Formel 1 - Kubica: Simulator-Test mit 2017er Renault

Robert war immer schon ein Beißer

Renault erprobt weiter fleißig die Formel-1-Tauglichkeit Robert Kubicas. Den aktuellen Boliden der Franzosen hat er zumindest virtuell schon bewegt.
von

Motorsport-Magazin.com - Die Gerüchte um eine mögliche Formel-1-Rückkehr von Robert Kubica mit Renault nehmen immer weiter an Fahrt auf. Beinahe wöchentlich äußern sich Team und Pilot zu etwaigen Fortschritten und Tests. Selbst im Monat Juli, in dem die Königsklasse drei Rennwochenenden abhält, ist der Pole immer noch eines der großen Themen in der Formel 1- denn Kubicas Testprogramm mit den Franzosen schreitet offenbar auch dieser Tage weiter voran. Renaults Managing Director Cyril Abiteboul will ein Comeback nicht ausschließen.

Gegenüber Sky Italien erklärte Kubica, zuletzt den 2017er Boliden von Renault im Simulator in Enstone getestet zu haben. "Ich durfte das Auto in der diesjährigen Konfiguration testen. Der Tag verlief ziemlich gut. Ich will nicht in die Details gehen, aber ich hatte die Möglichkeit und war ziemlich zufrieden, genauso wie das Team", sagte der Pole, der seine Chancen auf ein F1-Comeback zuletzt auf 80 bis 90 Prozent bezifferte. "Wenn es passiert, wäre ich sehr glücklich. Aber ich muss einfach einen kühlen Kopf bewahren."

Ich durfte das Auto in der diesjährigen Konfiguration testen. Der Tag verlief ziemlich gut.
Robert Kubica

Der erste Formel-1-Test seit seinem verheerenden Rallye-Unfall 2011 hat bei Kubica nicht nur die Lust, sondern auch den Glauben an eine Rückkehr in die Königsklasse befeuert. "Der Schritt, den ich in Valencia gemacht habe, war riesig. Aber jetzt muss es Schritt für Schritt weitergehen. Ich hoffe, ich kann meinem Traum ein Stück näher kommen. Das werde ich nicht leugnen", so Kubica, der seinen zweiten Test mit einem 2012er Boliden an diesem Mittwoch in Paul Ricard abhielt und erneut ein positives Fazit zog: "Ich habe nach den beiden Testtagen keine Zweifel mehr an meinen Fähigkeiten."

Der Test sollte laut Abiteboul aber noch nicht zur direkten Vorbereitung auf einen Formel-1-Einsatz abzielen. "Dass er testet hat einzig und alleine den Hintergrund, besser einschätzen zu können, wozu er in der Lage ist und wozu nicht", so der Franzose, der weiß, welch große Wellen ein Comeback Kubicas schlagen würde. "Unter diesen besonderen Umständen müssen wir die Emotionen aus dem Spiel lassen. Wir würden es alle lieben, wenn es passiert, aber wir müssen einen pragmatischen Ansatz finden", mahnt er zur Vorsicht.

Kämpft Kubica bald wieder in der Formel 1 um WM-Punkte? - Foto: Sutton

Hülkenberg von zweitem Kubica-Test überrascht

Gerüchten, das Kubica möglicherweise den offiziellen Test nach dem Ungarn GP für Renault fahren konnte, erteilte Abiteboul eine Absage: "Wir müssen da aufpassen, das liegt in unserer Verantwortung." Renaults Stammpilot Nico Hülkenberg zeigte sich vor dem Rennwochenende in Silverstone hingegen überrascht, dass Kubica nach seiner langen Abstinenz urplötzlich wieder so dick im Geschäft zu sein scheint. "Das kam so aus dem Nichts. Es war immer relativ ruhig um ihn, und dann gab es diesen Test", so der 28-Jährige.

Wer weiß, wenn die nächsten Schritte positiv ausfallen, könnte er durchaus wieder in einem F1-Auto landen.
Cyril Abiteboul

Gleichzeitig bestätigte er allerdings auch die Eindrücke, die Kubica und das Team selbst bisher öffentlich machten. "Weil der Test so gut lief, gab es jetzt einen zweiten. Da bin ich schon etwas überrascht, denn ich glaube nicht, dass das von langer Hand geplant war", fügt Hülkenberg an, der in Kubica als Stallgefährten durchaus eine Bereicherung für sein Team sehen würde: "Robert war immer ein Kämpfer und ein Beißer. Das spricht absolut für ihn." Sollten die weiteren Tests ebenfalls für Kubica sprechen, will auch Abiteboul eine Rückkehr nicht ausschließen. "Wer weiß, wenn die nächsten Schritte positiv ausfallen, könnte er durchaus wieder in einem F1-Auto landen", so der Renault-Mann.

Beim ersten Test in Valencia hatten Beobachter zu Protokoll gegeben, dass Kubicas Pace der von Sergey Sirotkin, der an diesem Tag ebenfalls mit dem Auto testete, überlegen war. Der Russe bestätigte dies gegenüber Autosport ohne Umschweife. "Wenn wir nur von den Rundenzeiten sprechen, ist das die Wahrheit", so Sirotkin, der allerdings auch betonte, dass die Voraussetzungen nicht für beide Piloten identisch waren: "Wir haben unterschiedliche Programme abgespult und waren zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf der Strecke."


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter