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Formel 1 Baku, Fahrer-Ranking: Ferrari-Junior schlägt Vettel

Das Rennen in Baku war das dritte F1-Highlight 2018. Start-Chaos, Unfälle, Red-Bull-Drama - kaum einer blieb cool. Wer am meisten? Das Fahrer-Ranking.

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 arbeitet eifrig daran, 2018 eine der spektakulärsten Saisons ihrer Geschichte zu liefern. Nach spektakulären Rennen in Bahrain und China entpuppte sich auch der Aserbaidschan GP in Baku als absolutes F1-Highlight.

Formel 1 2018: So verlor Vettel den Sieg in Baku: (58:33 Min.)

Unfassbare Dramen trugen sich auf den Straßen des Baku City Circuits zu. Das zeigt sich schon allein daran, dass mit Lewis Hamilton ein Fahrer gewann, der selbst nie damit gerechnet hatte. Ferrari war in Aserbaidschan eigentlich klar stärker. Doch frei von Fehlern blieb so gut wie niemand, auch Sebastian Vettel nicht. Baku war ein Wochenende gespickt von Fehlern.

Doch welche Fahrer stachen aus alldem noch hervor? Wer machte seinen Job am besten, behielt den Überblick? War es wirklich der selbst vom Sieg überraschte Sieger Lewis Hamilton? Motorsport-Magazin.com geht genau dieser Frage auf die Spur und fühlt allen F1-Piloten - gemeinsam mit euch Lesern - auf den Zahn.

Fahrer-Ranking Baku 2018: MSM-Bewertungen im Detail

Pos. Florian Becker Christian Menath Jonas Fehling
1 Alonso Leclerc Leclerc
2 Perez Bottas Bottas
3 Leclerc Alonso Alonso
4 Bottas Vettel Vettel
5 Vettel Sainz Sainz
6 Sainz Hamilton Ocon
7 Hamilton Ocon Hamilton
8 Ocon Perez Perez
9 Stroll Gasly Stroll
10 Gasly Stroll Gasly
11 Vandoorne Ricciardo Räikkönen
12 Magnussen Hülkenberg Ricciardo
13 Sirotkin Magnussen Sirotkin
14 Hülkenberg Vandoorne Vandoorne
15 Ricciardo Verstappen Magnussen
16 Verstappen Ericsson Verstappen
17 Ericsson Siroktin Hülkenberg
18 Hartley Hartley Hartley
19 Räikkönen Räikkönen Ericsson
20 Grosjean Grosjean Grosjean

F1-Fahrer-Ranking Baku: Härtefälle der Redaktion

Christian Menath: Das Feld spaltet sich diesmal in gut und schlecht. Fehlerlos blieben an diesem Wochenende wirklich nur wenige. Vettel fast, aber der Verbremser war eben entscheidend. Allerdings sind die hinteren Ränge noch etwas härter Umkämpft: Grosjean mit seinem Abflug hinter dem Safety-Car, Hartley mit seinem Katastrophen-Qualifying, das auch noch seinen Teamkollegen eine gute Startposition kostete und fast zum Horror-Unfall führte.

Positiver Härtefall: Charles Leclerc
Er tut sich noch etwas schwer in der Formel 1, das Wunderkind der Formel 2. Doch in Baku hat er es erstmals auf die Reihe gebracht, Teamkollege Ericsson deklassiert. Ein sensationelles Qualifying und dann ein komplett fehlerloses Rennen. Für mich der beste Fahrer des gesamten Wochenendes, weil er sau schnell und fehlerlos war.

Negativer Härtefall: Kimi Räikkönen
Er hatte die Pace! Das macht seine Performance noch viel schlimmer. Im Qualifying erst im Q2 versagt, was ihm schon eine bessere Ausgangsposition im Rennen kostete. Dann im Q3 gleich zweimal versagt, auch noch an der gleichen Stelle. Doch damit nicht genug: Für mich war er der Schuldige an der Ocon-Kollision. Er war hinten, hätte deshalb zurückstecken müssen. Unfassbar, dass er mit so vielen Böcken am Ende noch Zweiter wurde.

