Formel 1

Vettel erbt in Österreich WM-Führung: Schadensbegrenzung deluxe

Trotz Strafversetzung wird Sebastian Vettel beim Österreich GP Dritter und luchst Lewis Hamilton die WM-Führung ab. Trotzdem ist er nicht ganz zufrieden.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Für Sebastian Vettel hätte die Schadensbegrenzung beim Formel-1-Rennen in Österreich nicht besser laufen können: Nicht nur, dass der Ferrari-Pilot Rang drei holte, gleichzeitig übernahm er wieder die Führung in der Fahrerweltmeisterschaft, weil Lewis Hamilton mit einem technischen Defekt ausschied.

Nach seiner Strafversetzung wegen Blockierens im Qualifying musste Vettel von Startplatz sechs aus ins Rennen gehen, eigentlich hatte er sich hinter den beiden Mercedes auf Rang drei qualifiziert. Am Start sah es zunächst noch nicht besonders gut aus für Vettel, nachdem er am Ausgang von Kurve eins weit gehen musste.

Vettel ärgert sich über Ferraris Nicht-Kommunikation

Doch als Valtteri Bottas in Runde 14 mit einem technischen Defekt ausfiel und die Rennleitung eine VSC-Phase ausrief, schlug sich das Schicksal auf Vettels Seite. Auf Rang fünf kam Vettel nach Max Verstappen, Daniel Ricciardo und Kimi Räikkönen zum Reifenwechsel. Durch den Doppel-Stopp musste sich Vettel hinter Räikkönen anstellen, behielt aber seine Position.

Als einziges Top-Team holte Mercedes den führenden Lewis Hamilton nicht unter VSC-Bedingungen zum Stopp. Als dann Hamilton verspätet Reifen wechselte, kam der Brite direkt vor Vettel zurück auf die Strecke. "Das hat mich geärgert, dass wir da nicht die Nase vorne hatten, sondern knapp hinten waren", so Vettel nach dem Rennen.

"Ich wusste, dass wir gegen ihn kämpfen, aber ich wusste nicht, dass es so eng sein würde", ärgerte sich Vettel noch nach dem Rennen. Am Funk beschwerte sich Vettel, hätte gerne früher über Hamiltons anstehenden Stopp Bescheid gewusst.

Vettel zu Motorsport-Magazin.com: "Ich habe zu diesem Zeitpunkt die Pace etwas gemanagt. Es war auch ein wenig meine Schuld, denn es wurde mir schon gesagt, dass ich gegen ihn kämpfe. Aber nach dem VSC waren noch 55 Runden zu fahren und ich habe versucht, die Reifen zu schonen. Durch den Doppelstopp habe ich viel verloren, ich musste viel aufholen, weil ich von hinten kam."

Vettel schlägt Hamilton im direkten Duell

Doch auch hinter Hamilton wurde es für Vettel noch zu einem guten Rennen. "Ich dachte, dass er mit den frischeren Reifen durchs Feld gehen würde, aber er hatte Probleme, Kimi zu überholen", erklärte Vettel nach dem Rennen seine Sicht der Dinge.

Und tatsächlich lief es genau andersrum: Statt an Räikkönen vorbeizugehen, musste sich Hamilton gegen Vettel erwehren. In Runde 39 war es dann soweit. "Ich habe die Lücke zu Lewis geschlossen und konnte dann zuschlagen", schildert Vettel sein Überholmanöver am Titelrivalen. "Und dann konnte ich ihn in Schach halten."

Vettel kann Räikkönen & Verstappen-Camper nicht knacken

Hamiltons Defekt spielte dann kaum noch eine Rolle für Vettel - zumindest im Rennen, in der WM-Wertung sehr wohl. "Er hatte Probleme mit den Reifen und hat noch einen zusätzlichen Stopp gemacht, dann habe ich ihn nicht mehr gesehen."

Stattdessen ging der Blick nach vorne: Weil Ricciardo nach einem zusätzlichen Stopp ebenfalls hinter Vettel lag und dann auch noch ausgeschieden war, lag Vettel nun schon auf Rang drei. Nur Verstappen und Räikkönen lagen noch vor ihm.

"Ich habe versucht, die Lücke auf Kimi und Max zu schließen, aber leider sind wir an Max und seinen Camper nicht mehr rangekommen", scherzt Vettel. Auch an Räikkönen kam Vettel 'nur' ran, aber nicht vorbei. "Wenn man eine so ähnliche Pace hat, ist es schwierig", erklärt Vettel. "Ich habe versucht, ins DRS zu kommen, aber das hat nicht geklappt."

Im Ziel hatte Vettel nur drei Sekunden Rückstand auf Sieger Verstappen und anderthalb Sekunden auf Teamkollege Räikkönen. Trotzdem war Vettel nicht ganz zufrieden mit seinem Sonntag: "Für uns war es nach der Strafe Schadensbegrenzung, die Plätze haben uns sicher getroffen. Ich habe alles reingeworfen, wir hatten eine gute Rennpace, aber beim Doppelstopp habe ich viel verloren und musste von weit hinten kommen - deshalb bin ich insgesamt nicht ganz zufrieden."


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