hat Ferrari noch längst nicht verstanden, dass soll in den nächsten Rennen passieren. Dafür wird es auch weiterhin neuen Teile geben. "Das ist wichtig für uns, um Aufschluss darüber zu bekommen, in welche Richtung es letztendendes geht", erklärt Vettel. "Die Austin-Spezifikation ist nicht in Stein gemeißelt."


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