Formel 1

Ferrari-Chef äußert sich in Kanada zu Teamorder-Vorwurf

Die Teamorder-Debatte begleitet Ferrari bis nach Kanada. Jetzt spricht Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene über die Nummer-1-Spekulationen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Teamorder oder keine Teamorder? Nummer 1? Nummer 2? Was sich bei Ferrari zuletzt in Monaco abspielte, war natürlich auch jetzt in Kanada eines der großen Themen. Angeheizt durch Lewis Hamiltons Vermutungen, Ferrari habe sich schon auf eine Nummer 1 festgelegt, machten zahlreiche Spekulationen die Runde im Fahrerlager.

Nach den Trainings in Montreal äußerte sich Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene zur aktuellen Lage. Die Geschichten rund um eine mögliche Teamorder haben ihn amüsiert. "Ich habe ein bisschen gelacht, als ich die Kommentare gehört habe", sagte er am Freitagabend. "Das war nicht die Realität, es gibt kein Problem zwischen den Fahrern."

Dann kommen die Verhaltensregeln

Kategorisch ausschließen wollte Arrivabene eine Stallorder nicht in Maranello - allerdings erst, wenn die Verhältnisse im Kampf um die Weltmeisterschaft eindeutig sind. Also das gleiche Spiel wie beim großen Gegner Mercedes - es wird frei gefahren, bis einer der Piloten keine Chance mehr auf den Titel hat. Dann muss er seinen Teamkollegen unterstützen.

Arrivabene versicherte also, dass Sebastian Vettel auf gar keinen Fall die Nummer 1 bei Ferrari sei. "Ich habe immer gesagt, dass wir im Team nicht so eine Situation haben", bekräftigte er in Kanada. "Wir alle geben unser Bestes für die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Und in der Fahrer-Meisterschaft können sie frei handeln, bis die Zahlen eindeutig in die eine oder andere Richtung gehen. Erst dann wenden wir unsere Verhaltensregeln an."

Ferrari bleibt angesichts der Teamorder-Debatte entspannt - Foto: Sutton

Vettel: Teamorder macht jetzt keinen Sinn

Das sei in Monaco nicht der Fall gewesen - und das werde auch jetzt in Kanada nicht passieren, sagte Arrivabene. Die Formel-1-Saison 2016 ist erst 6 Rennen alt, 14 sind noch zu fahren. Zwar hat Vettel aktuell 62 Punkte Vorsprung auf Teamkollege Räikkönen, doch zuletzt zeigte sich der Finne wiedererstarkt. Ob sich das Blatt in den kommenden Europa-Rennen zugunsten Räikkönens wendet, der für 2018 noch keinen Vertrag hat?

"Zu diesem Zeitpunkt des Jahres macht das keinen Sinn, weil noch so viele Rennen zu fahren sind", sagte Vettel mit Blick auf eine mögliche Teamorder. "Wir verschwenden keine Energie darauf, was die Leute denken, das wir tun. Wir geben unser Bestes und haben eine eindeutige Politik."

Sollte Vettel weiter davonziehen und Räikkönen hinter sich lassen, hätte dieser kein Problem damit, den viermaligen Weltmeister im Duell mit Lewis Hamilton zu unterstützen. Zwar war Räikkönen alles andere als glücklich nach dem verlorenen Monaco-Sieg, er habe sich aber weder über Vettel noch über das Team geärgert. Kimi: "Ich habe damit keine Probleme. Wir kämpfen solange wir können und wenn wir dann etwas anderes machen müssen, dann ist es in Ordnung."


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