Formel 1

Formel 1 USA 2017: Red Bull tobt nach Verstappen-Strafe

Unfassbare Szenen nach dem Formel-1-Rennen in den USA: Max Verstappen erhält eine Strafe und fliegt vom Podium. Red Bull tobt - kann aber nichts machen.
von Christian Menath & Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Trauriges Ende für den Rennsport beim USA GP 2017 in Austin: Nachdem Max Verstappen seine fabulöse Aufholjagd mit einem spektakulären Überholmanöver an Kimi Räikkönen krönte und sich somit in der letzten Runde noch auf Platz drei kämpfte, erhielt der Red-Bull-Pilot eine Strafe. Fünf Sekunden wurden auf seine Rennzeit addiert, wodurch er Platz drei wieder an Räikkönen verlor.

Verstappen wird vorgeworfen, Räikkönen nicht auf der Rennstrecke überholt zu haben. Der Niederländer fuhr mit seinem Formel-1-Boliden in der langgezogenen Rechtskurve zwei Kurven vor Start und Ziel innen auf dem Kerb, hatte beim Überholvorgang alle vier Reifen neben der Begrenzung. Laut Stewards hat er sich damit einen Vorteil verschafft.

Unmittelbar vor der Podiumszeremonie freute sich Verstappen noch über seinen dritten Platz, tauschte sich noch freudig mit Sebastian Vettel aus. Bis dann plötzlich die FIA und Kimi Räikkönen in den Raum kamen und Verstappen rausschmissen.

Wutentbrannt rannte Verstappen wortlos zurück in die Red Bull Hospitality. Fast zeitgleich machte sich Teamchef Christian Horner zusammen mit Team Manager Jonathan Weatley auf den Weg zur Race Control. Einspruch konnte Red Bull nicht einlegen. "Sie sagen, die Strafe ist wie eine Fünf-Sekunden-Strafe während eines Rennens", so Horner zu Motorsport-Magazin.com. "Das ist eine dumme Regel!"

Nur wenig später kam Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko aus der Garage. "Die machen den Sport kaputt", sagte er Motorsport-Magazin.com. "Unfassbar, man braucht dazu eigentlich keinen Kommentar abgeben. Solche Leute gehören gar nicht... ach, das will ich gar nicht sagen."

Selbst die starke Leistung des Teams bei der Strategie und Verstappens Aufholjagd konnten Marko ob der Strafe nicht mehr milde stimmen. "Das Rennen war gut, ach ich will gar nicht mehr reden", so Marko, der daraufhin in Red Bulls Katakomben verschwand.

"Es war ein großartiges Rennen mit Max, mein Auto war sehr gut, aber ich musste am Ende Benzin sparen, deshalb musste ich etwas zurücknehmen", sagte Kimi Räikkönen lediglich zur strittigen Szene.

Sein Landsmann Mika Salo, der beim Rennen in Austin als Fahrer-Steward fungierte und dessen Input bei der Entscheidung der Rennleitung ebenfalls eine Rolle spielte, war gegenüber Motorsport-Magazin.com nicht zu einem Kommentar bereit. Anders Ferrari, die entgegen der sonst so spärlichen Informationspolitik zumindest ein kurzes Statement abgaben.

Teamchef Maurizio Arrivabene hielt sich dennoch bedeckt, als Motorsport-Magazin.com ihn auf die Szene ansprach. "Das ist doch klar, oder etwa nicht?", so der Italiener. Bei der Konkurrenz von Mercedes schlug man sich hingegen auf die Seite von Red Bull. Zumindest Silberpfeil-Aufsichtsrat Niki Lauda hatte eine klare Meinung zur Entscheidung der Rennleitung.

"Hier ist überhaupt nichts passiert. Kimi fährt außen, Verstappen weicht nach innen aus - logisch, wo soll er auch sonst hin? Ein normales Überholmanöver und wenn man ihn dafür bestraft, dass er 30 Zentimeter über diese rote Fläche fährt, ist das eine Sauerei", so der Österreicher gegenüber Sky. "Wenn es gefährlich wird, haben wir letztes Jahr beschlossen, soll die Rennleitung einschreiten. Aber dieses Überholmanöver war ganz normal."

Lauda befürwortet dementsprechend auch den Protest der Teamführung von Red Bull: "Wir müssen meiner Meinung nach schnellstmöglich mit Charlie Whiting reden und sagen, dass das für den Sport falsch ist. Er ist ein super Rennen gefahren und steht nicht auf dem Podium - und keiner weiß, warum. Blöder kann man es nicht machen. Einen Fahrer vom Podest zurückzuholen, kann man der Außenwelt nicht verkaufen. Jeder, der es im Fernsehen sieht, greift sich an den Kopf."


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