Florian Becker: In Baku teilte sich Formel-1-Feld in zwei Lager. Das für die Gewinner, das andere für die Verlierer. Der glückliche Rennsieger Lewis Hamilton rügte sich, für seinen Geschmack zu viele Fehler gemacht zu haben. Sebastian Vettel patzte an einem fast makellosen Wochenende im entscheidenden Moment und verspielte den Sieg, Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen zeigte ein schnelles jedoch von Fahrfehlern gespicktes Wochenende. Das Red-Bull-Duo duellierte sich bis aufs Blut und sorgte mit einer teaminternen Kollision für den Super-GAU. Auf der anderen Seite glänzten Fahrer wie Fernando Alonso, Sergio Perez und Charles Leclerc mit außergewöhnlichen Leistungen, die mit starken Resultaten gebührend belohnt wurden.

Positiver Härtefall: Fernando Alonso
Welch ein Anblick bot sich der Formel 1 in der ersten Runde, als Fernando Alonso seinen schwerbeschädigten McLaren auf nur noch zwei Rädern zurück an die Box steuerte. Nicht nur, dass der Spanier das kaum noch über Lenk- und Bremseigenschaften verfügende, manövrierunfähige Auto mit einer Meisterleistung sicher zurückbrachte. Alleine die Tatsache, dass Alonso die ganze lange Runde um den Baku City Circuit mit diesem Wrack überhaupt noch in Angriff nahm, ist bewundernswert und verdient ein Höchstmaß an Anerkennung. Der zweimalige Weltmeister unterstrich damit einmal mehr, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Er hatte sicher nicht Unrecht als er sagte, dass andere Piloten wohl eher abgestellt hätten. Ich persönlich kann mich zumindest an niemanden erinnern, der ein Auto in diesem Zustand versuchte wiederzubeleben. Der siebte Platz war die verdiente Belohnung für so viel Einsatz und Entschlossenheit.

Negativer Härtefall: Nico Hülkenberg
Kaum herrschte Chaos, strahlte wieder einmal Sergio Perez vom Podest. Der Force-India-Pilot behielt auf dem Weg zu seinem achten Podest mit einem Mittelfeld-Auto wie immer den Überblick und machte die Überraschung perfekt. Nach 139 Rennen weiterhin ohne Formel-1-Edelmetall reiste dafür Nico Hülkenberg aus Baku ab - und das, obwohl der Renault-Pilot 2018 vielleicht sogar besser als je zuvor fährt. Zunächst sah es für ihn gut aus. Trotz Getriebe-Strafe kämpfte er sich in der Anfangsphase auf dem Ultrasoft-Reifen nach vorne, knackte beide Red Bulls und hätte in absehbarer Zeit wohl auch Teamkollege Carlos Sainz kassiert. Das Podium wäre bei diesem Rennverlauf und seiner Pace für Hülkenberg definitiv drin gewesen. Stattdessen setzte er sein Auto wie schon 2017 in die Wand, vergab eine tolle Chance und baute seinen zweifelhaften Rekord für die meisten Starts ohne Podestbesuch aus. Einfach schade.

Jonas Fehling: Well done, Baku. Das war 2018 nicht mehr der Slogan in Aserbaidschan, gilt für das Rennen aber umso mehr. Nicht jedoch für die Fahrer: Ein "Gut gemacht" verdienen am Wochenende die wenigsten F1-Stars. Deshalb ist die untere Hälfte des Rankings dieses Mal recht schwierig aufzustellen. Hier fragt sich weniger, wer besser war, sondern weniger schlecht, weniger (schlimme) Fehler lieferte oder diese zumindest noch auszubügeln vermochte. Auch an der ultimativen Spitze ist es sehr eng. Einzig Bottas, Alonso und Leclerc blieben aber komplett fehlerfrei, bestachen noch dazu mit Pace. Der Rest der Top-10 lässt sich dann leichter anordnen.

