Formel 1

Formel 1 Abu Dhabi 2017: Renault und das Hindernis Force India

Renault kämpft in Abu Dhabi noch um WM-Rang sechs. Das größte Hindernis scheint Force India zu sein. So bewerten Sainz und Hülkenberg den ersten Tag.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Fünf Punkte muss Renault in Abu Dhabi mehr holen als Toro Rosso, um sich noch den sechsten Platz in der Konstrukteurs-WM zu sichern. Der erste Trainingstag offenbarte, wie schwer dieses Unterfangen wird. Nico Hülkenberg beendete den Freitag auf Rang neun, Teamkollege Carlos Sainz bleib nur Rang 13.

Woher rührte der große teaminterne Unterschied? Sainz hat eine einfache Erklärung parat. "In den ersten beiden Sektoren waren wir quasi gleich schnell, aber in meinem letzten Sektor kam eine gelbe Flagge raus", erklärte der Spanier, dass er seine schnelle Runde nicht wie geplant zu Ende bringen konnte.

Platz acht in Abu Dhabi muss her

Renault wird sich also wieder auf das inzwischen gewohnt auf Augenhöhe Duo verlassen können, das seit der Verpflichtung des ehemaligen Toro-Rosso-Piloten Sainz besteht. Klar ist jedoch: Mindestens einer der beiden Fahrer muss auf Rang acht landen, will Renault die Italiener noch abfangen. Und selbst dieser achte Platz reicht nicht, wenn Fahrer Nummer zwei außerhalb der Punkte landet oder ausscheidet.

Im Kampf um diese Position zeichnet sich - wie bereits in den letzten Rennen - ein Duell mit Force India ab. Die drei Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull belegen die ersten sechs Positionen, in diese Phalanx kann Renault aus eigener Kraft nicht eindringen. Hülkenberg will das Thema Konstrukteurs-WM ohnehin nicht zu hoch hängen, wie er erklärte.

"Uns allen ist die Situation bewusst, aber wir sollten nicht zu sehr darüber nachdenken", fordert der Deutsche. "Wir sollten die Sache so angehen, dass es das letzte Rennen ist und wir das bestmögliche Resultat wollen. Unter normalen Gesichtspunkten würde uns genau das helfen, das zu erreichen - nämlich Anderen Punkte wegzunehmen. Ich denke da nicht so sehr daran, das kann nur hinderlich sein", stellt er klar.

Nico Hülkenberg will nicht zu sehr an die WM denken - Foto: Sutton

Höchstens im Rennen, sollte er sich in einem entscheidenden Zweikampf befinden, würde er seine Gedanken wieder darauf lenken. "Wenn du im Rennen ein Überholmanöver setzen kannst und du weißt, dass dieses dein Team nach vorne bringen kann, ist das schon etwas Besonderes", gibt er auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com zu.

Dieses Manöver könnte unter Umständen eines gegen einen der beiden Force-India-Piloten sein. Sergio Perez und Esteban Ocon reihten sich direkt vor Hülkenberg ein, zwei Zehntel betrug der Unterschied. Fast zeitgleich mit Hülkenberg war zudem Fernando Alonso im McLaren unterwegs. Alles offen also im Mittelfeld.

Force India mit Qualifying-Vorteil?

Will Renault Platz sechs noch erreichen, muss sich der Blick aber nach vorne richten. Hülkenberg und Sainz sind dabei unterschiedlicher Meinung, wie stark der Mercedes-Motor Force India im Qualifying einen Vorteil verschafft. "Ich denke, auf eine Runde könnten wir hinter Force India sein aufgrund des Motorenmodus. Auf den langen Geraden hier kann das ein Vorteil sein", glaubt Sainz.

Hülkenberg bezweifelt dagegen die Existenz dieses Qualifying-Schubs beim Kundenteam Force India. "Bei ihnen hatten wir das noch nicht gesehen. Ich glaube, das ist nur etwas für das Werksteam", meint der Emmericher.

Er sieht Renault im Qualifying sogar im Vorteil. "Normalerweise können wir im Qualifying noch etwas mehr rausholen als sie. Unser Auto macht größere Fortschritte, je besser die Strecke wird", erklärt er. Hülkenberg darf sich dabei sogar noch auf einen etwas frischeren Motor freuen. Sein Freitagsmotor wird vor dem dritten Training ersetzt.


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