Formel 1

Formel 1, Bottas widerspricht Hamilton: Alter Motor kein Drama

Valtteri Bottas macht sich beim Kanada GP keine Sorgen, weil Mercedes anders als Ferrari ohne Motor-Upgrade dasteht. Damit widerspricht er dem Weltmeister.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Mercedes musste ein für das siebte Formel-1-Rennen 2018 geplantes Motoren-Upgrade wegen Qualitätsproblemen für sich selbst und alle Kundenteams absagen. Statt das Update auf der Powerstrecke von Montreal zu bringen sollen die neuen Power Units jetzt erst zwei Wochen nach dem Kanada GP, beim Comeback in Frankreich, debütieren.

Lewis Hamilton, ausgewiesener Kanada-Spezialist, erwartet in Montreal deshalb ein schwarzes Wochenende, sieht Mercedes gegen Ferrari - das Team von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen bringt auf dem Circuit Gilles Villeneuve ein Power-Update - chancenlos, nicht in der Position zu kämpfen, Ferrari sei jetzt klarer Favorit. Immerhin habe die Scuderia nicht nur den PS-Vorteil des Updates allein, noch dazu den Frische-Vorteil - während die Silberpfeile womöglich die betagtere Power Unit bereits schonen müssen.

Bottas: Alter Mercedes-Motor weder schlecht, noch unzuverlässig

Ganz anders bewertet jedoch Valtteri Bottas die Situation. "Wir hatten eigentlich erwartet, dieses Rennen die neuen Power Units zu bringen, die ein kleiner Gewinn gegenüber den alten gewesen wären", sagt Bottas zum ersten Aspekt des reinen Leistungsschubs durch das Update selbst. "Klar wäre der neue etwas besser gewesen, aber es ist nicht so, dass unser alter Motor, der Phase-1-Motor, ein schlechter Motor ist", ergänzt der Finne.

Auch die Zuverlässigkeit bereitet Bottas keine Sorgen. "Es ist ein guter und er ist noch immer gesund. Es war zuverlässig, also auch hier keine Bedenken", betont der Mercedes-Fahrer. "Wir planen sowieso, ihn später in diesem Jahr in Budapest nochmal einzusetzen. Jetzt werden wird dort eben den neuen nutzen, wir nehmen also nur einen kleinen Nachteil in Kauf", so Bottas über die Vertagung des Updates.

Bottas mit Kanada-Kampfansage

Diese sei zudem nur eine reine Vorsichtsmaßnahme, kein grobes Problem, versichert der Finne. "Wir haben nur ein paar kleine Sachen gefunden, also ist das nur, um auf der sicheren Seite zu sein, ihn perfekt zu machen und dann hoffentlich in zwei Wochen zu fahren", sagt Bottas.

Hintergrund des allgemeinen Bottas-Optimismus': Abseits des in Kanada stets großen Motoren-Themas sieht er Mercedes in Montreal gut aufgestellt, nach den Eindrücken der Vorjahre an selber Steller und im scharfen Kontrast zu Monaco vor zwei Wochen. "Monaco war ganz klar hart. Aber wir wussten immer, dass es das werden könnte und ein richtig starker Kurs für Ferrari und Red Bull sein kann. Es war Schadensbegrenzung", so Bottas.

Weiter: "Aber es hat dort definitiv alle Schwächen unseres Autos betont. Dieses Auto ist ganz sicher nicht für Monaco designt. Das Auto ist dafür designt, auf dem Großteil der Strecken schnell zu sein, einschließlich dieses Kurses." Klingt stark nach Kampfansage - und ist auch so gemeint: "Ich will Rennen gewinnen und ich bin sicher, dass es passieren wird!"

Formel 1 Kanada 2018: Brennpunkte zum Rennen in Montreal: (06:49 Min.)


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