Formel 1

Leclerc nach Unfall: Magnussen ist und wird immer dumm sein

Im Formel-1-Rennen von Japan gerieten Charles Leclerc und Kevin Magnussen aneinander. Magnussen blockte, Leclerc versteht es nicht: Strafe müsse sein.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Für Charles Leclerc ging der Formel-1-GP von Japan schlecht los, und wurde nur noch schlimmer. Aus dem tiefen Mittelfeld gestartet, geriet er nach nur wenigen Runden mit Kevin Magnussen aneinander. Einen Auffahrunfall später hatte Magnussen einen kaputten linken Hinterreifen, und Leclerc einen kaputten Frontflügel.

Magnussen hatte Leclerc am Ende der ersten Runde vor der letzten Schikane überholt, aber Leclerc saugte sich im Windschatten auf der Zielgeraden wieder an den Haas heran. Magnussen blieb außen, also entschloss sich Leclerc, nach innen zu ziehen, um ein Überholmanöver zu versuchen.

Magnussen zog sofort ebenfalls nach rechts rüber - da war Leclerc aber schon mit Überschuss ausgeschert. Die Kollision war unvermeidbar, Leclerc rammte mit seinem Sauber Magnussens Heck. Sein Frontflügel ging dabei kaputt, während Magnussen sich danach mit kaputtem Hinterreifen um die Strecke schleppte.

Leclerc über Magnussen-Block: Dumm und strafwürdig

Bei den Fernseh-Interviews nach dem Japan-GP muss Leclerc grinsen und schüttelt den Kopf, als er auf den Zwischenfall mit Magnussen angesprochen wird. "Keine Ahnung, was ich sagen soll", ist er verwirrt. "Ich verstehe nicht wirklich, warum es dieses Mal nicht bestraft wurde."

Gleich nach der Kollision lies Leclerc am Team-Funk von Sauber Dampf ab: "Magnussen ist und wird immer dumm sein. Das ist ein Fakt." Magnussen ist in der Vergangenheit schon öfter durch aggressive Blocks aufgefallen. Erst beim letzten Rennen in Sotschi blockte er einen Überhol-Versuch von Esteban Ocon auf der Geraden brutal ab. Ocon landete fast in der Wand und musste vom Gas.

Für Magnussen geht die Geschichte natürlich noch viel weiter zurück: Schon 2014, als er noch bei McLaren fuhr, war er für robuste Blocks auf den Geraden in der Formel 1 bekannt - und bekam auch Strafen. Sein Fahrstil hat sich über die Jahre nicht verändert, und das Thema kommt in regelmäßigen Abständen immer wieder auf.

Leclerc von Stewards-Entscheidung in Japan irritiert: Werde das klären

Charles Leclerc will, nachdem Magnussen in Japan straffrei blieb, jedenfalls eine Klarstellung von den Formel-1-Stewards. Die sprachen den Dänen noch während dem Rennen frei. "Die Stewards untersuchten das Video vom Zwischenfall und entschieden, dass trotz des Kontakts keiner der Fahrer eindeutig oder mehrheitlich schuldig war", heißt es in der offiziellen Entscheidung.

Für Leclerc unverständlich. Er erinnert an Situationen in der Vergangenheit, die seiner Meinung nach vergleichbar waren - und sehr wohl bestraft wurden. "Ich werde um Klarstellung bitten, was wir machen können und was nicht", meint Leclerc. "Für mich im Auto war klar: Das war nicht gut."

Magnussen sieht sich unschuldig: War Rennunfall

Kevin Magnussen teilt - wie zu erwarten - Leclercs Ansichten nicht. "Er blieb durch die Schikane an mir dran, folgte mir dann auf der Geraden im Windschatten", beschreibt Magnussen die Situation. "Ich bin nach rechts gefahren, dann ist er mir glaube ich ein bisschen gefolgt und dann nach links gezogen. Dabei hat er meinen linken Hinterreifen erwischt und den Reifenschaden verursacht. Bitter, aber das passiert manchmal."

Für Magnussen war das Rennen nach dem Unfall ohnehin vorbei, eine Strafe hätte nicht viel verändert. "Der Reifen hat sich aufgelöst und den ganzen Unterboden zerlegt", sagt Magnussen. "Er hat den Heckflügel beschädigt, Bremskühlung und so weiter ... also mussten wir aufgeben." Er kam in Runde acht an die Box und stellte ab.

Leclerc wechselte während dem Safety Car Frontflügel und Reifen, und versuchte dann mit den Medium-Reifen ins Ziel zu fahren. Damit gewann er vorläufig Plätze, wurde aber zur Mitte des Rennens von Fahrern auf frischeren Reifen eingeholt. Letztendlich ging es nicht mehr. Leclerc kam an die Box, wechselte noch einmal. Nur wenige Runden später rutschte er in den Degner-Kurven mit Defekt ins Kiesbett und musste seinen Sauber abstellen.

Formel-1-Rennleiter Whiting verteidigt Entscheidung

Charlie Whiting, der Rennleiter der Formel 1, verteidigt in seiner Medienrunde nach dem Rennen die Entscheidung der Stewards. "Magnussen bewegt sich nicht, Leclerc holt auf, holt auf, holt auf und entscheidet sich dann, nach rechts zu ziehen. Genau zu dem Zeitpunkt - auf dem Video war nur ein Bild Unterschied - zieht Kevin rüber", beschreibt Whiting den Sachverhalt.

Deshalb ist für ihn die Entscheidung der Stewards richtig: "Es ist unmöglich zu sagen, ob Kevin ihn geblockt hat. Er hat die Entscheidung nur minimal später getroffen als Charles. Man muss sich das ein paar Mal detailliert ansehen, um es zu erkennen. Aber das war, glaube ich, einfach nur unglücklich."


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter