Formel 1

Suzuka: Alonso kassiert Strafe, ideales Szenario für Vandoorne

Fernando Alonso schafft beim Formel-1-Rennen in Japan den Einzug in Q3, muss aber von ganz hinten starten. Stoffel Vandoorne ist einer der Profiteure.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Zum dritten und letzten Mal seit 2015 ist der Japan GP in Suzuka das Heimspiel von McLaren-Honda, bevor sich die Wege der beiden Firmen am Saisonende trennen. Und ausgerechnet an jenem Ort, an dem Fernando Alonso sich einst öffentlichkeitswirksam über seinen "GP2-Motor" im Heck beschwerte, setzte es für den Spanier die nächsten Strafen.

Am Samstagmorgen musste die Power Unit am Boliden des Spaniers getauscht werden, insgesamt kassierte er dadurch 35 Plätze Strafe und nimmt den Japan GP damit von der letzten Startposition aus in Angriff. Im Qualifying wenig später zeigte er dennoch vollen Einsatz und schaffte sogar den Einzug in Q3, nachdem er ausgerechnet seinen Teamkollegen Stoffel Vandoorne wenige Sekunden vor Ende des zweiten Abschnitts noch verdrängte.

"Wir wollten ein normales Qualifying zeigen, für die Fans hier, für die vielen Honda-Unterstützer. Ich denke, das haben wir geschafft", sagte Alonso. Die Strecke in Suzuka befindet sich in Honda-Besitz, entsprechend groß ist die Unterstützung für den Konzern. Im Rennen weiß Alonso aber, dass es schwierig wird, Akzente zu setzen. "Das Rennen wird deutlich komplexer. Wir versuchen unser Bestes, vielleicht schaffen wir es nah an die Punkte", blickt er voraus.

Suzuka der schlimmste Ort für Strafen

Dabei sei Suzuka einer der schlimmsten Orte, um ganz hinten zu starten, nicht nur wegen der besonderen Bedeutung des Rennens für Honda. "Punkte sind hier schon bei einem normalen Wochenende schwierig für uns, wir sind hier nicht super konkurrenzfähig. Aber als Letzte zu starten, ist so ziemlich das Schlimmste, was passieren kann", stellt er klar. "Es gibt viele schnelle Kurven, man kann den Autos vor einem nicht so nah folgen. Es wird also ein hartes Rennen, aber wir versuchen das Maximum", kündigt er an.

Der Motorwechsel an sich kam für Alonso völlig unerwartet, habe die Power Unit doch noch keine lange Lebenszeit hinter sich gehabt. "Wir sind nur ein paar Sessions und das Rennen in Malaysia damit gefahren. In Singapur war es in Kurve eins ja schon vorbei. Leider mussten wir jetzt wechseln, hoffentlich war es das dann für diese Saison", so der zweimalige Weltmeister.

Stoffel Vandoorne rückt auf Startplatz neun nach vorne - Foto: Sutton

Alonso, der gerade in jüngerer Vergangenheit nicht an Kritik gegenüber Honda sparte, findet auf den letzten Metern der Zusammenarbeit trotz der erneuten Probleme dann aber doch noch so etwas wie versöhnliche Worte. "Der Motor hat sich in den drei Jahren verbessert", sagte der Spanier. "Leider ist er immer noch etwas hinten dran. Die Resultate sind nicht die, die man sich erhoffte, daher haben sich McLaren und Honda entschieden, sich zu trennen. Aber der Job, den jeder gemacht hat, ist außergewöhnlich", drückt er sich lobend aus.

Vandoorne freut sich über 'ideales Szenario'

Sein Teamkollege Stoffel Vandoorne, der bereits in den vergangenen beiden Rennen die Punkte für McLaren einfuhr und zweimal in Folge mit Rang sieben glänzte, besitzt für das Rennen erneut eine gute Ausgangsposition. Zwar wurde er von Alonso knapp geschlagen, weshalb er den Einzug in Q3 als Elfter verpasste. Das störe ihn aber nicht, im Gegenteil. "Das ist das ideale Szenario für mich, weil es bedeutet, dass ich morgen auf einem neuen Reifensatz starten kann", erklärt der Belgier.

Durch die Strafversetzungen gegen Alonso und auch gegen Kimi Räikkönen, der wegen eines Getriebewechsels fünf Plätze nach hinten muss, rückt Vandoorne zudem von Startplatz elf auf neun auf. "Ich denke, wir können aus unserer Position mitkämpfen. Es ist das erste Rennen, bei dem es etwas schwierig wird, sich zwischen einem Boxenstopp und zweien zu entscheiden", wirft er die Strategiekarte in den Ring. "Ich denke, wir sind gut darin, unsere Reifen zu managen und zu wissen, wie weit man sie strapazieren kann. Davon müssen wir profitieren", fordert er.


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