Formel 1

Formel 1 Kanada, Vettel warnt: Mercedes, Red Bull gefährlich

Sebastian Vettel sieht Ferrari in Kanada nicht zwingend mit einem Konter nach der Monaco-Pleite gegen Red Bull. Mercedes auch ohne Update auf der Rechnung.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Wenn Sebastian Vettel und Ferrari in den ersten fünf Rennen der Formel-1-Saison 2018 den Wochenenden nicht ihren Stempel aufgedrückt hatten, dann war es in Sachen Performance stattdessen Mercedes. Anders zuletzt in Monaco: Plötzlich dominierte Red Bull, Daniel Ricciardo zitterte sich einzig wegen technischer Probleme zum Sieg. Sonst wäre es durchgängig eine Demonstration geworden.

Doch das kam ein Stück weit erwartet. In Monaco zählt Power weit weniger als über all anders - und das ist Red Bulls größte Schwäche. Umso besser sollte Ferrari nun also in Kanada zurückschlagen. Immerhin ist der Circuit Gilles Villeneuve in Montreal eine absolute Power-Strecke. Doch Sebastian Vettel drückt auf dem Bremse. Ferrari klar zurück in Front? Nicht unbedingt.

Vettel und Räikkönen: Hypersoft macht Red Bull auch in Kanada gefährlich

"Ich gehe davon aus, dass die drei Top-Teams wieder dicht beisammen liegen", prognostiziert der Ferrari-Star. "Es war in den vergangenen Rennen ziemlich eng zwischen uns allen, ich erwarte nicht, dass es hier komplett anders sein wird", stimmt Kimi Räikkönen zu. Mit Blick auf Red Bull hat diese Vorhersage einen ganz spezifischen Grund: den nach Monaco zweiten Einsatz der hypersoften Superkleber-Mischung von Pirelli.

Formel 1 Kanada 2018: Brennpunkte zum Rennen in Montreal: (06:49 Min.)

"Es ist schwer vorhersehbar, was passieren wird. Ich bin sicher, dass er auf eine Runde gut funktionieren wird. Aber wie lange er durchhält ...", rätselt Räikkönen. "In Monaco ist aufgefallen, dass ihr Auto (Red Bulls, Anm. d. Red.) mit diesen Reifen behutsamer umgeht. Das kann ihnen hier auch helfen", warnt Vettel. "Und ich weiß nicht, welche Verbesserungen sie im Gepäck haben."

Sebastian Vettel: Mercedes ohne Update muss nicht heißen

Auch Mercedes schreibt der vierfache Weltmeister - anders der in dieser wichtigsten aller Formel-1-Statistiken mit ihm gleichwertige Silberpfeil-Champion Lewis Hamilton - nicht ab, nur weil Mercedes sein Motor-Upgrade für Kanada anders als Ferrari wegen Qualitätsproblemen auf später in der Saison vertragen musste.

"Was Mercedes einsetzen wollte, weiß ich ja nicht, da müsst ihr sie schon fragen", erklärt Vettel. Doch spiele der kurzfristige Blick ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. "Entscheidend ist nicht, was wir hier machen, sondern, dass wir über den ganzen Verlauf der Saison effizienter entwickeln als unsere Gegner. Jeder bringt schließlich zu einem gewissen Punkt der Saison mal etwas", so Vettel.

Vettel: Hohe Laufleistung in heutiger Formel 1 kein Drama

Doch wie gut ist das, was Ferrari selbst in Kanada im Heck an Neuerungen zündet? "Es war immer so geplant", weicht Vettel Fragen zum neuen Motor aus. Es sei schwer vorherzusehen, was das Upgrade in Form von Zeit und in Sachen Kräfteverhältnis bringen werde. "Das hängt auch von den anderen ab, was sie hier machen und welche Updates sie bringen", sagt Vettel.

"Aber auf dieser Strecke kommt es schon etwas mehr auf die Leistung an, sodass der Motor eine größere Rolle spielen kann", ergänzt Vettel. "Der Motor ist immer wichtig. Egal, auf welcher Strecke du bist. Okay, in Monaco mag es etwas weniger sein. Aber es selbst auf so einem Kurs nimmst du alles mit, was du bekommen kannst", bestätigt Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen.

Vettel: Ferrari auf Geraden sowieso schnell

Allerdings geht es nicht nur um den Leistungsschritt des neuen Motors. Hat Ferrari in Kanada gegenüber Mercedes auch einen Vorteil, weil die Maranello-Motoren nun schlicht frischer sind als die Mercedes-Aggregate? Hamilton und Bottas mit schon sechs Rennwochenenden auf dem V6 ihre Power Units etwas mehr piano fahren müssen, um sie überhaupt am Leben zu erhalten?

Vettel winkt ab: "Der Effekt der Kilometerzahl ist nicht so groß. Es ist nicht so, dass du nach 2500 Kilometern viel Power verlierst." Zumindest bei Ferrari wäre das kein Problem, meint Vettel. "Mit dieser Motorengeneration ist der Leistungsabbau kein so großes Problem", meint Vettel.

Vettel: Langeweile? Bei Ferrari-Doppelsieg gerne!

Updates, Hypersofts und Motoren beiseite erwartet Vettel insgesamt ein starkes Wochenende für die Scuderia Ferrari beim Kanada GP. "Bisher hatte wir ein gutes Auto auf den Geraden, wir haben ein sehr effizientes Auto und das sollte uns auf dieser Art von Strecke helfen", begründet Vettel. Deshalb hätte er für sich allein auch nichts gegen eine weitere öde Veranstaltung am Sonntag wie zuletzt in Monaco - auch wenn der Kanada GP traditionell für ganz andere Dinge steht.

"Denn wenn wir hier ein langweiliges Rennen haben, weil das einen Doppelsieg für uns meint, dann nehme ich das gerne mit", so Vettel. Sonst wünsche er den Fans aber einen sensationellen Grand Prix. Vettel: "Hier ist immer ein richtiger Hype in der Stadt, es gibt viele Fans. Deshalb wird es hoffentlich ein tolles, aufregendes Rennen für sie."


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