Formel 1

Formel 1 Kanada 2018: Verstappen im 1. Training vor Hamilton

Formel-1-Pilot Max Verstappen holt sich im 1. Training zum Kanada GP 2018 die Bestzeit. Sebastian Vettel Vierter, Lance Stroll in der Wall of Champions.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen, der in den letzten Tagen viel Kritik aus der Formel-1-Szene einstecken musste, gab im 1. Freien Training zum Kanada GP 2018 in Montreal nun die Antwort auf der Strecke: Der Red-Bull-Pilot holte sich mit 1:13,302 Minuten die Bestzeit im FP1 und fuhr 0,088 Sekunden schneller als WM-Leader Lewis Hamilton im Mercedes.

Die Platzierungen: Im Gegensatz zu Hamilton fuhr Verstappen allerdings schon mit den Hypersoft-Pneus, dem weichsten Pirelli-Reifen. Mercedes, als einziges Team etwas konservativer bei der Reifenwahl für das Kanada-Wochenende, beließ es zum Auftakt noch beim Ultrasoft-Reifen.

Auf Rang drei landete Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo, der ebenfalls schon Hypersoft aufzog. Sebastian Vettel hielt sich lange zurück, fuhr als letzter Top-Pilot am Ende auf den Hypersoft-Pneus noch auf Rang vier. Dem Ferrari-Piloten fehlten knapp drei Zehntelsekunden auf die Bestzeit. Dahinter reihten sich Valtteri Bottas (Ultrasoft) und Kimi Räikkönen (Hypersoft) ein.

Den Titel Best oft he Rest sicherte sich Fernando Alonso im McLaren. Der Spanier, der in Montreal seinen 300. GP bestreiten wird, hatte schon sechs Zehntel Rückstand. Carlos Sainz, Stoffel Vandoorne und Pierre Gasly komplettierten die Top-10.

Der Unfall: Die einzige Mauerberührung geht auf das Konto von Lokalmatador Lance Stroll. Der Williams-Pilot näherte sich dem Unfall nach und nach an, war den Betonwänden schon mehrfach bedrohlich nahe gekommen, ehe er rund 30 Minuten vor Ende der Session mit dem rechten Hinterrad in die Wall of Champions einschlug. Stroll konnte den havarierten Williams zurück an die Box schleppen. Wenig später sorgte auch noch Teamkollege Sergey Sirotkin für einen kleinen Abflug.

Lance Stroll streift mit seinem Williams die Wall of Champions - Foto: Sutton

Die Zwischenfälle: Nico Hülkenberg musste seinen Renault nach 25 Minuten abstellen. Der Emmericher schlich ohne Vortrieb noch einige Meter über die Strecke, ehe er kurz hinter der Haarnadelkurve zum Stehen kam. Unzählige Versuche, das Fahrzeug wieder in Gang zu bekommen scheiterten. Hülkenberg startete den Verbrennungsmotor mit Hilfe der MGU-K neu, bekam aber keinen Gang eingelegt.

Nach etlichen Versuchen hatte die Rennleitung ein Einsehen und unterbrach die Session sogar für zwölf Minuten, um den Renault zu bergen. Als Entschädigung durften die Teams die sogenannten P140-Reifen, die eigentlich nur während der ersten 40 Minuten des 1. Trainings eingesetzt werden dürfen, etwas länger nutzen. Eine Strafversetzung wegen eines Getriebewechsels muss Hülkenberg nicht fürchten, am Freitag sind die Renngetriebe noch nicht im Einsatz.

Die Technik: Wie schon im Vorfeld angekündigt, erhielten zahlreiche Fahrer neue Motoren. Der Circuit Gilles Villeneuve gilt als Power-Strecke und bietet sich für Upgrades an. Mercedes musste das angekündigte Upgrade aufgrund von Qualitätsproblemen auf Frankreich verschieben, auch beide Kundenteams sind davon betroffen.

Formel 1 2018: Vorteil durch Motor-Upgrades in Kanada?: (07:06 Min.)

Unmittelbar vor Trainingsbeginn bestätigte die FIA die Motorwechsel. Sebastian Vettel darf sich in Kanada über einen neuen Verbrennungsmotor samt Turbolader und MGU-H freuen, Teamkollege Kimi Räikkönen erhält nur einen neuen Turbolader, weil er schon mehrere Motorkomponenten in dieser Saison im Einsatz hatte.

Alle Renault-Piloten erhielten ebenfalls überarbeitete und frische Verbrennungsmotoren, Turbolader und MGU-Hs. Von diesen Komponenten dürfen drei pro Fahrer und Saison straffrei eingesetzt werden. Die MGU-K wurde lediglich bei Pierre Gasly und Fernando Alonso getauscht.

Der Freitagsfahrer: Lance Stroll bekam im 1. Training als Lokalmatador Konkurrenz. Formel-2-Pilot Nicholas Latifi gab sein Trainings-Debüt in der Formel 1 und ersetzte Sergio Perez für die Vormittagssession. Latifi zeigte sich im Force India unauffällig, beendete die Session auf dem 19. Rang lediglich vor Nico Hülkenberg im defekten Renault.

Das Wetter: Angenehm. Strahlend blauer Himmel, nicht zu heiß. Bei rund 20 Grad Lufttemperatur erhitzte sich das Asphaltband auf knapp 40 Grad Celsius. Das gesamte Wochenende über sollen ähnliche Bedingungen herrschen.


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