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Formel 1 - Doch noch Hoffnung für Manor? Start in Australien?

Kommerzielle Verträge erlauben drei Rennen Pause

Manor ist pleite, die Lichter in Banbury sind schon aus. Doch es keimt noch ein Fünkchen Hoffnung - das Auto könnte bis Australien fertig sein.
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Motorsport-Magazin.com - Es ist ruhig geworden um das pleitegegangene Manor Team. Der Rennstall verlor wegen Felipe Nasrs neuntem Platz beim Brasilien GP Platz zehn in der Konstrukteursweltmeisterschaft und damit zig Millionen Dollar Preisgeld. Manor schlitterte in die Insolvenz, ein Käufer konnte nicht gefunden werden. Trotzdem besteht noch ein Funken Hoffnung, wie Motorsport-Magazin.com erfuhr.

Noch immer laufen Gespräche mit möglichen Käufern, die Manor noch in dieser Saison an den Start bringen wollen. Doch die Zeit läuft gegen das Team. Die Fabrik in Banbury ist noch immer geschlossen. Insider glauben zwar, dass sich sogar noch bis zum Saisonstart ein regelkonformes Auto bauen lässt, allerdings muss dann jetzt alles sehr schnell gehen.

Drei Rennen dürfen ausgelassen werden

Die sinnvollere Variante wäre, erst später in die Saison einzusteigen. Das würden die potentiellen Käufer auch gerne, allerdings ist das nicht so ohne weiteres möglich. Auf kommerzieller Seite gibt es eine Hürde - das ist klar. Das Team darf nicht mehr als drei Rennen verpassen, sonst sind alle Preisgelder futsch. Insofern ist der Russland GP die allerletzte Möglichkeit. Danach macht ein Investment überhaupt keinen Sinn.

Tritt Manor spätestens in Russland nicht an, ist alles vorbei - Foto: Sutton

Allerdings gibt es auch noch eine zweite Hürde, denn ohne weiteres kann Manor nicht einfach Rennen auslassen. Die Verträge mit dem sportlichen Ausrichter, der FIA, die schließlich die Startlizenz erteilt, schreiben vor, dass das Team an allen Rennen teilnimmt. Die Frage ist: Was passiert, wenn nicht? Es ist keine spezifische Strafe vorgesehen für den Fall, dass ein Team Rennen auslässt. Droht vielleicht sogar der Lizenz-Entzug? Das würde einen Start zu späterem Zeitpunkt unmöglich machen.

Einsatz des Vorjahresfahrzeuges ausgeschlossen

Eine Lösung, dass Manor mit dem letztjährigen Auto antritt - wie teilweise kolportiert wurde -, ist Unfug. Erstens würde der Rennstall gnadenlos hinterherfahren, zweitens wäre dafür die Zustimmung von allen Teams nötig. Und die würden bei einem zusätzlichen Team Geld verlieren.

Die Chance, dass Manor doch noch überlebt, ist klein, aber sie existiert (noch). Die Zeit läuft den potentiellen Käufern von Tag zu Tag davon. Für ein nachhaltigeres Projekt, wäre ein Einstieg zu einem späteren Zeitpunkt besser - doch die Regeln könnten das verhindern.


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