Positiver Härtefall: Valtteri Bottas
Leclerc und Alonso haben die Kollegen schon gefeiert, also muss ich den letzten tadellosen Mohikaner nehmen. Wobei von einem Muss nicht die Rede sein kann. Bottas picke ich sehr gerne als positives Highlight heraus. Okay, im Qualifying hat er das Mercedes-Duell – nach zuletzt zwei Siegen - dieses Mal wieder knapp verloren. Hamilton ist allerdings auch ein Quali-Monster. Im Rennen aber zeigte Bottas dem Briten die lange Nase. Während Hamilton sich gleich mehrere kleine bis mittlere Böcke leistete, lieferte der Finne einen blitzsauberen GP. Kein Fehler, die Reifen ewig am Leben gehalten, mit Safety-Car-Glück belohnt und auf Siegkurs. Für den unfassbar bitteren Reifenschaden durch Trümmer kann Bottas nichts.

Negativer Härtefall: Romain Grosjean
Miese Pace, Qualifying mit Ende im Notausgang vollkommen verpatzt, von Haas-Kollege Magnussen geschlagen. Romain Grosjean war schon vor dem Start des Rennens in der engeren Auswahl zum Loser des Wochenendes in Baku. Wer dann unter SC-Bedingungen die Kontrolle verliert und in die Mauer knallt, bewirbt sich alles andere als für einen besseren Platz. Dass ein Bedienfehler Grosjeans bei den Einstellungen der Bremsen seinen Beitrag leistete, macht es nicht besser. Im Gegenteil.

Formel 1, Fahrer-Ranking Baku: Gesamtergebnis User & MSM

Pos. Fahrer MSM-Rang User-Rang Gesamt
1 Leclerc 1,7 2 1,85
2 Vettel 4,3 1 2,65
3 Bottas 2,7 4 3,35
4 Alonso 2,3 5 3,65
5 Hamilton 6,7 6 6,35
6 Perez 6 7 6,5
7 Sainz 5,3 10 7,65
8 Räikkönen 16,3 3 9,65
9 Ricciardo 12,7 8 10,35
10 Verstappen 15,7 9 12,35
11 Gasly 9,7 16 12,85
12 Stroll 9,3 17 13,15
13 Hülkenberg 14,3 12 13,15
14 Ocon 7 20 13,5
15 Vandoorne 13 15 14
16 Sirotkin 14,3 14 14,15
17 Grosjean 20 11 15,5
18 Hartley 18 13 15,5
19 Magnussen 13,3 19 16,15
20 Ericsson 17,3 18 17,65

So funktioniert das MSM-Fahrerranking: Unmittelbar nach jedem Rennen schalten wir per News und in unserem News- und Live-Ticker zum Renntag unsere Umfrage nach dem Fahrer des Wochenendes (immerhin kann man sich das Rennen bereits am Freitag oder Samstag durch Strafen oder schlechtes Qualifying verderben) online. Bis zum nächsten Morgen könnt ihr dann für euren Favoriten abstimmen. Daraus ergibt sich eure User-Wertung.

Parallel bewertet unser F1-Kernteam um Christian Menath, Florian Becker und Jonas Fehling die Leistungen aller 20 Fahrer. Jeder von uns erstellt sein persönliches Ranking. Aus diesen drei Ranglisten bilden wir den Mittelwert. Damit steht das MSM-Ergebnis. Dieses wird dann im Verhältnis 1:1 der User-Bewertung gegenüber gestellt - dieser Mittelwert ergibt das Gesamtergebnis. Bei Gleichstand entscheidet das bessere Einzelergebnis.

Fahrer-Ranking: Video, Tabelle, Bilderserie & MSM-Härtefälle

Noch dazu liefern wir euch unsere allgemeine Einschätzung zu unseren Rankings und jeder seine persönlichen Härtefälle - im positiven und negativen Sinn. Diese müssen sich nicht zwingend mit dem Ersten und Letzten der persönlichen Bewertung decken, sondern können auch Fälle betonen, die uns sonst noch besonders aufgefallen sind. So wollen wir mehr Vielfalt und Abwechslung abbilden. Auch einen Unterhaltungsfaktor haben wir in petto: Unsere Erklärung liefern wir, so es die Reiseumstände zulassen, on top auch im Video. Per Bilderserie beleuchten wir außerdem nochmals jeden Fahrer einzeln im Detail.


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