Formel 1

Formel 1 2018, Sauber-Boss: Deshalb musste Pascal Wehrlein weg

Der Ferrari-Motor hat Pascal Wehrlein seinen Formel-1-Job bei Sauber gekostet. Teamchef Vasseur nennt bei Motorsport-Magazin.com auch sportliche Gründe.
von Christian Menath & Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Wenn etwas Neues kommt, muss meist etwas Altes weichen. In Saubers konkretem Fall waren das Alfa Romeo und Pascal Wehrlein. Der 23-Jährige verlor sein Stammcockpit in der Formel 1, dafür bekam Sauber einen neuen Namen und vor allem aktuelle Ferrari-Motoren. Wehrlein wird 2018 entsprechend durch Ferrari-Junior Charles Leclerc ersetzt, der sich beim Schweizer Rennstall für höhere Aufgaben vorbereiten kann.

Dass Wehrlein in Folge des Motoren-Deals mit Ferrari keinen Platz mehr haben würde, war für Sauber-Teamchef Fred Vasseur eine klare Angelegenheit. "Er wird von Mercedes unterstützt", sagte der Franzose am Rande der Testfahrten in Barcelona. "Und es ist schwierig, sich in den kommenden Jahren ein Projekt mit Alfa Romeo und einem Mercedes-Fahrer vorzustellen. Das war ziemlich klar."

Sportlicher Rückschlag für Sauber

Sportlich bedeutet Wehrleins Aus sicherlich einen Rückschlag für Sauber. Wer er es doch, der in der katastrophalen Saison 2017 die einzigen Punkte für das Team holte. In Barcelona und Aserbaidschan fuhr er in die Punkteränge, sammelte insgesamt fünf Zähler. Teamkollege Marcus Ericsson ging komplett leer aus.

Vasseur stellte sich angesichts der aktuellen Situation vor seinen schwedischen Fahrer. "Pascal hat zu Beginn der Saison die Punkte geholt", sagte er im Interview mit Motorsport-Magazin.com. "Wenn man sich den letzten Teil der Saison anschaut, war es mehr oder weniger gleich." Tatsächlich konnten weder Wehrlein noch Ericsson in der zweiten Saisonhälfte für große Überraschungen sorgen. Kein Wunder allerdings mit einem völlig unterlegenen Rennauto.

Vasseur über Ericssons Vorzüge

Vasseur weiter: "Es ist nie leicht, solche Entscheidungen zu treffen. Aber wir hatten das Gefühl, dass sich Marcus verbessert hat und alles lief nach Plan. Er war ein guter Teamplayer und hat ein gutes technisches Verständnis. Das spielte bei der Entscheidungsfindung auch eine Rolle." Der 27-Jährige geht in seine fünfte volle Saison in der Formel 1, Wehrlein musste sie nach zwei wieder verlassen und kehrt in die DTM zu Mercedes zurück.

Fred Vasseur bei den Barcelona-Tests im Interview mit Motorsport-Magazin.com - Foto: Sutton

Dass sein Nachfolger aus dem Ferrari-Lager stammt und damit die Lieferkosten für die Motoren drücken dürfte, ist allerdings kein Zufall. Das räumte auch Vasseur offen ein: "Leclerc war Teil der Gespräche."

Sauber bekommt das Mega-Talent

Mit dem 20-Jährigen kommt immerhin eines der größten Talente im Formelsport zu Sauber. Leclerc marschierte dominant durch die Nachwuchsklassen in Richtung Formel 1. 2016 gewann er die GP3-Serie in seiner ersten Saison. Ein Jahr später dominierte er auch in der Formel 2 und holte den Titel als Rookie. Dass er und Vasseur sich schon lange kennen, schadet sicher auch nicht. 2012 und 2013 startete der Monegasse für Vasseurs ART-Kartteam, 2016 dann für ART in der GP3.

"Ich kenne ihn sehr gut", bestätigte Vasseur. "Und es macht Sinn, in einer solchen Situation einen neuen Fahrer zu holen." Wehrlein ist unterdessen nicht ganz raus aus der Formel 1. Er kehrt als Test- und Ersatzfahrer zurück zum Weltmeister-Team Mercedes, um neben seinem DTM-Engagement auch weiter im F1-Zirkus zu bleiben.


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