Formel 1

Formel 1: Ferrari Teamchef feuern? Jetzt spricht der Präsident

Ferrari schmiss den Formel-1-Titel 2017 bei drei Asien-Rennen weg. Muss Teamchef Arrivabene deshlab gehen? Jetzt spricht Präsident Marchionne.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Beim USA GP in Austin könnte Lewis Hamilton schon drei Rennen vor Ende der Saison 2017 Formel-1-Weltmeister werden. Dabei sah es lange nach einem engen Zweikampf zwischen Ferrari und Mercedes, zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton aus. Doch Vettel holte in den drei Asien-Rennen nur zwölf Punkte, während Hamilton im gleichen Zeitraum 68 Zähler holte.

In Singapur beendete eine Startkollision Vettels Rennen früh, in Malaysia gab es Motorprobleme im Qualifying, in Japan musste Vettel das Rennen nach wenigen Runden wegen einer defekten Zündkerze beenden. Viele sahen Teamchef Maurizio Arrivabene ob der andauernden Probleme schon angezählt.

In Austin zeigte sich erstmals seit dem Italien GP wieder Präsident Sergio Marchionne im Fahrerlager. Der Italo-Kanadier stärkte Rennleiter Arrivabene den Rücken: "Ich bin technisch nicht involviert, ich bin Präsident, aber das [Arrivabene entlassen] löst das Problem nicht. Man kann keinen einzelnen Schuldigen ausmachen, die Prozesse haben nicht geholfen und diese Dinge muss man angehen."

"Es war eine Ansammlung der unglücklichsten Ereignisse", schildert Marchionne und stellt klar: "Mit Ausnahme der technischen Probleme, die wir hatten." Technik ist für den Manager kein Pech, sondern Missmanagement. "Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Fehler wiederholt werden, ist hoffentlich sehr gering."

Ferrari stärkt nach Defekten Formel-1-Qualitäts-Kontrolle

Bei den technischen Problemen handelte es sich um Defekte an Teilen von Drittherstellern. In Japan versagte eine Zündkerze, die vom japanischen Hersteller NGK kommt. "Defekte von sehr billigen Teilen haben das Auto gestoppt", schimpft Marchionne. In Malaysia war ein defekt am Karbonschlauch zwischen Verdichter und Ansaugtrakt das Problem. Auch dieses Teil kam von einem Zulieferer.

Ferrari wartete nicht lange, zog aus den Problemen sofort Konsequenzen. "Wir haben eine einzige Änderung in der Organisation vorgenommen", bestätigt Marchionne. Ferrari beorderte die Spanierin Maria Mendoza vom Mutterkonzern Fiat Chrysler zum Formel-1-Rennstall. "Der Rest dreht sich darum, wie wir damit umgehen. Ich glaube nicht, dass wir Änderungen machen müssen, das Team weiß, wie man gewinnt und wie man es macht - man muss ihm nur den Raum dazu geben."


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