Formel 1

Formel 1, Ferrari-Teamchef tobt: Mercedes-Aussagen? Schämt euch

Kimi Räikkönen und Lewis Hamiltons Silverstone-Crash erhitzt die Gemüter. Absicht? Ferraris Maurizio Arrivabene schäumt. War alles nur ein Mercedes-Scherz?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Der WM-Kampf in der Formel 1 2018 ist so eng wie seit gefühlten Ewigkeiten nicht. Die Anspannung steigt, der Stress des Triple-Headers hilft da auch nicht. Und so entladen sich nach dessen Finale beim Großbritannien GP die Spannungen nach dem Rennen in Silverstone heftig. Auslöser einer leidenschaftlich geführten Debatte rund um die großen Rivalen Ferrari und Mercedes: der Startunfall von Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton.

Silverstone 2018: Wurde Hamilton absichtlich abgeschossen?: (06:33 Min.)

Der Ferrari-Routinier hatte den amtierenden F1-Weltmeister nach dessen durchwachsenen Start von Pole in Kurve drei am rechten Hinterrad getroffen. Durch den Crash drehte es Hamilton um. Der Brite fiel fast bis ganz ans Ende des Feldes zurück, musste sich zurückkämpfen. Das gelang mit P2 im Ziel auch gut, dennoch sitzt der Frust tief. Eigentlich hatten Hamilton und Mercedes ganz klar einen Heimsieg anvisiert. Stattdessen gewann ausgerechnet Sebastian Vettel im eigenen Wohnzimmer Hamiltons.

Silverstone: Nach Startunfall Räikkönen vs. Hamilton kochen Emotionen hoch

Die ersten Äußerungen aus dem Silberpfeil-Lager kurz darauf sorgen dann für den großen Knall. "Interessante Taktik von dieser Seite", stichelt Hamilton im Interview auf dem Podium Richtung Ferrari. Vorwurf der Absicht? Schützenhilfe für Vettel? In der Pressekonferenz kommt das Thema natürlich sofort groß auf. Darauf gibt sich der Brite vorsichtig.

Kurz zuvor hatte jedoch schon Mercedes-Teamchef Toto Wolff mit einer Aussage bei Sky Sports F1 UK die Debatte erst richtig losgetreten. "Um es mit James Allisons (Mercedes' Technischer Direktor, Anm. d. Red.) Worten auszudrücken: Es ist entweder Absicht oder Unvermögen. Das muss man jetzt beurteilen", so der Österreicher.

Arrivabene über Mercedes-Ingenieur: Wenn er das gesagt hat, soll er sich schämen

Beim italienischen Ableger des Pay-TV-Senders geht es daraufhin aber erst richtig los. Dort wird Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene mit dem Wolff-Zitat Allisons konfrontiert. Der Italiener reagiert allergisch. "Wenn Allison wirklich irgendwie so etwas gesagt hat, sollte er sich schämen. Er hat viele Jahre in Maranello gearbeitet. Du musst elegant sein. Wir sind hier in England und die wollen uns immer beibringen, ein Gentleman zu sein, aber er (Allison) sollte wohl damit anfangen", poltert Arrivabene.

"Und wer ist bitte inkompetent? Kimi? Wer ist er, zu bewerten, was ein Fahrer im Auto macht? Ich akzeptiere alles von Jacques Villeneuve (Weltmeister von 1997 und TV-Experte bei Sky Italia, Anm. d. Red.), denn er war ein Fahrer. Aber von diesem Kerl (Allison)? Nein."

Toto Wolff stellt klar: Es war nur ein Scherz

Doch kurz darauf liefert Toto Wolff eine deutliche Klarstellung, erneut in der britischen Sky-Ausgabe. "Ein absichtliches Manöver? Nein, absolut nicht, so habe ich das nicht gesagt. Man kann die Situation ansehen, ob es Absicht war oder nicht. Aber das war ein Scherz", versichert Wolff, will die Wogen unbedingt glätten.

Sauer ist Wolff dennoch: "Alles in allem bleibt jedoch der fade Beigeschmack, was hätte sein können ... Schließlich wurde zum zweiten Mal innerhalb von drei Rennen eines unserer Autos in der ersten Runde getroffen."

Arrivabene: Mercedes muss Verlieren eben lernen

Als schließlich wiederum Arrivabene von der Klarstellung Wolffs erfährt, ist der Ferrari-Teamchef davon jedoch nicht so ganz überzeugt: "Wenn es ein Scherz war okay, dann lachen wir mit allen. Aber die, die es nicht gewohnt sind, haben eben damit zu kämpfen, zu verlieren. Wenn aber nicht, dann meine ich, was ich vorher gesagt habe, auch so. Wenn du es nicht gewohnt bist, Schläge einzustecken, dann tu' etwas, um sie auszuhalten.

Zuvor hatten bereits so gut wie alle Experten den Vorwurf einer möglichen Absicht für kompletten Unfug erklärt. Sebastian Vettel sprach von dummen Bemerkungen, das sei absoluter 'Quark'. Jenson Button ergänzte, im Rennsport gebe es so etwas heutzutage nicht mehr, es sei speziell am Start schlicht immer ein Ritt auf der Rasierklinge. Red Bulls Christian Horner bemerkte zu der ganze Diskussion, es sei doch nur normal, dass die Anspannung zwischen den Top-Teams im immer heißeren WM-Fight zunehme.


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