Formel 1

Formel 1, Mexiko 2017: Valtteri Bottas schlägt Lewis Hamilton

Fällt beim Mexiko Grand Prix die WM-Entscheidung 2017? Mercedes gab im 1. Training die Pace vor. Red Bull und Ferrari als Verfolger.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 startete am Freitag beim Großen Preis von Mexiko in das drittletzte Rennwochenende der Saison 2017. Dabei könnte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton im Rennen am Sonntag (live im TV um 20:00 Uhr bei RTL, Sky Sport HD und im ORF sowie im Motorsport-Magazin.com Live-Ticker) auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez seinen vierten WM-Titelgewinn klarmachen. Selbst bei einem Sieg seines WM-Rivalen Sebastian Vettel im Ferrari müsste der Brite nur Fünfter werden, um sich die Fahrer-Weltmeisterschaft zu sichern. Am Freitag war es jedoch Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas, der den Ton angab.

Valtteri Bottas stiehlt Hamilton und Vettel die Show

Die Platzierungen: Mit einer Zeit von 1:17.824 Minuten erzielte Valtteri Bottas die schnellste Rundenzeit des Vormittags. Der Finne unterbot als einziger Fahrer die 1:18er Marke und war knapp eine halbe Sekunde schneller als sein Silberpfeil-Teamkollege Lewis Hamilton. Der WM-Spitzenreiter belegte Platz zwei vor dem Red-Bull-Duo Max Verstappen und Daniel Ricciardo. Beide hatten knapp sechs Zehntel Rückstand auf die Bottas-Zeit.

Die beiden Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen waren erst auf den Plätzen fünf und sechs zu finden. Dabei blieb der Deutsche 0,762 Sekunden hinter der Spitzenzeit zurück, sein finnischer Teamkollege hatte 1,1 Sekunden Rückstand auf Landsmann Bottas. Die Top-10 rundeten Lokalamtador Sergio Perez, Fernando Alonso, Felipe Massa und Nico Hülkenberg ab. Pascal Wehrlein erzielte im Sauber Platz 14.

Die Zwischenfälle: Ausgerechnet Brendon Hartley, der in Mexiko erst sein zweites F1-Wochenende bestreitet, löste die erste Gelbphase aus. Der Toro-Rosso-Rookie blieb in Kurve vier stehen, nachdem sein Motor einfach ausgegangen war. Um das Auto zu bergen, verhängte die Rennleitung eine virtuelle Safety Car Phase. Auch für den zweiten Toro Rosso-Fahrer lief es nicht perfekt: Testfahrer Sean Gelael, der Pierre Gasly im 1. Training ersetzte, drehte sich in Kurve sechs, konnte aber weiterfahren.

Wenig später drehte sich an der gleichen Stelle auch Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. Auch er konnte weiterfahren. So viel Glück hatte ein weiterer Freitagstestfahrer nicht: Alfonso Celis crashte in Kurve 16 mit dem Einsatzauto von Stammfahrer Esteban Ocon. Dabei beschädigte er das Heck des Autos samt Heckflügel. Um den Force India zu bergen, wurde die Session zwischenzeitlich unterbrochen.

McLaren-Honda: Power Unit-Probleme für Stoffel Vandoorne

Die Strafen: Wie zu Beginn jedes Grand Prix-Wochenendes gibt es auch in Mexiko natürlich wieder Strafversetzungen für den Einsatz neuer Power-Unit-Komponenten. Vor dem 1. Freien Training waren bekannt: Fernando Alonso (+20), Stoffel Vandoorne (+35) und Pierre Gasly (+5). Vandoorne erlebte dann eine böse Überraschung: Das Team vermutete ein mögliches Problem mit seiner Power Unit, weshalb es die Einheit vorsichtshalber wechselt. Eine zusätzliche Strafe hat er deswegen nicht zu erwarten. Er kam nicht über drei Runden hinaus.

Unterdessen entschuldigte sich Max Verstappen öffentlich für seine Wortwahl am vergangenen Sonntag in Austin, als er einen der Rennkommissare nach seiner 5-Sekunden-Strafe, die ihn Platz drei kostete, als Idioten beschimpfte.

F1-Fiesta auf über 2.000 Metern Höhe!

Die Strecke: Mit einer Lage von 2.200 Metern über dem Meeresspiegel ist das Autódromo Hermanos Rodríguez die höchstgelegene Strecke im Formel-1-Rennkalender. Diese Höhenlage hat direkten Einfluss auf die Performance des Autos. Durch die geringere Luftdichte produziert der Motor weniger Leistung, weshalb der Turbo härter arbeiten muss, um das Defizit wettzumachen.

Gleichzeitig müssen die Teams die Karosserie öffnen, um größere Kühlöffnungen zu installieren. Zudem führt die dünne Höhenluft (20% weniger dichte als auf Höhe des Meeresspiegels) dazu, dass die Autos mit Monaco- respektive Singapur-Downforce-Paketen antreten. Entsprechend kommt es auf guten Abtrieb an. Gleichzeitig erreichen die Autos aber Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 370 km/h. Eine F1-Fiesta auf über 2.000 Metern Höhe!


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