Formel 1

Formel 1, Mexiko: Vettel nach WM-Niederlage am Boden zerstört

Sebastian Vettel ist nach der verlorenen Formel-1-Weltmeisterschaft am Boden zerstört. Lewis Hamilton war besser, gesteht der Ferrari-Pilot.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Untröstlich: Das trifft den Gemütszustand von Sebastian Vettel nach dem verlorenen Formel-1-Titel 2017 wohl am besten. Der Ferrari-Pilot kollidierte beim Mexiko GP in den Kurven zwei und drei mit Max Verstappen und Lewis Hamilton, beschädigte sich dabei seinen Frontflügel und musste nach der ersten Runde zum Nasenwechsel an die Box kommen. Nicht nur seine Siegchancen waren damit dahin, sondern auch das allerletzte Fünkchen Hoffnung auf die Formel-1-Weltmeisterschaft.

Während für den neutralen Beobachter die Weltmeisterschaft spätestens nach dem USA GP in Austin ohnehin schon entschieden war, glaubte Vettel offenbar bis zuletzt an seine Chance. Nicht anders ist seine Stimmung am Sonntagnachmittag zu erklären. "Der schlimmste Tag deiner Formel-1-Karriere?", wollte Motorsport-Magazin.com von ihm wissen. "Sicherlich kein Highlight", meinte der viermalige Weltmeister lediglich.

"Es war offensichtlich ein harter Tag. Auch wenn es schon zuvor nicht großartig ausgesehen hat, man glaub immer daran", liefert Vettel Einblicke in seine Gefühlswelt. Vettel, von Pole gestartet, hätte gewinnen müssen, um seine Chancen noch zu wahren. Doch seine Aufholjagd endete auf Platz vier.

Die Lage im Rennen war aussichtslos: Teamkollege Kimi Räikkönen lag 16 Sekunden vor Vettel, Valtteri Bottas auf Platz zwei weitere 34 Sekunden davor und auf Sieger Max Verstappen fehlten noch einmal 20 Sekunden. Doch Vettel gab nicht auf: "Bis zur letzten Runde habe ich an nichts anderes gedacht, ich habe alles gegeben. Ich habe gehofft, dass irgendwas passiert. Dann irgendwann wird man damit konfrontiert, dass es zu Ende ist."

Über das entscheidende Rennen wollte Vettel gar nicht mehr reden, auch die Kollision nach dem Start ließ Vettel unkommentiert. "Es ist irrelevant über heute zu sprechen. Lewis hat die heute die Weltmeisterschaft gewonnen und das ist das, was meiner Meinung nach in den Zeitungen stehen sollte. Jetzt, heute und die nächste Woche. Das ist größer als alles, was passiert ist. Er hat es verdient, er hatte die bessere Saison, er war insgesamt der bessere Mann."

Lewis Hamilton wird in Mexiko Formel 1 Weltmeister 2017: (00:50 Min.)

Vettel: Hamilton im fairen Kampf der Bessere

Noch während der TV-Interviews zeigte Vettel Größe und gratulierte seinem Kontrahenten Lewis Hamilton zu dessen vierten Formel-1-Weltmeisterschaft. Doch hatte der Brite nur das bessere Auto? Vettel gibt sich in der Stunde der Niederlage auch hier sportlich: "Ich mag solche Aussagen nicht. Wir hatten einen fairen Kampf, wir hatten beide sehr gute Autos. Ich will seine Leistung nicht mit irgendeinem Zitat schmälern. Er verdient den Titel jedes Bisschen. Er ist zwei Rennen vor Ende der Saison Weltmeister, es war ein fairer Kampf und er war der bessere Mann."

Einen Schlüsselmoment in der Weltmeisterschaft wollte Vettel nicht ausmachen, obwohl offensichtlich der Asien-Trip nach dem Europa-Abschluss der Wendepunkt war. In Singapur kollidierte er in Kurve eins mit Teamkollege Kimi Räikkönen und Max Verstappen, während Lewis Hamilton siegte. In Malaysia kostete ihn ein Technik-Defekt das Qualifying und in Japan beendete eine defekte Zündkerze alle Hoffnungen - während Hamilton erneut siegte.

"Am Ende sind es 20 Rennen, 18 davon hatten wir. Die Punkte werden zusammengezählt und es waren nicht genug. Ich bin kein Fan davon, mit dem Finger auf ein Rennen zu zeigen. Klar habe ich zwei Rennen nicht beendet, die Lewis gewonnen hat, aber das ändert jetzt nichts", so Vettel.


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