Formel 1

Formel 1, Vandoorne: Statistik lügt, bin auf Alonso-Niveau

Stoffel Vandoorne fährt in der F1-Saison 2018 McLaren-Kollege Fernando Alonso hinterher. In Kanada meint der Belgier jedoch: Nur auf dem Papier.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - 0:6 im Qualifying, das einzige zu Null aller Teamduelle, 0:2 Q3-Einzüge, 8:32 Punkte, WM-Rang 15 gegenüber 7. Für McLaren-Pilot Stoffel Vandoorne sieht es 2018 im teaminternen Duell mit Formel-1-Superstar Fernando Alonso alles andere als rosig aus.

Der Belgier steht noch dazu permanent unter Druck. Mit Lando Norris hat McLaren in der Formel 2 einen potentiellen und extrem vielsprechenden Ersatzkandidaten stets bereit stehen. Entsprechend geht es für Vandoorne längst nicht nur um die Gegenwart, sondern immer auch die Zukunft.

Stoffel Vandoorne: Realität und Statistik etwas anderes

Im Vorfeld des Kanada GP auf die eindeutige Situation im Teamduelle angesprochen ringt der Belgier deshalb nach Kräften um Rechtfertigungen. Kurz gesagt meint Vandoorne: Die ganzen Zahlen lügen.

Formel 1 Kanada 2018: Brennpunkte zum Rennen in Montreal: (06:49 Min.)

“Ich denke nicht, dass es die ganze Geschichte erzählt", kommentiert Vandoorne die Statistiken. "Natürlich sagen die Statistiken das, aber in der Realität sind wir sehr, sehr eng beieinander", verteidigt sich der Belgier.

"Wenn man nur hernimmt, wo ich vergangenes Jahr war, fühle ich mich in diesem Jahr in seiner viel besseren Position", erinnert Vandoorne an den tatsächlich sehr viel härteren Stotterstart seiner Debütsaison 2017. "Die Dinge sind nicht immer in meine Richtung gelaufen - uns fehlte in einigen Fällen etwas das Glück", hadert Vandoorne.

Doch der Belgier gesteht auch: "In manchen Fällen war Fernando einfach der Schnellere und er ist ja auch einer der besten Fahrer in der Formel 1." Doch Vandoorne schiebt nach: "Das ist ganz normal. Ich bin zufrieden. Im Qualifying war ich noch nicht in der Lage, vor Alonso zu sein. Aber die Statistik ist das eine, etwas anderes ist die eigentliche Performance. Und da ist der Abstand sehr klein."

Vandoorne: Morgenluft nach schwieriger Phase

Marginal ist dieser allerdings nicht. Selbst wenn man - wie Motorsport-Magazin.com in unseren Statistiken zum durchschnittlichen Abstand der Teamkollegen im Qualifying - alle drei Segmente einbezieht, was den Effekt von Ausreißern, etwa durch Verkehr, schmälert, sieht es nicht sonderlich eng aus bei McLaren. Mehr als drei Zehntel fehlen Vandoorne auch bei dieser Berechnung auf Alonso.

Noch dazu sieht es auch im Rennen nicht wirklich besser aus. "Es war jetzt eine recht schwierige Phase. Ich hatte einen Ausfall in Spanien und dann auch Fernando in Monaco", so Vandoorne auch über die Gesamtsituation des Teams. Die ist bei McLaren ohnehin das sehr viel größere Übel als ein vielleicht unter seinen Möglichkeiten agierender zweiter Fahrer.

Doch auch hier sieht Vandoorne Grund zur Hoffnung. "Ich denke, es geht bei uns jetzt in die richtige Richtung. Das Team kommt nach vorne. Es gab eben hohe Erwartungen und wir haben sie nicht so erfüllt wie erwartet. Aber wir verbessern uns von Rennen zu Rennen und machen dieses Wochenende hoffentlich den nächsten Schritt nach vorne", so Vandoorne in Montreal. "Hier sollten sich uns Gelegenheiten bieten."

Formel 1, McLaren-Duell 2018: Fernando Alonso vs. Stoffel Vandoorne

Statistik - RennenAlonsoVandoorne
Rennduell40
Ø Rennplatzierung8.8311.33
Bestes Rennergebnis58
Q1-Aus01
Q2-Einzug45
Q3-Einzug20
Qualifying-Duell60
Ø Qualifying-Platzierung10.8313.17
Bestes Qualifying-Ergebnis711
Ø Abstand Teamkollege (Sek.)-0.3230.323
Starts66
Siege00
Podien00
Top-1053
Ausfälle11
WM-Punke328
WM-Rang715

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