Formel 1

Ocon nach Hamilton-Vertrag zu Renault? 'Gerüchte immer gut'

Formel-1-Youngster Esteban Ocon brennt auf den Aufstieg zu Mercedes. Lewis Hamiltons neuer Vertrag schließt die erste Tür. Renault als Option? Kein Dementi.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton bleibt der Formel 1 also noch zwei weitere Jahre erhalten. Das ist die erste große Schlagzeile am F1-Rennwochenende beim Comeback des Deutschland GP 2018. Beim Mercedes-Heimrennen in Hockenheim gibt das Team die Verlängerung mit dem vierfachen Weltmeister bekannt. Endlich bekannt, lässt sich gut ergänzen. Die gesamte Szene wartete bereits seit Monaten auf diesen Tag X.

Besonders gespannt bis zuletzt: Esteban Ocon. Der junge Franzose von Force India zählt immerhin nicht nur zum britisch-indischen Rennstall, sondern auch zur Nachwuchsriege der Silberpfeile, ist Mercedes-Junior. Als solcher ist sein großer Traum natürlich offensichtlich: ein Aufstieg in das Mercedes-Werksteam. Mit Hamiltons neuem Vertrag hat sich die erste Tür nun jedoch geschlossen.

Esteban Ocon: Rechnete er schon mit neuem Hamilton-Vertrag?

Für Ocon ändere das jedoch nichts. "Nicht wirklich", winkt er in Hockenheim ab. "Natürlich bin ich ein Mercedes-Junior und habe deshalb natürlich das Ziel, in Zukunft dieses Cockpit zu erhalten. Aber Lewis verdient es natürlich, er macht seinen Job, ist ein Champion und sehr hilfreich für Mercedes. Ich bin soweit zufrieden mit meiner Situation."

Klar, immerhin könnte das Cockpit Valtteri Bottas für 2019 noch freiwerden. Wie er seine Chancen darauf bewertet? "Weiß ich nicht", winkt Ocon recht kurz angebunden im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com ab. Schon ein erster Hinweis, dass auch Ocon - wie im Grunde jeder im Paddock - wie bei Hamilton nahezu täglich auch mit einem neuen Bottas-Vertrag rechnet?

Gerücht: Mercedes leiht Ocon wieder an Renault aus

Möglich. "Es ist in nicht meine Entscheidung, das entscheiden die Bosse", ergänzt Ocon erneut nur knapp. Länger wird seine Antwort erst, als er auf eine ganz andere Möglichkeit angesprochen wird: Gerüchte, wonach er 2019 einmal mehr von Mercedes an Renault ausgeliehen werden könnte. Immerhin machten die zuletzt Red Bull Druck, nicht ewig auf Ricciardo warten zu kennen, von dessen Zukunft wiederum jene Carlos Sainz' hängt. Indiz dafür, dass Ocon tatsächlich darauf schielt?

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Deutschland GP: (07:51 Min.)

Zumindest verkündet der Mercedes-Junior mal alles andere als ein Dementi. "Ich denke solange es Gerüchte um dich gibt, ist es für dich als Fahrer nur gut. Denn das bedeutet, dass die Leute über dich sprechen und du wohl einen guten Job auf der Strecke machst", erklärt Ocon.

Ocon dementiert nicht: Gerüchte sind in Formel 1 immer gut

"Und das sehe ich so. Das ist das Wichtige. Wenn niemand über dich spricht, dann fangen die Probleme an", ergänzt er, relativiert jedoch auch: "Es gibt aber immer viele Gerüchte in der Formel 1. Du versuchst einfach, dich nicht so viel damit zu beschäftigen und dich auf das Geschehen auf der Strecke zu konzentrieren."

Bereit für einen Aufstieg in ein Werksteam fühlt sich Ocon aber allemal. "Wenn es die Gelegenheit gibt, klar. Aber gerade bin ich noch bei Force Indian und pushe hart, um hier gute Ergebnisse zu erzielen. Darauf liegt mein Fokus. Allerdings habe ich jetzt natürlich schon viel mehr Erfahrung als vergangenes Jahr, habe viele Dinge verbessert und fühle mich stärker."

Ocon steigert Marktwert: Perez bei Force India im Griff

Diese Entwicklung bestätigt ein Blick auf die Ergebnisse, insbesondere den teaminternen Vergleich mit Sergio Perez. Schon in seiner Rookie-Saison fuhr Ocon erstaunlich schnell auf einem Niveau mit dem Mexikaner. 2018 stellt der Franzose 'Checo' nun sogar leicht in den Schatten. Für Ocon - obwohl er sich selbst, aber sympathisch, durchaus Fortschritte attestiert - keine Selbstverständlichkeit.

"Er pusht hart und es ist sehr eng zwischen uns. Er ist sehr stark. Ich kann nicht aufhören, hart zu arbeiten und muss immer voll da sein. Ich muss immer pushen. Es ist nicht vorbei", redet Ocon den Teamkollegen stark. Kein Überraschung - ein knapper Sieg über einen starken Konkurrenten ist eben auch im Transferpoker weitaus wertvoller ein klarer über einen untalentierten Teamgefährten.


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