Formel 1

Formel 1, Hamilton selbstsicher: Kein Russland-Debakel wie 2017

Lewis Hamilton war 2017 in Sochi gegen Ferrari und Vettel chancenlos. Am Wochenende soll sich das nicht wiederholen. Der Mercedes-Star ist optimistisch.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton hat vor dem 16. Rennwochenende der Formel-1-Saison 2018 in Russland einen Lauf. Nach dem hart erkämpften Sieg von Monza und der Galavorstellung von Singapur führt der Mercedes-Pilot die Weltmeisterschaft mit 40 Punkten Vorsprung auf Sebastian Vettel an. In Sochi könnte sich der Wind im WM-Kampf abermals drehen. 2017 erlebte Hamilton in Russland eines der schwächsten Wochenenden seiner Saison. Doch dieses Jahr, so glaubt er, wird es anders laufen.

"Es war definitiv keines unserer schlechtesten Rennen, da bin ich mir sicher. Ich bin immer noch Vierter geworden. Ich hatte definitiv schlechtere Rennen als dieses", relativiert Hamilton die Schlappe vom Vorjahr, als er weit über 30 Sekunden hinter Rennsieger Valtteri Bottas die Ziellinie überquerte. Schon im Qualifying war er als Vierter über eine halbe Sekunde hinter Pole-Sitter Vettel gelandet.

Hamilton sieht Mercedes in Russland in besserer Position als 2017

"Ich glaube wirklich, dass wir dieses Jahr in einer besseren Position als letztes Jahr sein werden", beteuert Hamilton selbstsicher. Tatsächlich hat er in der Saison 2018 allen Grund dazu. Nicht nur, dass Mercedes zuletzt mit Singapur seine Nemesis unter den Rennstrecken bezwang. Vor einem Jahr fand Russland als viertes Rennen im Kalender deutlich früher statt und Hamilton hatte bei den Vorbereitungen auf die Saison 2017 einen Bereich sträflich vernachlässigt.

Während Vettel sich schon 2016 keinen der Pirelli-Tests entgehen ließ, schob Hamilton sein Pensum gerne an den damaligen Mercedes-Kollegen Pascal Wehrlein ab. Die Defizite bei den Reifen wurden in der ersten Saisonhälfte mehrfach offensichtlich. "Unser Reifenverständnis ist weitaus größer als letztes Jahr, als wir hierher kamen", sagt Hamilton.

"Es ist immer noch eine Herausforderung, das richtig hinzubekommen. Aber wir werden das Gelernte vom letzten Jahr heranziehen, die Erfahrung ummünzen, denn das Auto ist dieses Jahr anders. Es ist besser", so der 33-Jährige, der außerdem anmerkt, dass es den Hypersoft 2017 noch gar nicht gab. "Wir haben dazu einen anderen Reifen an diesem Wochenende. Uns werden also unterschiedliche Herausforderungen ins Haus stehen."

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Russland GP: (07:11 Min.)

Hamilton erwartet zähes Rennen: Überholen in Sochi schwierig

Was sich seinen Befürchtungen nach auch dieses Jahr nicht ändern wird, ist, dass Sochi zu einer Prozession verkommen könnte. 2017 gewann Bottas mit lediglich einer halben Sekunde Vorsprung auf Vettel, der gegen Rennende deutlich schneller war und trotzdem keinen Weg vorbei fand. "Leider ist das hier eine Rennstrecke, auf der man nicht sonderlich gut überholen kann. Vor allem in Anbetracht dessen, dass es hier so eine lange Gerade gibt", klagt Hamilton.

"Das Zeitdelta, das wir hier brauchen, liegt bei etwa anderthalb Sekunden." Etwas, das mit den Reifenwahlen der vergangenen Jahre laut Hamilton kaum zu erreichen war. "Wenn wir zurückschauen, haben sie hier immer einen so harten Reifen gebracht, dass es locker ein Einstopper wurde oder der Reifen sogar das ganze Rennen hielt." Letzteres führte 2014 Nico Rosberg vor.

Nachdem sich Hamiltons ehemaliger Mercedes-Teamkollege am Start zwei Bremsplatten eingefahren hatte, wechselte er die Reifen schon nach der ersten Runde und fuhr danach problemlos die gesamte Renndistanz auf diesem Satz. "Es gibt hier einfach keinen Abbau, und dann hast du auch nie einen Zeitvorteil von anderthalb Sekunden gegenüber einem anderen Auto", sagt Hamilton.

Hamilton: Noch keine Hand am WM-Titel

Im WM-Kampf könnte es sich Hamilton in Anbetracht seines doch relativ komfortablen Vorsprungs auf Vettel in Russland durchaus leisten, mal nicht zu gewinnen. Andererseits hat er 2016 auf schmerzhafte Art und Weise erfahren müssen, wie schnell sich eine Weltmeisterschaft zugunsten des Gegners drehen kann. Vor zwei Jahren musste Hamilton zwar schon in der ersten Saisonhälfte einige technisch bedingte Rückschläge wegstecken, den K.o. brachte mit dem Motorschaden in Malaysia am Ende aber ein einziges Rennen.

"Ich denke nicht, dass du jemals schon eine Hand dran hast", sagt er hinsichtlich des WM-Titels 2018. "Entweder hast du beide Hände dran, oder gar keine." Hamilton will sich in den letzten sechs Rennen nicht auf Nummer sicher zur fünften Weltmeisterschaft hamstern. "Ich mache es wie beim letzten Rennen und nehme eines nach dem anderen. Es ist noch ein langer Weg und es werden noch viele Punkte vergeben."


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