Formel 1

Formel-1-Testfahrten: Hamilton sticht Vettel am letzten Tag aus

Die erste Woche der Barcelona-Tests zur Saison 2018 ist beendet: Mercedes jagt Ferrari am letzten Tag die absolute Bestzeit ab. Debakel für Red Bull.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Nach dem Schneechaos vom Vortag fand die Formel 1 bei den Testfahrten in Barcelona am Donnerstag nahezu optimale Bedingungen vor. Nachdem der nasse Circuit de Barcelona-Catalunya zur Mittagszeit abgetrocknet war, war für die Teams regulärer Fahrbetrieb möglich. Luft- und Asphalttemperaturen stiegen im Verlauf des Tages bis auf 15 respektive 25 Grad Celsius.

Die zehn Teams hatten so die Möglichkeit, am vierten Tag die bisher durch Wetterkapriolen verlorene Streckenzeit gutzumachen. Abgesehen von drei kurzen Unterbrechungen verlief der Donnerstag ruhig. Der Zeitenmonitor lieferte im Verlauf des Nachmittags interessante Erkenntnisse, vor allem als Lewis Hamilton am Nachmittag erstmals in dieser Woche richtig ins Testgeschehen eingriff.

Wochenbestzeit: Hamilton drei Zehntel vor Vettel

Das Ergebnis: Der Weltmeister markierte am Ende des Tages mit einer Rundenzeit von 1:19.333 Minuten die Bestzeit. Damit war Hamilton nicht nur heute der schnellste Mann, er kann damit auch die bei diesen Tests bisher absolute Bestzeit für sich beanspruchen. Sie war etwa drei Zehntel schneller als Vettels bisherige Bestzeit.

Vettel hatte am Dienstag auf Pirellis Soft-Reifen eine 1:19.673 Minuten aufgestellt. Hamilton hingegen war bei seiner Runde am Donnerstag auf Medium unterwegs. Bei Ferrari setzte man auch am vierten Tag auf den Soft-Reifen, womit sich Vettel mit 0,906 Sekunden Rückstand auf Hamilton auf Platz drei einsortierte.

Zwischen den beiden Star-Piloten drängelte sich Stoffel Vandoorne im McLaren auf die zweite Position. Der Belgier war wie schon zuvor in dieser Woche auf Pirellis neuer, weichster Mischung, dem Hypersoft, unterwegs. An vierter Stelle landete etwas überraschend Kevin Magnussen im Haas.

Pos. Fahrer Team Zeit Abstände Runden Reifen
1 Hamilton Mercedes 1:19.333 69 Medium
2 Vandoorne McLaren 1:19.854 +0.521 110 Hypersoft
3 Vettel Ferrari 1:20.241 +0.908 120 Soft
4 Magnussen Haas 1:20.317 +0.984 96 Supersoft
5 Alonso McLaren 1:20.329 +0.996 51 Supersoft
6 Sainz Renault 1:20.940 +1.607 59 Medium
7 Stroll Williams 1:21.142 +1.809 54 Soft
8 Perez Force India 1:21.973 +2.640 65 Soft
9 Verstappen Red Bull 1:22.058 +2.725 35 Soft
10 Gasly Toro Rosso 1:22.134 +2.801 147 Supersoft
11 Hülkenberg Renault 1:22.507 +3.174 49 Soft
12 Bottas Mercedes 1:22.789 +3.456 60 Medium
13 Leclerc Sauber 1:22.808 +3.475 59 Soft
14 Ericsson Sauber 1:23.825 +4.492 Supersoft
15 Sirotkin Williams 1:31.979 +12.646 Intermediates

Red Bull und Verstappen erleben katastrophalen Testtag

Fernando Alonso war heute in den letzten zwei Stunden für McLaren im Einsatz und landete in der Endabrechnung auf Platz fünf. Renault-Pilot Nico Hülkenberg teilte sich die Schichten mit Teamkollege Carlos Sainz. Der Emmericher war jedoch nur am Vormittag bei widrigen Bedingungen unterwegs, weshalb er nicht über Platz elf hinauskam.

Insgesamt waren aufgrund der verlorenen Track Time in den vergangenen Tagen am Donnerstag 15 Piloten im Einsatz. Bei Mercedes, McLaren, Renault, Williams und Sauber wurde kurz nach der Mittagspause durchgewechselt.

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Einen katastrophalen Tag erlebte abermals Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot verbrachte wie schon am Dienstag viel Zeit an der Box. Mit einer Zeit von 1:22.058 Minuten landete er schlussendlich abgeschlagen auf dem 9. Platz. Mit einem Besuch im Kiesbett in der finalen Stunde sorgte er außerdem für eine rote Flagge.

McLaren Renault sorgt für Wiedergutmachung

Die Rundentabelle: McLaren Renault hatte nach einigen Pleiten in dieser Woche etwas zu beweisen - und das taten die Briten. Alonso und Vandoorne kamen zusammen auf 161 Runden. Toro Rosso stellte abermals unter Beweis, wie gut der Honda im Heck seines neuen Verbündeten funktioniert. Der Franzose Pierre Gasly kam auf beeindruckende 145 Umläufe.

Wie Gasly war auch Vettel für sein Team als Einzelkämpfer unterwegs. Der Vizeweltmeister spulte 118 Runden ab. Mercedes kam mit Bottas und Hamilton zusammen auf 129. Die beiden Top-Teams liegen hier also dicht beisammen. Das dritte Werksteam im Bunde, Renault, kam mit seinem Fahrer-Duo auf 137 Runden.

Das Schlusslicht bildete mit großem Abstand Verstappen. An seinem verkorksten zweiten Testtag kam der Shooting Star von Red Bull nur auf 35 Runden. Am Dienstag war er 67 Runden gefahren. Mit einem Wochenpensum von gerade einmal 102 Runden erlebte der dreimalige GP-Sieger keinen Saisonstart nach Wunsch.

Die Zwischenfälle: Auf nassem Asphalt war Sauber-Mann Marcus Ericsson am Morgen der erste Pilot, den es erwischte. In Kurve zwei landete der Schwede im Kiesbett. Nach einer kurzen Unterbrechung ging der Testtag für ihn aber ohne Probleme weiter

Für mehr Wirbel sorgte am Nachmittag Lewis Hamilton. Der Mercedes-Pilot hatte etwa zwei Stunden vor Feierabend mit einer Zeit von 1:19.753 Minuten Vandoorne die Bestzeit entrissen. Wenige Minuten später wurde ihm die Runde von den Offiziellen gestrichen, da er, ähnlich wie Alonso in dieser Woche, die Schikane im letzten Sektor ausgelassen haben soll.

Erster Formel-1-Testtag in Barcelona: Rundenkönige & Abflüge: (05:34 Min.)

Den größten Schnitzer erlaubte sich kurze Zeit später Verstappen. In Kurve zwölf manövrierte er seinen RB14 ins Kiesbett und sorgte damit für eine Unterbrechung. Fahrer und Auto wurden zurück an die Box kutschiert, der Testtag war für den 20-Jährigen damit aber vorzeitig gelaufen.

In der letzten Stunde löste Leclerc kurzzeitig eine rote Flagge aus, kam aber aus eigener Kraft wieder zurück an die Box. Die Session konnte so nach wenigen Minuten gleich wieder freigegeben werden.


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