Formel 1

2. Training in Monaco: Ferraris Vettel kontert Hamiltons Rekord - Stroll crasht

Starker Konter von Ferrari im 2. Training in Monaco. Nach Hamilton-Rundenrekord im FP1 schlägt Vettel im FP2 mit Macht zurück. Dahinter faustdicke Überraschung.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Was für eine Antwort von Ferrari und Sebastian Vettel! Nachdem Lewis Hamilton im ersten Training zum Monaco GP 2017 mit einem neuen Rundenrekord Mercedes die Bestzeit gesichert hatte, konterte die Scuderia am Nachmittag mit voller Kraft. Mit einer 1:12.270 Minuten unterbot Vettel die Bestmarke seines britischen Rivalen vom Vormittag um mehr als eine Sekunde und distanzierte seinen schärfsten Verfolger im FP2, Daniel Ricciardo, um fast fünf Zehntel.

Mercedes kam am Nachmittag auf eine schnelle Runde dagegen gar nicht in Fahrt, stattdessen überraschte Toro Rosso mit einer sensationellen Pace. Noch dazu die ersten Monaco-Crashes des Jahres - allen voran durch Williams-Rookie Lance Stroll.

Die Platzierungen: Gleich drei Mal wurde der neue, jetzt also wieder alte, Monaco-Rundenrekord von Lewis Hamilton (1:13.429 Minuten) im FP2 noch einmal unterboten. Zunächst setzte Toro Rossos Daniil Kvyat eine Duftmarke (1:13.331 Minuten), ehe ihn Daniel Ricciardo vom Schwersterteam Red Bull ablöste (1:13.280 Minuten). Sebastian Vettel kam bereits auf dem Supersoft nahe heran an diese Marke (+0,293 Sek.), unterbot sie aber auf dem Ultrasoft schließlich um Längen (1:12.759 Minuten).

Wir hoffen, dass der Abstand zu Ferrari nicht echt ist.
Valtteri Bottas

Hinter Vettel und Ricciardo klassierte sich Kimi Räikkönen (+0,563 Sek.) im zweiten Ferrari vor dem sensationell starken Toro-Rosso-Duo Kvyat (+0,611 Sek.)und Carlos Sainz (+0,680 Sek.). Mit fast acht Zehnteln Rückstand auf Vettel komplettierte Max Verstappen die Top-6. Den Mercedes von Lewis Hamilton (P8) und Valtteri Bottas (P10) fehlte mehr als eine Sekunde. "Unsere Änderungen zwischen FP1 und FP2 sind in die falsche Richtung gegangen. Wir hoffen, dass der Abstand zu Ferrari nicht echt ist", sagte Bottas.

Nico Hülkenberg beendete das Training nach den Problemen am Vormittag vor Teamkollege Jolyon Palmer auf Rang 17, Pascal Wehrlein dagegen musste sich als Letzter seinem Sauber-Teamkollegen Marcus Ericsson um eine Winzigkeit von vier Tausendsteln beugen.

Die Zwischenfälle: Für den ersten richtigen Mauerkontakt in Monaco 2017 sorgte nach neun Minuten im zweiten Training Esteban Ocon. Der Franzose rutschte kurz vor Sennas 1988er 'Verhängnis-Kurve' Portier in die Leitplanken, konnte den Force India aber aus eigener Kraft zurück in die Boxengasse schleppen.

Wenig später rollte Jolyon Palmer mit rauchendem Renault-Heck an selber Stelle aus - kein Crash also diesmal, sondern ein technisches Problem. Für den nächsten Zwischenfall zeichnete Marcus Ericsson verantwortlich. Der Schwede ließ den Sauber am Casino mit dem linken Hinterreifen an die Leitplanke titschen. Ansonsten zunächst nur einige harmlose Ausrutscher in die dünn gesähten Auslaufzonen, insbesondere in der Hafenschikane.

Gut eine halbe Stunde vor Sessionende dann der erste richtige Monaco-Unfall des Jahres: Rookie Lance Stroll crashte seinen Williams in Massenet vor dem Casino in die Leitplanken. Die Session musste zunächst per VSC eingebremst, dann vollständig unterbrochen werden.

Die Technik: Erleichterung bei Renault und Sauber: Marcus Ericsson (Getriebe) und Nico Hülkenberg (Batterie) konnten nach Problemen im ersten Training und nahezu keiner Fahrzeit im FP2 sofort wieder angreifen. Dafür verzögerte sich der Trainingsbeginn bei Sebastian Vettel durch ein Hydraulik-Problem am Ferrari-Aggregat um gut 20 Minuten.

Lance Stroll zerlegt seinen Williams in Monaco ordentlich - Foto: Motorsport-Magazin.com

Das Wetter: Wie schon am Vormittag erneut fürstliches Wetter in Monaco. Angenehme 22 Grad Celsius Außentemperatur erwärmten das 3,3 km lange Asphaltband auf rund 40 Grad Celsius, dazu nur leichte Bewölkung und so gut wie kein Wind.

Die Analyse: Hui, was für eine Vorstellung von Ferrari! Ganz, ganz starker Konter der Scuderia - zumindest auf eine schnelle Runde. Hat Mercedes nicht gepokert - wofür das Minenspiel in der Silberpfeil-Garage nicht gerade spricht - wirkt sich der extrem lange Radstand in Monaco offenbar doch ziemlich negativ aus. Denn auch Red Bull und - wow! - Toro Rosso fuhren Mercedes um die Ohren. Im Longrun könnte es anders aussehen. Könnte - auch hier sah der Ferrari extrem stark und konstant aus. Wie stark genau lesen Sie in Kürze in einer ausführlichen Longrun-Analyse auf Motorsport-Magazin.com!

Top-10 Monaco Crashes: (01:16 Min.)


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