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Formel 1, Fahrerranking Österreich: Verstappen bricht Ricciardo

Max Verstappen hat in Spielberg die Lederhosen an. Im Rennen - und im Fahrerranking. Klatsche für Ricciardo, Grosjean mischt Spitze auf. Alle Bewertungen.

Motorsport-Magazin.com - Was für ein episches Formel-1-Rennen in Spielberg: Schon ein enges Qualifying, dann eine aufregende Startrunde, jede Menge Dramen rund um Strategien und Defekte, allen voran durch das Mercedes-Debakel beim Österreich GP. Noch dazu eine ungeahnte Reife(n)prüfung und ein direkter Schlagabtausch zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton.

Max Verstappen war es, der aus all der Action als großer Sieger hervorging. Der Niederländer ließ sich nichts zuschulden kommen, fuhr dank eines beherzten Manövers in der ersten Runde und perfekten Verwaltens der Soft-Reifen zum Sieg vor Kimi Räikkönen und Vettel. Deshalb überrascht sein Triumph auch im Fahrerranking von Motorsport-Magazin.com und seinen Lesern nicht.

Weitaus überraschender sind da schon die folgenden Plätze, schaut man sich nur an, wo manche Piloten in scharfem Kontrast zu ihren gewohnten Leistungen und ihrem Abschneiden bei der Notenvergabe plötzlich auftauchen. Beides zugleich gibt es: Herbe Enttäuschungen und gewaltige Sensationen – ähnlich groß wie auch auf der Strecke. Doch wie fällt das Ergebnis jetzt genau aus? Hier das MSM- und User-Urteil zu allen 20 F1-Piloten - samt der krassesten Härtefälle.

Fahrer-Ranking Österreich 2018: MSM-Bewertungen im Detail

Pos. Florian Becker Christian Menath Jonas Fehling
1 Verstappen Verstappen Verstappen
2 Alonso Grosjean Grosjean
3 Grosjean Ocon Bottas
4 Leclerc Räikkönen Räikkönen
5 Räikkönen Vettel Magnussen
6 Vettel Alonso Alonso
7 Magnussen Magnussen Hamilton
8 Bottas Leclerc Vettel
9 Hamilton Hamilton Ocon
10 Ocon Bottas Leclerc
11 Perez Perez Ricciardo
12 Ricciardo Gasly Ericsson
13 Ericsson Ericsson Gasly
14 Gasly Hülkenberg Hülkenberg
15 Sainz Sainz Sainz
16 Hülkenberg Ricciardo Perez
17 Stroll Sirotkin Sirotkin
18 Sirotkin Stroll Stroll
19 Hartley Hartley Vandoorne
20 Vandoorne Vandoorne Hartley

F1-Fahrer-Ranking Spielberg: Härtefälle der Redaktion

Christian Menath

Positiver Härtefall: Max Verstappen
Eigentlich stimmte an diesem Wochenende bei Red Bull nicht viel - doch Verstappen zeigte endlich mal, warum er nicht nur Bad Boy, sondern auch Wunderkind ist. Obwohl er sich das ganze Wochenende über die Balance des Autos beschwerte, schaffte er es, seine Reifen am Leben zu halten und dabei noch eine unglaubliche Pace an den Tag zu legen. Dazu kam das epische Manöver in Runde eins gegen Kimi Räikkönen. Vielleicht Verstappens bester Sieg.

Negativer Härtefall: Daniel Ricciardo
Das Ergebnis im Qualifying ist noch nicht einmal die Katastrophe. Für mich war es mehr das Verhalten. Ricciardo fühlte sich ungerecht behandelt, obwohl das nicht der Fall war. Damit stiftete er unnötige Unruhe im Team. Im Rennen fehlte ihm genau das, was Verstappen zum Sieger machte: Reifenmanagement. Klar, musste er sich erst an Räikkönen vorbeidrücken und nahm dabei seine Reifen ran, aber das war auch ein Resultat seiner Startposition. Er wäre - hätte er das Rennen beendet - wohl auf P5 gelandet, während der Teamkollege das Ding gewinnt.

Florian Becker

Positiver Härtefall: Fernando Alonso
McLaren darf mit jedem Rennen ein bisschen mehr dem Universum danken, das ihnen Fernando Alonso gesandt hat. Der Spanier bewies mit seinen Qualitäten in Österreich wieder einmal, dass er die einzige Konstante im krisengebeutelten Team ist. Aus der Boxengasse gestartet schien er zunächst am Ende des Feldes zu versauern, doch mit Rennintelligenz, einem perfekten Reifenmanagement und konsequenten Überholmanövern arbeitete er sich wieder vor bis auf den achten Platz. Nach drei unverschuldeten Ausfällen in Folge gab es somit bei der sechsten Zielankunft in der laufenden Saison das sechste Mal Punkte. Der Mann ist eine Bank.

