Formel 1

Formel 1 Frankreich 2018: Vettel schüttelt Barcelona-Angst ab

Sebastian Vettel und Ferrari waren in Barcelona gegen Mercedes chancenlos. In Frankreich stehen die Vorzeichen ähnlich. Warum Vettel an Ferrari glaubt.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Der größte Frankreich-Fan ist Sebastian Vettel offenbar nicht. Als er in der Schule die Wahl zwischen Russisch und Französisch hatte, entschied er sich zwar für Französisch. "Allzu gute Erinnerungen habe ich daran aber nicht", scherzte Vettel vor der Rückkehr des Frankreich GP in Le Castellet.

Nur, um danach gleich einen hinterher zu schicken. Diesmal allerdings nicht gegen Frankreich, sondern gegen den Circuit Paul Ricard: "Ich glaube, diese Strecke ist nicht die beste, die Ihr in Frankreich habt..." Vettel ist mit seiner Kritik nicht alleine, viele Piloten präferieren Magny Cours.

Vettel: Kein Grund für Ferrari-Probleme in Le Castellet

Der ein oder andere verspottet Paul Ricard ob der großen, markant bemalten Auslaufzonen gar als übergroßen Parkplatz, auf dem die Track Limits zu einem ernsthaften Problem werden können. "Wo sind die Track Limits hier?", scherzte Vettel noch hinterher.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Frankreich GP: (07:30 Min.)

Doch ob er nach dem Frankreich GP noch immer zum Spaßen aufgelegt sein wird? "Ich sehe keinen Grund, warum wir hier Probleme haben sollten", meint Vettel selbst. Doch in der Theorie spricht einiges für den Konkurrenten Mercedes. Die Streckencharakteristik von Paul Ricard ähnelt jener von Barcelona, der Asphalt wurde wie in Spanien ebenfalls frisch verlegt und Pirelli bringt deshalb zum zweiten Mal in dieser Saison die um 0,4 Millimeter dünneren Reifen.

Der Spanien GP, das sieht auch Vettel selbst ein, war jener, bei dem Ferrari in der Formel-1-Saison 2018 bislang am schwächsten war. Mercedes dominierte das Rennen. "Aber bis Sonntag sah es in Barcelona gar nicht so schlecht aus", sagte Vettel von Motorsport-Magazin.com auf die Spanien-Parallelen angesprochen. "Wir waren am Samstag nicht weit weg von Pole, am Sonntag hat uns aus verschiedenen Gründen die Pace gefehlt."

"Ich glaube an unser Paket und an unsere Stärke. Ich glaube nicht, dass man genau weiß, was einen erwartet. Wenn die anderen das wissen, dann haben sie etwas voraus", so Vettel. "Aber wir haben aus Barcelona unsere Schlüsse gezogen, manches sollte hier besser werden, manches steht vielleicht noch aus."

Rückblick: Vettel nahm Pirelli-Kritik zurück

Nach der Spanien-Schlappe hatte Vettel zunächst Pirelli hart dafür kritisiert, die Reifen geändert zu haben. Ferrari vermutete dahinter eine Hilfestellung für Mercedes. Nach dem GP-Wochenende fanden allerdings noch Testfahrten statt, Vettel testete die normalen und die dünnen Reifen hintereinander - um anschließend seine Meinung zu revidieren. "Mit den normalen Reifen wäre es noch schlimmer gewesen", sagte er damals.

Einen großen Nachteil sieht er deshalb in Frankreich nicht: "Seither haben wir aber das Auto noch besser verstanden und kennengelernt, wir sind in der Lage, darauf reagieren zu können - auch was die Reifen angeht, egal wie dick oder dünn sie sind. Deshalb bin ich zuversichtlich."


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