Formel 1

F1, Hamilton rudert zurück: Ferrari-Theorie war 'dummer Scheiß'

Lewis Hamilton hat den Crash mit Kimi Räikkönen beim Formel-1-Rennen in Silverstone offenbar verdaut. Am Montag danach räumt er ein: Es war ein Rennunfall.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton war nach dem Formel-1-Rennen in Silverstone nicht gut auf Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen zu sprechen. Nachdem der Finne ihn in der Startrunde abgeschossen hatte, verweigerte Hamilton im Ziel die Interviews zunächst komplett.

In der Pressekonferenz bezeichnete er das Manöver des Iceman später spitzzüngig als interessante Taktik der Scuderia und unterstellte diesem damit indirekt, die Kollision vorsätzlich herbeigeführt zu haben. Einen Tag später rudert er zurück.

"Manchmal sagen wir dumme Scheiße und lernen daraus", entschuldigt sich Hamilton auf Instagram für die anklagenden Worte unmittelbar nach dem Rennen. Er hatte durchklingen lassen, dass bei Ferrari auch Methode hinter den kürzlichen Kollisionen zwischen ihrer Autos und denen von Mercedes stecken könnte.

"Alles, was ich sagen wollte, ist, dass es jetzt zwei Rennen waren, in denen ein Ferrari einen Mercedes abgeschossen hat. Valtteri und ich waren in beiden Situationen die Verlierer", so der frustrierte Weltmeister am Sonntag. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte die sich häufenden Vorfälle mit einer gehörigen Portion Galgenhumor genommen.

Paddock war sich bei Hamilton vs. Räikkönen schon am Sonntag einig

"Es war ein Rennzwischenfall mit Räikkönen. In Le Castellet war es das erste Mal, dass wir rausgenommen wurden, jetzt ist es das zweite Mal. Das sind viele Konstrukteurspunkte. Um es mit James Allisons (Mercedes' Technischer Direktor, Anm. d. Red.) Worten auszudrücken: Es ist entweder Absicht oder Unvermögen. Das muss jeder selbst beurteilen", so der Österreicher

Silverstone 2018: Wurde Hamilton absichtlich abgeschossen?: (06:33 Min.)

Darüber, dass es sich um einen Rennzwischenfall gehandelt hatte, herrschte im Paddock eigentlich Einigkeit. "Es ist total dumm zu denken, dass irgendetwas absichtlich passiert ist. Das ist Quark. Ich denke nicht, dass es die Intention gab und ich denke, dass es unnötig ist, darüber überhaupt zu sprechen", hatte Rennsieger Sebastian Vettel sich unmissverständlich geäußert.

Hamilton nimmt Räikkönens Entschuldigung an: Es war ein Rennunfall

Räikkönen wiederum war nach dem Rennen deutlich aufgeschlossener als Hamilton. Er hatte in der für ihn typischen Manier gar nicht erst um den heißen Brei herumgeredet. Er nahm die Schuld für den Zwischenfall ohne Umschweife auf sich und schilderte den Vorfall aus seiner Sicht.

"In der dritten Kurve hat mein Rad blockiert, ich war dahinter und habe Lewis dann leider hinten an der Ecke getroffen und mir auch selbst das Auto beschädigt. Es war mein Fehler, die Strafe habe ich verdient", so der Ferrari-Pilot. Hamilton wiederum schien Räikkönen weder im Parc Ferme noch auf dem Podium eines Blickes zu würdigen.

Nachdem der Brite zumindest klargestellt hatte, dass es zwischen ihm und Räikkönen keine Probleme gibt, nahm er am Montag nicht nur seine Anschuldigungen zurück, sondern sprach den Konkurrenten auch von jeglicher zuvor unterstellter Absicht frei: "Kimi hat sorry gesagt, ich akzeptiere das und es geht weiter. Es war ein Rennunfall und nichts anderes."


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