Formel 1

Formel-1-Comeback geplatzt: Robert Kubica will weiterkämpfen

Robert Kubicas Formel-1-Comeback ist geplatzt. Williams entschied sich gegen das Polen-Märchen. Aber: Kubica wird Ersatzfahrer - und will so weiterkämpfen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Für Robert Kubica ist der große Traum eines Formel-1-Comebacks 2018 erst einmal ausgeträumt. Wie Williams am Dienstagmittag bekannt gab, hat sich der Rennstall gegen den Polen und für den Russen Sergey Sirotkin als Nachfolger von Felipe Massa und zweiten Stammfahrer neben Lance Stroll entschieden.

Damit ist auch Kubicas zweiter Versuch gescheitert. Schon bei Renault waren seine Bestrebungen einer F1-Rückkehr Mitte vergangenen Jahres nach einigen Tests letztlich im Sande verlaufen. Die Franzosen zogen mit Carlos Sainz die sichere Lösung vor. Deshalb hatte sich der Pole überhaupt in Richtung Williams umorientiert.

Kubica jetzt Ersatz- und Entwicklungsfahrer bei Williams

Doch auch dort vermochte sich Kubica also nicht gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Aus welchen Gründen auch immer. Williams nannte in der Sirotkin-Bekanntgabe ausschließlich die Performance. Die Rolle von Sponsorengeldern oder die Interessen des Stroll-Lagers gelten weithin jedoch nicht als völlig unerheblich.

Das beiseite unterscheidet sich Kubicas Situation nach der Entscheidung bei Williams jedoch von der bei Renault: Dem britischen Rennstall wird der Pole noch länger erhalten bleiben. Bei Williams wird Robert Kubica ab sofort offizieller Ersatz- und Entwicklungsfahrer.

Robert Kubica bei Testfahrten wieder im Formel-1-Auto

Heißt konkret: Als inzwischen 33-Jähriger darf Kubica für Williams wieder ins Auto steigen, wird bereits bei den Wintertestfahrten in Barcelona zu ersten Einsätzen kommen. Folgen sollen Teilnahmen bei den Testfahrten während der Saison sowie vereinzelte Freitagstrainings.

In einem ersten Statement verkauft Kubica das als Erfolg. "Ich freue mich sehr, dieses Jahr als offizieller Ersatz- und Entwicklungsfahrer zu Williams zu kommen. Ich fühle mich physisch in der besten Verfassung, in der ich je war, aber es hat echt viel Arbeit erfordert, dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Ich danke Williams für die Gelegenheiten, die sie mir bisher gegeben haben und für ihr Vertrauen, das mit dieser Ernennung in mich setzen", so Kubica.

Kubica: Traum von Formel-1-Rennen lebt weiter

Ein Geheimnis um seine wahren Pläne macht der Pole jedoch nicht. "Mein höchstes Ziel bleibt weiter, wieder in der Formel 1 Rennen zu fahren", stellt Kubica klar. Genau daran könne er dank seines neuen Jobs nun weiter arbeiten. "Deshalb ist das hier ein weiterer, wichtiger Schritt in diese Richtung. Ich kann es gar nicht erwarten, loszulegen", so Kubica.

Formel 1: Deshalb macht Williams Robert Kubica zum Ersatzfahrer: (01:47 Min.)

Helfen soll der Pole Williams insbesondere dabei, mit all seiner Erfahrung das noch unerfahrene Stammfahrer-Duo um Lance Stroll und Sergey Sirotkin gemeinsam mit den Ingenieuren bei der Weiterentwicklung des neuen Williams FW41 zu unterstützen. Außerdem dient der Pole als das neue Gesicht des Rennstalls, kann anders als die beiden Youngster dank seiner 33 Lenze weltweit völlig unbedenklich Sponsorenaktivitäten für Teampartner Martini wahrnehmen. Im Fall der Fälle wäre Kubica als Ersatzfahrer nun zudem erste Wahl, sollten Stroll oder Sirotkin durch welche Einflüsse auch immer einmal passen müssen.

So soll Robert Kubica den Youngstern Stroll & Sirotkin helfen

Die Hauptaufgabe Kubicas wird jedoch im Bereich der Entwicklung liegen. Für den Polen Lohn genug, zumal er darauf setzt, seine eigenen Qualitäten so ideal beweisen zu können. "Ich habe es in den vergangenen Monaten genossen, zurück im Formel-1-Paddock zu sein und jetzt freue ich mich darauf, mit dem technischen Team von Williams zu arbeiten, sowohl in der Fabrik als auch an der Strecke, um eine wirkliche Hilfe dabei zu sein, den FW41 nach vorne zu bringen und einen echten Unterschied für ihre Saison 2018 zu bewirken", so Kubica.

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Die Williams-Führungsriege zur neuen Funktion Kubicas: "Zuerst und zuvorderst möchten wir Robert dazu gratulieren, was er bisher erreicht hat. Seine Verletzungen zu überwinden, wieder fit zu werden und wieder ein Formel-1-Auto zu fahren ist eine bemerkenswerte Leistung - und eine, die wenige für möglich gehalten hätten. Er ist ein Fahrer, den ich viele Jahre bewundert habe und ich bin ganz persönlich sehr happy, mit ihm in der 2018er Meisterschaft zu arbeiten", sagt Technikchef Paddy Lowe.

"Wir alle bei Williams waren immens beeindruckt davon, was er erreicht hat und es zeugt von seiner Charakterstärke und Leidenschaft, in die Formel 1 zurückzukehren. Wir brennen darauf, unsere Beziehung mit Robert weiterzuführen und freuen uns darauf, mit ihm in der kommenden Saison zu arbeiten", ergänzt Claire Williams.


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