Formel 1

Formel 1, Brasilien - Bottas hadert mit Niederlage gegen Vettel

Valtteri Bottas musste sich beim Formel 1 GP in Brasilien Sebastian Vettel geschlagen geben. Der Mercedes-Pilot war nach der Niederlage zutiefst enttäuscht.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Valtteri Bottas hatte mit der Pole Position für den Grand Prix von Brasilien 2017 alle Trümpfe in der Hand, um Sebastian Vettel im Kampf um Platz zwei in der Formel-1-Weltmeisterschaft wichtige Punkte abzunehmen. Das Vorhaben des Mercedes-Fahrers scheiterte jedoch schon nach wenigen Metern. Angesichts der Aufholjagd von Lewis Hamilton blieb der Finne in Interlagos mit Platz zwei blass.

"Wir sind von der Pole gestartet, womit unser Ziel natürlich war, das Rennen zu gewinnen. Doch wir haben das Rennen am Start verloren. Es ist sehr enttäuschend", so Bottas, der die Führung gleich in der ersten Kurve an Vettel abgeben musste. "Das Problem war der Schlupf. Als ich die Kupplung kommen ließ, war die Traktion sofort weg. Ich hatte Wheelspin und kam deshalb schlecht weg."

Auf den ersten Metern sah es noch so aus, als ob Bottas in Turn 1 die Nase vorne haben würde. Der Mercedes-Pilot machte jedoch keine Anstalten, die Innenbahn zu verteidigen, wodurch sich Vettel auf der Bremse die Überholmöglichkeit bot. "Ich versuchte, innen dicht zu machen aber ehrlich gesagt konnte ich im Spiegel nur Kimi hinter mir sehen", erklärt Bottas.

"Ich sah Seb nirgends und konnte nur erahnen, dass er innen angeschossen kommen würde - und das tat er auch. Ich konnte nichts dagegen tun, er hatte einen besseren Start und war dann leider innen." Bottas gelang es danach jedoch, den Anschluss an den Ferrari-Mann zu halten und lag auch bei der Zieldurchfahrt lediglich zweieinhalb Sekunden hinter Vettel. "Ich versuchte Druck auf Sebastian zu machen, aber das führte leider zu nichts", so Bottas. "

Valtteri Bottas verfolgte Sebastian Vettel in Brasilien das gesamte Rennen über - Foto: Sutton

Mercedes scheitert mit dem Undercut für Bottas

Trotz ähnlicher Pace gelang es Bottas auf der Renndistanz von 71 Runden nicht, den entscheidenden Stich zu setzen. "Valtteri pushte während des Rennens auf jeder einzelnen Runde. Er blieb an Sebastian dran, kam aber auf einer Strecke, auf der das Überholen für Autos mit einer ähnlichen Performance schwierig ist, nicht nah genug heran, um die Führung zu übernehmen", so Silberpfeil-Teamchef Toto Wolff.

In Runde 27 versuchten die Mercedes-Strategen, Vettel mit einem Undercut zu überrumpeln. "Als ich einmal etwas näher dran war, entschieden wir uns für einen Boxenstopp, um einen Undercut zu versuchen", sagt Bottas, dem die kurze Runde in Interlagos allerdings nicht reichte, um vorbeizugehen.

"Der Undercut-Versuch funktionierte beinahe, aber schlussendlich fehlten uns ein paar Zehntel, um es zu schaffen", erklärt Andrew Shovlin, Trackside Engineering Director bei Mercedes. Bottas schaffte es durch den Undercut lediglich kurzzeitig ins DRS-Fenster, fiel danach jedoch wieder zurück. "Es war ziemlich eng, nachdem ich aus der Box kam, aber es war nicht genug für einen Überholversuch", so Bottas.

Top-10 Formel-1-Weltmeister: Schumacher, Hamilton, Vettel & Co.: (03:26 Min.)

Kampf um Platz zwei in der WM für Bottas fast verloren

Vor dem 19. Saisonrennen lag Bottas in der Gesamtwertung nur 15 Punkte hinter dem Zweitplatzierten Vettel. Mit einem Sieg hätte der 28-Jährige sich in eine gute Ausgangslage für das Finale gebracht, um dort noch aus eigener Kraft den doppelten Triumph für Mercedes in der Fahrer-WM perfekt zu machen. Umso bitterer trifft ihn die Niederlage.

"Mit einem guten Start wäre es möglich gewesen, die Führung zu behaupten. Die Pace unserer Autos war heute sehr ähnlich. Wäre ich als Erster aus Turn 1 gekommen, wäre es ein ganz anderes Rennen geworden. Aber hätte, wenn und aber..." hadert Bottas. "Nach der Pole war es eine große Enttäuschung und für meinen Kampf um Platz zwei in der WM war es auch nicht sonderlich gut", gibt Bottas zu Protokoll.

Vor dem Finale in Abu Dhabi liegt er nun 22 Punkte hinter dem Ferrari-Star. "Er hat jetzt einen ziemlich guten Vorsprung, also werden wir in Abu Dhabi ein Wunder brauchen", macht er sich keine allzu großen Hoffnungen mehr darauf, Vettel noch abzufangen.


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