Formel 1

Ferrari glaubt weiter an Erlösung durch Vettel: Wie Schumacher

Sebastian Vettel erntet in der Formel 1 2018 viel Kritik. Teamchef Arrivabene dennoch überzeugt: Hat wie Michael Schumacher das Zeug zum Ferrari-Weltmeister
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel wird das Duell um die Formel-1-Weltmeisterschaft 2018 in Austin wohl endgültig gegen Lewis Hamilton verlieren. Der Mercedes-Star hat beste Chancen, den Sack in den USA vorzeitig zuzumachen. Mit dem Deckel auf seinem fünften WM-Titel würde Hamilton die zweite WM-Niederlage von Ferrari und Vettel besiegeln. Letzterer bleibt für Teamchef Maurizio Arrivabene trotz allem der Heilsbringer der Scuderia.

"Es braucht Talent und Entschlossenheit, ansonsten erreichst du gar nichts. Michael Schumacher war so und Sebastian Vettel sieht ihm sehr ähnlich, und seine vier WM-Titel mit Red Bull sind der Beweis dafür", zieht Arrivabene gegenüber der italienischen Tageszeitung La Repubblica den Vergleich zum Rekordweltmeister, der fünf seiner sieben WM-Titel mit Ferrari einfuhr.

Ähnlich wie Vettel war allerdings auch Schumacher nach seinem Wechsel zu Ferrari nicht auf Anhieb erfolgreich. Vettel griff 2017 in seinem dritten Jahr in Maranello erstmals nach der WM-Krone, während Schumacher schon in seiner zweiten Saison 1997 um den Titel fuhr. Unter dem Strich brauchte der Kerpener jedoch fünf Anläufe für den ersten Titelgewinn

Arrivabene sicher: Sebastian Vettel wird mit Ferrari Weltmeister

"Ich bin mir sicher, dass er den Titel früher oder später nach Maranello zurückholen wird", glaubt Arrivabene, dass auch Vettel es am Ende noch gelingen wird. Nach der 1998 erneut im Finale verlorenen Weltmeisterschaft und dem Beinbruch im darauffolgenden Jahr klappte es bei Schumi erst im Jahr 2000 mit Ferrari. Vettel unterschrieb letztes Jahr einen Vertrag bis einschließlich 2020 bei der Scuderia und geht 2019 in seine fünfte Saison mit dem Team.

Arrivabene bezog zwar erst im Jahr 2010 erstmals eine Position in der Formel 1 und wurde Ende 2014 Ferrari-Teamchef, Kontakt zur Königsklasse und auch zu Michael Schumacher hatte der Italiener in den Jahren davor aber trotzdem gehabt. Und zwar in seiner Funktion als Manager beim Tabakkonzern Philip Morris, eines langjährigen Sponsors von Ferrari und diverser anderer Teams.

Ferrari-Teamchef überzeugt: Leclerc wird an Vettels Seite noch besser

"Ich habe ihn in Madonna di Campiglio getroffen und sofort erkannt, dass er eine außergewöhnliche Person war. Ich wusste es wirklich zu schätzen, dass er mich zur Party für seinen 40. Geburtstag einlud", so Arrivabene, der nicht nur auf fahrerischer sondern auch auf charakterlicher Ebene Ähnlichkeiten zu Vettel ziehen kann: "Wenn ich Vettel im Rennen im Funk höre ist es so, als ob ich mit Schumacher spreche."

Eine weitere Parallele zwischen Schumacher und Vettel: Genau wie Vettel 2019 mit Leclerc, bekam auch Schumacher 2000 mit Barrichello in seiner fünften Saison einen neuen Teamkollegen zur Seite gestellt. Arrivabene geht davon aus, dass der junge Monegasse von seinem Star-Piloten profitieren wird: "Was Leclerc angeht, nah an Vettel dran zu sein wird es ihm ermöglichen, sich zu verbessern."

Ferrari-Kritik als Ansporn: Müssen den Medien danken

Im Moment schlägt Vettel und Ferrari angesichts der erneuten WM-Pleite heftige Kritik entgegen. Vor allem in Italien wurde die Scuderia für ihre Strategiefehler und Vettel für seine Fahrfehler hart unter Beschuss genommen. "Wir reden nicht über Druck, denn Ferrari ist immer im Zentrum von allem", so Arrivabene.

Er sieht die kritischen Stimmen als Motivation, weiter zu kämpfen: "Wir müssen den Medien und der Öffentlichkeit dafür danken, uns anzuspornen wieder zu gewinnen." Auch beim Grand Prix der USA am kommenden Wochenende will sich Ferrari nicht ohne Gegenwehr geschlagen geben. "Dieses Jahr ist es für uns 'Mission Impossible', aber es ist noch nicht vorbei und wir sagen ganz klar, dass wir in Austin noch nicht geschlagen sind."


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