Formel 1

Formel 1 USA 2018: Die heißesten Fragen vor dem Austin-Rennen

Sebastian Vettel droht schon in Austin der Gnadenstoß im WM-Duell mit Lewis Hamilton. Ferrari, Mercedes, Mittelfeld, Wetter. Die Brennpunkte in den USA 2018
von Jonas Fehling
Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem USA GP: (08:14 Min.)

Auf nach Texas! In Austin beginnt der Endspurt in der Formel-1-Saison 2018. Sehen wir mit Lewis Hamilton schon dort den neuen Weltmeister? Schlägt Sebastian Vettel doch nochmal zurück? Mischt sich Red Bull ein? Welche Rolle spielt das Wetter? Und wer beherrscht das Mittelfeld? Hier unsere fünf Brennpunkte vor dem Grand Prix der USA.

Austin-Brennpunkt #1: Wie wird Hamilton schon Weltmeister?

67 Punkte Vorsprung auf Sebastian Vettel, Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen rechnerisch aus dem Rennen: Lewis Hamilton kann schon in Austin Weltmeister werden. Im Titelrennen hat die Frage nach dem 'Wann' die nach dem 'Ob' abgelöst. Doch wie kann der Mercedes-Fahrer schon am Wochenende den Sack zumachen?

Indem er es mit 75 Punkten Vorsprung beendet. Aus eigener Kraft geht das nicht ganz. Acht Punkte mehr muss Hamilton holen als Vettel. Setzt der Brite seine irre Austin-Bilanz fort (5 Siege in 6 Rennen) reicht Vettel also ein zweiter Platz knapp zur Vertagung. Alle möglichen Konstellationen hier:

Austin-Brennpunkt #2: Hat sich Vettel von den Rückschlägen erholt?

Hinter Sebastian Vettel liegen einige harte Rennen: Der WM-Titel scheint so gut wie verloren. Kann er in Austin noch einmal zum Gegenschlag ausholen? Eine Mammutaufgabe. Dagegen spricht allem voran die starke Form Mercedes' und Lewis Hamiltons samt dessen überlegener USA-Bilanz (vgl. Brennpunkt #1).

Noch dazu geben sich sowohl Vettel als auch Ferrari öffentlich zwar kämpferisch, doch hat man spätestens in Japan zwischen den Zeilen deutlich lesen können, dass angesichts der "unmöglichen Aufgabe", so Teamchef Arrivabene, niemand mehr wirklich an eine echte Chance glaubt.

Austin-Brennpunkt #3: Mischt Red Bull wieder vorne mit?

Mercedes, Ferrari und auch wieder Red Bull? In Russland und Japan meldeten sich die Stiere vorne zurück: Sorgen Max Verstappen und Daniel Ricciardo in Austin für einen Dreikampf um den Sieg? Tatsächlich gibt es kaum einen Grund, der dagegen spricht. Seit Red Bull den Schlüssel für den RB14 (wieder) gefunden hat läuft es grundsätzlich einfach besser.

Der Circuit of the Americas sollte Red Bull zumindest auf dem Papier wenigstens genauso liegen wie Sotschi oder Suzuka. Vor allem lässt RBR jedoch stark aussehen: Diesmal ist von Strafversetzungen noch nichts bekannt, sodass Verstappen und Ricciardo ihre starke Rennpace von weiter vorne tatsächlich zum Kampf um den Sieg nutzen könnten.

Formel 1: Der Punktestand im Mittelfeld-Battle

WM-Rang Fahrer Punkte Bestes Ergebnis
7 Perez 53 P3
8 Magnussen 53 P5 (2x)
9 Hülkenberg 53 P5
10 Alonso 50 P5
11 Ocon 49 P6 (6x)

Austin-Brennpunkt #4: Wer wird Mittelfeld-Champion?

Die Fahrer-WM scheint so gut wie entschieden. Dahinter tobt jedoch ein packender Fünfkampf: Wer schnappt sich die Mittelfeld-Krone? Nach dem Japan GP jedenfalls hat die Spannung im Kampf um P4 der Konstrukteure nun auch auf die Fahrer im Kampf um P7 übergriffen. Sergio Perez, Kevin Magnussen, Nico Hülkenberg (alle 53 Punkte), Fernando Alonso (50) und Esteban Ocon (49) liegen allesamt binnen nur vier Punkten.

Wer aus diesem Quartett geht in Austin der größten Schritt in Richtung des inoffiziellen Mini-Weltmeistertitels, des Best of the Rests hinter der ersten Liga um Ferrari, Mercedes und Red Bull? Der Trend spricht ganz klar für einen der Racing Point Force India. Die haben seit der Sommerpause mit Abstand die meisten Punkte erzielt. Renault ist extrem eingebrochen, Alonso zehrt nur von einer Punkteserie zu Saisonbeginn. Bleibt allenfalls Magnussen. Sofern Haas beim Heimrennen sein Potential voll ausschöpft ein echter Gegner für die Pink Panther.

Austin-Brennpunkt #5: Regen-Drama im WM-Kampf?

Wirft das Wetter doch noch einmal alles durcheinander? Statt der typischen texanischen Hitze erwartet die Formel 1 in Austin jede Menge Regen! Vor allem in Training und Qualifying bestehen Regenwahrscheinlichkeiten von zumindest 40 Prozent. Nimmt das noch einmal Einfluss auf die WM? Erst zuletzt in Japan haben wir immerhin gesehen, dass feuchte Bedingungen die Startaufstellung gehörig durcheinander würfeln können.

Doch für die WM-Spannung mit bitteren Vorzeichen: In der Regel sind es immer Mercedes und Lewis Hamilton, die vom Regen profitieren, nicht Sebastian Vettel und Ferrari. Während Silber auch im Regen Normal-, also Topform, zeigt, streut Maranello Fehler ein. Zumindest im Kampf an der Spitze hilft der Regen also eher nicht, wie so oft, dem Underdog.


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