Formel 1 - Großbritannien: 7 Schlüsselfaktoren in Silverstone

Hamilton auf dem Weg zum Heimsieg?

In Silverstone steht das zehnte Saisonrennen der Formel 1 auf dem Programm. Die Schlüsselfaktoren zum Großbritannien GP.
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1. S - wie Startaufstellung

Lewis Hamilton nimmt sein Heimrennen von der Pole Position in Angriff. Zum fünften Mal, womit Hamilton den Rekord an Poles beim Großbritannien GP von Jim Clark egalisiert hat. Hamilton hält nun insgesamt bei 67 Qualifying-Bestzeiten, sodass ihm nur noch eine fehlt, um zu Michael Schumacher aufzuschließen, der den Allzeit-Rekord innehat.

Hamilton startet vor Räikkönen und Vettel - Foto: Sutton

Gemeinsam mit Hamilton aus der ersten Reihe startet Kimi Räikkönen, der etwas überraschend seinen Teamkollegen Sebastian Vettel schlug. Vettel teilt sich die zweite Reihe mit Max Verstappen, der von einer Strafe für Valtteri Bottas profitierte. Andernfalls wäre es dem Red-Bull-Piloten nicht gelungen, einen Silberpfeil hinter sich zu lassen.

Nico Hülkenberg geht vom starken fünften Platz ins Rennen, gefolgt vom Force-India-Duo Sergio Perez und Esteban Ocon. Dahinter kommt Stoffel Vandoorne, der erstmals seinen McLaren-Stallgefährten Fernando Alonso schlug. Bottas findet sich schließlich auf Platz zehn wieder, und komplettiert werden die Top-10 von Romain Grosjean.

2. S - wie Strafen

Der bereits angesprochene Bottas fuhr im Qualifying eigentlich die viertbeste Zeit, allerdings musste Mercedes beim Blitzstarter von Österreich einen Getriebewechsel vornehmen, was eine Rückversetzung um fünf Positionen nach sich zieht.

Ricciardo startet aus der letzten Reihe - Foto: Sutton

Daniel Ricciardo musste ebenfalls das Getriebe wechseln. Weil der Red-Bull-Pilot aber auch einen Motorschaden verzeichnete, rutscht er ohnehin fast ans Ende des Feldes zurück. Ganz hinten steht Fernando Alonso, der wieder einmal einen großflächigen Tausch von Power-Unit-Teilen über sich ergehen lassen musste und dafür ein Zusatzgewicht von 30 Plätzen aufgebrummt bekam.

3. S - wie Start

Der Weg bis zur ersten Kurve ist in Silverstone ziemlich kurz, nur rund 300 Meter liegen zwischen der Pole Position sowie Abbey, einem schnellen Rechtsknick. Danach geht es durch den weiten Farm-Bogen in den engen Arena-Komplex.

Eine gute Reaktionszeit am Start ist deshalb umso wichtiger, da beim kurzen Sprint bis zur ersten Kurve kaum Boden gutgemacht werden kann. "Ich habe nichts zu verlieren. In jedem Grand Prix ergeben sich Möglichkeiten, ich bin bereit, sie zu ergreifen", gibt sich Kimi Räikkönen vor dem Erlöschen der Ampeln angriffslustig.

Streckendaten
Länge: 5,891 km
Runden: 52
GP-Distanz: 306.33 km
Rundenrekord: 1:33:401 (WEB, 2013)
Kurven: 18 (8 links, 10 rechts)
Weg bis Kurve 1: 296,3 m
Länge Boxengasse: 376,4 m
Zeit in Box bei 80 km/h: 16,9 s

4. S - wie Strecke

Der Silverstone Ciruit gespickt von Kurvenkombinationen, die den Fahrern alles abverlangen. Schon kurz nach Start-Ziel folgt die erste Kombination aus gleich fünf Kurven, die die Piloten in einem Rhythmus durchfahren müssen. Erst nach der Arena bietet sich die erste Verschnaufpause, bevor es gleich zur nächsten Kurvenkombination Brooklands/Luffield/Woodcote geht.

Nach der Copse geht es in die schnellste Kurvenkombination der Saison. Von Maggots über Beckets bis zur Chapel müssen die Fahrer jeden Lastwechsel perfekt treffen und das bei über 200 km/h. "Man muss ein spezielles Training absolvieren, um sich auf die zusätzlichen Kräfte in Silverstone vorzubereiten", erklärte Nico Hülkenberg.

Nach der Hangar-Straight folgt die Stowe-Kurve die auch ihre Tücken mit sich bringt. "Man will früh aufs Gas, aber die Kurve zieht mehr zu als man denkt", beschreibt Romain Grosjean den letzten Streckenteil. "Danach geht es in die letzte Schikane, wo es sehr wellig ist. Nach einem starken Bremsmanöver gibt man noch einmal Gas und fährt in einer Kurve zu Start/Ziel."

Das Layout des Silverstone Circuit - Foto: Motorsport-Magazin.com

5. S - wie Strategie

In Silverstone kommen die Medium-, Soft- und Supersoft-Reifen zum Einsatz. Aufgrund des geringen Reifenverschleißes könnte es wie schon mehrfach in dieser Saison auf ein Einstopp-Rennen hinauslaufen, Pirelli schließt aber auch zwei Stopps nicht kategorisch aus. "Die Boxenstoppstrategie wird zwischen ein und zwei Stopps schwanken, abhängig davon, wie stark die Supersofts abbauen", sagt Mario Isola.

6. S - wie Setup

Mit Vollgas durch die Kurven - Foto: Sutton

In Silverstone gibt es sowohl Hochgeschwindigkeitsabschnitte als auch langsame Passagen, weshalb da Finden der richtigen Balance bei der Autoabstimmung besonders wichtig ist. Maggotts, Becketts und Chapel lassen sich aufgrund der verbesserten Aerodynamik allerdings mit mehr Tempo durchfahren als in der Vergangenheit.

Wenig Freude hat man damit bei Red Bull, da aufgrund dessen das leidige Motordefizit auch in den Kurven schlagend wird. "Wir gewinnen Hundertstel in gewissen Kurven und verlieren Zehntel auf den Geraden", erklärt Dr. Helmut Marko bei Motorsport-Magazin.com. "Wenn jeder Vollgas fährt, ist es erst recht wieder der Motor, der entscheidend ist."

7. S - wie Sonntagswetter

Eine seriöse Wetterprognose für England ist schwierig, denn regnen kann es auf der Insel fast immer. Die Vorhersage für Silverstone verspricht ähnliche Bedingungen wie am Samstag, der Himmel kann also immer wieder seine Schleusen öffnen, wann genau Schauer auftreten, ist jedoch nur schwierig zu prophezeien. Gut möglich, dass es wie vor einer Woche in Österreich während des Rennens trocken bleibt und sich die Wolken erst nach dem Fallen der Zielflagge entleeren.

Der Silverstone Circuit bei typisch britischem Wetter - Foto: Sutton

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