Negativer Härtefall: Stoffel Vandoorne
Einen so sympathischen Kerl wie Stoffel Vandoorne aufs Korn zu nehmen fällt nicht leicht. Aber der Belgier kommt auch in seiner zweiten Saison einfach nicht in Fahrt. Teamintern gab es in Spielberg die neunte Qualifying-Niederlage am neunten Rennwochenende. Zugegeben, mit Fernando Alonso als Teamkollege hat der 26-Jährige ein hartes Brot zu knabbern. Für einen als Supertalent verklärten GP2-Champion müsste im zweiten Jahr aber etwas mehr drin sein. Zur fehlenden Pace kommt eine gewisse Fehleranfälligkeit. In Österreich war sein Rennen im Prinzip schon nach der dritten Kurve im Eimer, weil er Pierre Gasly ins Heck gerasselt war.

Jonas Fehling

Positiver Härtefall: Romain Grosjean
So oft ich diese Saison schon auf Romain Grosjean herumreiten musste, so muss ich dieses Mal auch gestehen: In Spielberg hat der Franzose es nicht nur geschafft, endlich mal keinen Mist zu bauen, sondern eine regelrecht bombastische Leistung abzuliefern. Seinen Teamkollegen hatte Grosjean durch die Bank klar im Griff, schlug im Qualifying sogar einen Red Bull. Mit Platz vier vor Kevin Magnussen sorgte er im Rennen für das beste Ergebnis der Haas-Teamgeschichte. Das auch noch beim 50. GP-Jubiläum des F1-Teams. Ganz klarer Hidden Hero.

Negativer Härtefall: Brendon Hartley
Der Neuseeländer stand zu Saisonbeginn bereits heftig unter Druck, wurde schon aus dem Toro-Rosso-Cockpit geschrieben. Lange Zeit zu Recht. Dann schien Hartley sich zu berappeln. Doch in Spielberg ein heftiger Rückschritt. Bodenlose Vorstellung schon im Training, einen Flügel nach dem anderen vernichtete der Kiwi an den Wurst-Kerbs des Red Bull Rings - auch nach ausdrücklicher Warnung des Teams, sich dringend davon fernzuhalten. Die Teamführung war hörbar sauer. Das Ende vom Lied: Selbstverschuldet kein Flügel-Update mehr für Hartley übrig, auch deshalb chancenlos gegen Pierre Gasly.

Formel 1, Fahrer-Ranking Österreich: Gesamtergebnis User & MSM

Pos. Fahrer MSM-Rang User-Rang Gesamt
1 Verstappen 1 2 1,5
2 Grosjean 2,3 4 3,15
3 Vettel 6,3 1 3,65
4 Räikkönen 4,3 3 3,65
5 Alonso 4,7 6 5,35
6 Hamilton 8,3 5 6,65
7 Magnussen 6,3 8 7,15
8 Leclerc 7,3 7 7,15
9 Bottas 7 9 8
10 Ocon 7,3 15 11,15
11 Gasly 13 10 11,5
12 Ricciardo 13 11 12
13 Ericsson 12,7 12 12,35
14 Hülkenberg 14,7 13 13,85
15 Perez 12,7 16 14,35
16 Sainz 15 17 16
17 Hartley 19,3 14 16,65
18 Sirotkin 17,3 18 17,65
19 Stroll 17,7 19 18,35
20 Vandoorne 19,7 20 19,85

So funktioniert das MSM-Fahrerranking: Unmittelbar nach jedem Rennen schalten wir per News und in unserem News- und Live-Ticker zum Renntag unsere Umfrage nach dem Fahrer des Wochenendes (immerhin kann man sich das Rennen bereits am Freitag oder Samstag durch Strafen oder schlechtes Qualifying verderben) online. Bis zum nächsten Morgen könnt ihr dann für euren Favoriten abstimmen. Daraus ergibt sich eure User-Wertung.

Parallel bewertet unser F1-Kernteam um Christian Menath, Florian Becker und Jonas Fehling die Leistungen aller 20 Fahrer. Jeder von uns erstellt sein persönliches Ranking. Aus diesen drei Ranglisten bilden wir den Mittelwert. Damit steht das MSM-Ergebnis. Dieses wird dann im Verhältnis 1:1 der User-Bewertung gegenüber gestellt - dieser Mittelwert ergibt das Gesamtergebnis. Bei Gleichstand entscheidet das bessere Einzelergebnis.

Noch dazu liefern wir euch unsere allgemeine Einschätzung zu unseren Rankings und jeder seine persönlichen Härtefälle - im positiven und negativen Sinn. Diese müssen sich nicht zwingend mit dem Ersten und Letzten der persönlichen Bewertung decken, sondern können auch Fälle betonen, die uns sonst noch besonders aufgefallen sind. Doppelnennungen sind nicht erlaubt. So wollen wir mehr Vielfalt und Abwechslung abbilden.


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