Formel 1

Formel 1, Magnussen schwärmt vor Monaco: Haben Gegner dominiert

Kevin Magnussen war in Barcelona für die direkten Gegner unantastbar. In Monaco ist der Haas-Pilot immer noch euphorisch: McLaren und Renault keine Gefahr.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Kevin Magnussen reitet in der Formel-1-Saison 2018 weiter auf einer Erfolgswelle. Vor dem sechsten Rennen in Monaco ist der Haas-Fahrer immer noch voller Euphorie. Einen Sonntag wie den in Spanien habe er in der Königsklasse noch nie erlebt. Für ihn und sein Team war die Leistung siegverdächtig.

"Es war wirklich cool. Ein Rennen dieser Art hatte ich in der Formel 1 noch nie", so der 25-Jährige, für den sich die Einsamkeit auf Platz sechs wie eine Triumphfahrt allererster Güte anfühlte: "Für mich hat es sich zu 100 Prozent so angefühlt, als ob ich das Rennen anführen würde, denn ich konnte vor mir niemanden sehen."

Ein Gefühl, dass KMAG zuletzt in seiner Zeit als aufstrebender Nachwuchspilot hatte. "Es war wie in den guten alten Tagen in der Formel 3 oder der World Series, wo du in Führung lagst und weggefahren bist, ganz alleine. Wirklich schön, in einen guten Rhythmus zu kommen und seine Runden abzuspulen." Worte, die man in der Formel 1 sonst nur von den Siegern hört. Doch kann ein Alleingang wirklich mehr Spaß machen als ein ausgiebiger Zweikampf?

Alleingang in der Formel 1 für Magnussen immer noch genug Action

"Es ist nicht langweilig", erwidert Magnussen auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Es ist eine gute Position. Als Sechster darauf zu warten, dass das Rennen endet - ganz ohne Gefahr. Eine schöne Situation." Zweikämpfe machen zwar Spaß, doch für die Konkurrenz unantastbar zu sein ist für ihn nicht zu toppen. "Letztendlich genießen wir es alle zu kämpfen, aber unsere höchste Priorität sind Resultate."

Abgesehen davon erlebt der Fahrer beim Alleingang einen ganz anderen Thrill. "Ich war nervös, dass das Auto kaputtgehen oder ich einen Plattfuß bekommen könnte. Diese ganzen kleinen, nervigen Dinge, die passieren können", so Magnussen, der es sich angesichts üppigem Vorsprung auf die Konkurrenz von McLaren und Renault sogar leisten konnte, mit seinem Team auf sicher zu spielen.

Formel 1 2018: Lustiges Monaco GP-Tippspiel: (18:36 Min.)

Haas konnte in Barcelona Sicherheitspolster genießen

"Wir haben den Boxenstopp sogar vorgezogen, um sicherzustellen, dass der Reifen wegen der Abnutzung nicht hochgeht oder so. Wir sind es echt auf Nummer sicher angegangen, denn wir hatten was die Pace anging keine Sorgen und von hinten drohte keine Gefahr." Bei der Überfahrt der Ziellinie hatte er auf seinen ersten Verfolger Carlos Sainz deutlich über eine halbe Minuten Vorsprung.

Tatsächlich war Magnussen mit 28 Sekunden Rückstand auf Daniel Ricciardo sogar näher an Red Bull dran, als die Konkurrenz an ihm. "Für uns fühlt es sich so an, als ob wir Rennen gewinnen, wenn wir die anderen aus dem Mittelfeld schlagen." Haas gilt zwar von der Performance her schon seit den Wintertestfahrten als heißester Kandidat für den Titel der vierten Kraft, doch so deutlich wie in Barcelona zeigte sich das bisher nicht.

"Wir können als Team wirklich stolz sein, denn wir haben das Mittelfeld dominiert", freut sich Magnussen. Darüber hinaus sei Barcelona eine wichtige Bestätigung gewesen: "Die Testfahrten, Australien und Bahrain waren keine Eintagsfliegen." Dass Magnussen mit seiner in der Saison 2018 bisher gezeigten Formkurve maßgeblich dazu beigetragen hat, steht außer Frage. Er selbst betrachtet das jedoch nüchtern: "Ich beurteile meine Rennen nicht oder ordne sie in irgendeiner Weise ein."

Magnussen: Monaco wird für Haas härter

In Monaco wartet nun eine Rennstrecke, die dem VF-18 auf dem Papier deutlich weniger in die Karten spielt als Barcelona. "Unser Auto ist besonders stark in schnellen und mittelschnellen Kurven. Wir sollten hier konkurrenzfähig sein, aber ich denke nicht, dass es so dominant wie in Barcelona sein wird", so Magnussen. Andererseits soll das Rennwochenende im Fürstentum neue Erkenntnisse zur Beseitigung etwaiger Schwächen liefern.

"Das kann man so sagen. Wir haben auch schon versucht, auf der mechanischen Seite das Maximum aus dem Auto zu holen, denn unsere Aerodynamik ist schon gut. Klar, die lässt sich auch noch verbessern, aber der mechanische Bereich ist der, wo wir nicht wirklich wissen, ob wir uns im optimalen Fenster bewegen. Wir können hier versuchen zu lernen und unsere Zahlen aus dem Simulator validieren."


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