Formel 1

Formel 1 Ungarn, Haas sicher: Darum kein Monaco-Horror 2.0

Das Haas F1 Team kommt mit einer potentiell gewaltigen Hypothek zum Ungarn GP: Bei Lowspeed geht der VF-18 schlechter. Aber keine Panik vor zweitem Monaco.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - In Hockenheim schien für das Haas F1 Team alles nach Plan zu laufen. Im Qualifying den großen Rivalen Renault geschlagen, im Rennen zunächst ebenfalls davor. Doch einmal mehr gelang es nicht, die Performance in ein besseres Ergebnis umzumünzen. Dieses Mal war es der Regen, der alles durcheinander wirbelte.

"Ich habe gleich mehrere Fehler in einer Runde gemacht", gesteht Kevin Magnussen vor dem Ungarn GP der Formel 1 eine eigene Mitverantwortung. "Aber es gab dann auch viel Fehlkommunikation mit dem Team", ergänzt der Däne die große Konfusion, ob nun für Intermediates gestoppt hatte werden müssen oder nicht.

Magnussen: In Hockenheim zu verwirrt

Da habe sich die Unerfahrenheit des Teams gezeigt. "Aber auch meine eigene", gesteht Magnussen. Für die Zukunft fühlt sich Magnussen in derartige Situationen jetzt aber besser gewappnet. "Da werde ich jetzt ruhiger bleiben und mich weniger verwirren lasse."

Etwas besser machte es der Teamkollege. Romain Grosjean lieferte in den Schlussrunden dank besserer Reifen eine Aufholjagd, holt vier Positionen in zehn Runden. "Sobald ich erkannt habe, dass wieder alles in Ordnung war, habe ich einfach voll draufgehalten", so der Franzose über seine Schlussattacke bei besser werdenden Bedingungen auf der Strecke.

Motodrom-Performance macht Haas Ungarn-Hoffnung

Insgesamt für Haas also ein Wochenende der Schadensbegrenzung. Steht genau das nun auch in Ungarn bevor? Ist das schon klar bevor es überhaupt losgeht? Immerhin zählt der Hungaroring auch als ungarisches Monaco. Genau dort hatte Haas F1 2018 komplett versagt, die schlechteste Performance des ganzen Jahres geliefert.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Ungarn GP: (08:18 Min.)

Ob es deshalb nur darum geht, nicht wieder komplett neben sich zu stehen, will Grosjean nicht abschließend prognostizieren. "Wir müssen einfach auf uns schauen und als Team das Beste aus dem Auto machen. Wenn die anderen dann besser sind ..."

Doch herrscht insgesamt Optimismus, dass sich Monaco in Ungarn nicht wiederholen wird. Gleich mehrere Gründe lassen die Zuversicht beim US-Rennstall einziehen. "Hockenheim war auch eine Herausforderung, was das Layout anging", erinnert Romain Grosjean auf Nachfrage von Motorsport-Magzin.com.

Doch trotz des auch dort langsamen Motodrom schlug sich Haas in Deutschland eben gut. "Es war jetzt nicht unser stärkster Sektor, es war aber schon okay für uns dort. Deshalb hoffe ich, dass wir hier mehr davon zeigen können", hofft Magnussen deshalb.

Haas überzeugt: VF-18 jetzt in langsamen Ecken stärker

Eine Wiederholung von Monaco sieht der Teamkollege als unwahrscheinlich an. "Das Update in Kanada war ziemlich stark - fast überall, wo wir dann waren", erklärt Grosjean. Magnussen sieht das ähnlich, mit Blick auf das Update jedoch etwas eingeschränkter.

"Zu Beginn des Jahres hatten wir eine Schwäche in langsamen Ecken. Das gab es auch in Monaco. Aber das war eine Besonderheit, denn dort hatten wir im Training Teile beschädigt und hatten keinen Ersatz. Das war ein Ausreißer", so der Däne zunächst mit Blick auf Monte Carlo. "Aber auch in Kanada haben wir mit dem Update in den langsameren Ecken noch ein paar Probleme gehabt."

Doch für Grosjean war auch Kanada ein Ausreißer. "In Kanada hatten wir einfach scheiß viel Pech. Wir konnten unsere Pace nicht zeigen" so der Franzose. "Seitdem war das Auto aber gut. Wenn das wieder der Fall ist können wir hier ein starkes Ergebnis holen, viele Punkte sammeln und mit Rückenwind in die Sommerpause gehen", so der Franzose. "Auf den letzten Strecken haben wir aber auch in den langsamen Kurven stärker ausgesehen", meint dann immerhin auch Magnussen noch.

Für Teamkollege Romain Grosjean wäre ein starkes Ergebnis vor dem Sommer noch einmal umso wichtiger. Haas wird die Zeit, in der qua Shutdown Arbeiten am Auto verboten sind, zumindest sicher nutzen, um über die Zukunft seiner Piloten nachzudenken. Im Fokus natürlich ganz besonders: Der 2018 so inkonstante Grosjean.

Der gibt sich jedoch entspannt: "Das Team weiß, was ich ihm von tag eins an gebracht habe. aber ich weiß, dass ich dieses Jahr in einigen Rennen nicht so klasse war. Es wird immer viel geredet, aber Haas bleibt mein hauptsächlicher Fokus."


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