Formel 1

Formel 1 2018, Horner: Red Bull sollte diese WM anführen

Red Bull zieht durch Max Verstappens Sieg vor seinem zweiten Heimrennen in Silverstone nach Siegen mit Ferrari und Mercedes gleich. Das weckt Angriffslust.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Red Bull ist (zurück) im Konzert der ganz Großen - und zurück im Titelrennen? Unbedingt, geht es nach Teamchef Christian Horner. Angestachelt durch den Sieg Max Verstappens bei Red Bulls erstem Heimrennen der Formel-1-Saison 2018 in Spielberg spricht der Brite vor dem unmittelbar folgenden Heim Grand Prix Grand Prix Nummer zwei in Großbritannien ganz offen vom möglichen WM-Titel 2018.

Seine Argumente: Jetzt genauso viele Bullen-Siege wie Mercedes und Ferrari, noch dazu gefühlt WM-Leader. "Neun Rennen, drei Siege, dieselbe Anzahl wie Ferrari und Mercedes haben", so Horner bei einem Briefing britischer Medien im Red-Bull-Hauptquartier in Milton Keynes kurz vor dem Heimrennen im benachbarten Silverstone.

Red Bull: Doppelausfälle als Achillesferse

Doch hätten es mehr sein können, so Horner. Vielleicht nicht zwingend Siege, aber umso sicherer deutlich mehr WM-Punkte. Genug Punkte, um gefühlt sogar in WM-Führung zu liegen. "Unsere Achillesferse ist es gewesen, mit beiden Autos nicht zu punkten, entweder durch Zuverlässigkeit oder andere Vorfälle", spielt Horner auf das technische Doppel-Aus in Bahrain und den Baku-Crash zwischen Max Verstappen und Daniel Ricciardo an.

"Die Formel 1 ist voller Hättes, Abers und Vielleichts, aber wenn man sich nur die Positionen ansieht, in denen wir waren und hätten sein sollen, dann müssten wir die Meisterschaft heute anführen - aber der WM-Stand ist eben etwas anders", so Horner. "Wir haben die Lücke in den vergangenen Rennen aber verkleinert und es ist noch ein langer, langer Weg. 12 Rennen sind noch übrig oder? Also denke ich, dass man uns auf jeden Fall als Außenseiter ansehen muss."

Horner: Red Bull kann Schwächen mit Kreativität ausgleichen

So bezeichnete jüngst schon Motorsportberater Dr. Helmut Marko sein Team. Doch Horner meint eigentlich mehr. "Es kommen noch einige Kurse, die unseren Stärken entsprechen, Orte wie Ungarn und Singapur. Es kommen auch Strecken, die nicht so gut für uns sind, aber eine unserer größten Stärken als Rennteam ist, dass wir extrem anpassungsfähig sind. Wir sind ja schon sehr kreativ mit Strategien gewesen. Als Team arbeitet das Team extrem gut", erklärt Horner Schachzüge wie die cleveren Stopps in China.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Großbritannien GP: (06:58 Min.)

"Deshalb denke ich, dass in beiden Meisterschaften eine Chance besteht und wir zu diesem Zeitpunkt des Jahres sicher rein gar nichts aufgegeben haben", versichert der Brite angriffslustig. Noch im Vorjahr hatte das ganz anders ausgesehen. 2017 erklärte Red Bull bereits beim fünften Grand Prix in Spanien die WM für gelaufen, damals sah es allerdings noch dunkler aus als der gegenwärtige WM-Stand, in dem Red Bull immerhin nur 58 Punkte von Ferrari an der Spitze trennen.

Red Bull vor Motornstrafe: Taktisch in Hockenheim

Das Aber: Red Bull schleppt mehr Altlasten mit sich herum, sprich Motorensorgen. Strafen sind die Bullen weitaus näher als Mercedes und Ferrari. Daniel Ricciardos nächster technisch bedingter Ausfall in Spielberg hatte damit zwar nichts zu tun, doch sag es schon vorher alles andere als gut aus an der Motorenfront Red Bulls. Strafen werden kommen, so viel steht bereits fest. Schon der nächste Wechsel würde bei Ricciardo dazu führen.

Die Frage ist nur: Wann? Und: Wann ist es taktisch geschickt? Offenbar nicht beim Heimrennen in Silverstone. "Wir werden vielleicht in Hockenheim ein Strafe in Kauf nehmen, weil wir sie in Ungarn unbedingt vermeiden wollen", so Horner. "Ungarn ist eine Schlüsselgelegenheit für uns, weil es dort weniger auf Power ankommt, sodass wir dort hoffentlich in Reichweite des Sieges sind." Die neue MGU-K Renaults - in Österreich nach fast einem Jahr Verzögerung erstmals verfügbar - will Red Bull in keinem Fall vor der Sommerpause einsetzen.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter