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Formel 1

Max Verstappen beim Belgien GP im Kreuzfeuer - Niki Lauda: Fall für Psychatrie!

Max Verstappen sorgt in Belgien erneut mit ungestümen und überharten Aktionen für Aufregung. Wir haben alle Reaktionen:
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Erneut Mega-Aufregung um Max Verstappen. Statt eines traumhaften Heimrennens fährt der Youngster beim Belgien GP jedoch zweifelhafte und erneut hart umstrittene Manöver auf der Strecke. Erst ist er Mitverursacher einer Startkollision mit den Ferrari-Piloten in Kurve eins, dann wechselt er erneut beim Verteidigen gegen Kimi Räikkönen mehrfach die Position. Eine Strafe gibt es (noch) nicht - dafür steht der Pilot von Red Bull jetzt im Kreuzfeuer der Kritik. Wir haben die Reaktionen zusammen getragen:

Niki Lauda bei RTL zum Start: "Verstappen macht ein unartiges Manöver nach dem Start und schiebt den Kimi hinaus. Vollkommener Wahnsinn! Der gehört zurück in die Schule. Das ist vollkommen falsch. So kann man nicht Formel 1 fahren und Rennen gewinnen."

Niki Lauda bei RTL zum Spurwechseln: "Das geht überhaupt nicht. Du kannst nicht dauernd Spur wechseln. Irgendwann sagt der Kimi dann, jetzt fahr ich ihm hinten drauf. Er hat geschimpft wie ein Rohrspatz - vollkommen zu Recht. Ein junger Mann, der ein Jahrhunderttalent ist, muss seinen Kopf einschalten und darf andere nicht gefährden."

Der gehört in die Psychatrie. Man muss es einmal sagen. Wenn er jetzt wieder sagt, der Kimi ist Schuld: der kann überhaupt nichts dafür!
Niki Lauda

Niki Lauda bei RTL zu Verstappens Uneinsichtigkeit: "Der gehört in die Psychatrie. Man muss es einmal sagen. Wenn er jetzt wieder sagt, der Kimi ist Schuld: der kann überhaupt nichts dafür! Die Rennfahrer sind Profis, die sich nicht unnötig gefährden. Er hat überhaupt keine Einsicht, dass er da etwas falsch gemacht hat. Ich werde mit dem Jos reden, den kenn ich ja gut, dass er mit dem Burschen noch einmal redet. Er ist zu aggressiv gegen die anderen und dumm weil er nicht nach vorn kommt. Das kann nicht sein, dass er kein Hirn mehr hat, weil so viele Holländer hier sind. Hirn muss ein Rennfahrer immer haben. Weil irgendwie müssen alle miteinander halbwegs fair umgehen und er ist nicht mehr fair. Er kann überall zeigen wie stark er ist, er lässt sich auf jeden Zweikampf ein, aber was er die letzten Rennen schon geboten hat, heute mit dem kompletten Eklat. Irgendwann muss er sich selbst sagen: etwas langsamer fahren, nicht mehr diese Spurwechsel und alles. Das muss er schnell verstehen, weil sonst werden ihm die anderen Fahrer irgendwann mal was pfeifen und dasgleiche mit ihm machen. Dann wird er blöd schauen, denn dann gehts richtig los."

Kimi Räikkönen am Funk: "Muss ich ihn wieder vorbeilassen? Denn sein einziges Interesse liegt ja nur daran, mich von der Strecke zu drängen!"

Kimi Räikkönen am Funk: "Come on! Das ist verdammt nochmal lächerlich, er bewegt sich, wenn ich ausgeschert bin!"

Auf den Rest der Fahrer kann man sich verlassen, aber auf den nicht.
Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen zu den Spurwechseln: "Ich muss bei Vollgas bremsen und habe meinen Move gemacht, also ist das nicht korrekt, was er da vor mir macht. Aber die FIA meint ja, das ist ok. Hartes Racing ist okay, aber wenn sowas passiert ... Auf den Rest der Fahrer kann man sich verlassen, aber auf den nicht. Aber die FIA sieht das vielleicht anders."

RTL-Experte Christian Danner zu den Spurwechseln: "Das ist unfair. Das ist lebensgefährlich. Dafür gehört er ein Rennen gesperrt."

Max Verstappen zum Start: "Ich bin Innen, Kimi hat mir keinen Platz gelassen und dann hat Sebastian auch noch eingelenkt, also war dann kein Platz mehr. Ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe nicht zu viel gewollt, weil ich niemanden blockiert habe."

Es ist mir egal. Es war ein bisschen Wut im Bauch.
Max Verstappen

Max Verstappen zu Kritik an den Spurwechseln: "Es ist mir egal. Er (Kimi) hat ja schon vorher in der ersten Kurve mein Rennen beendet. Es ist mir egal. Es war ein bisschen Wut im Bauch. Ich war am Limit, aber es war kein Problem, nicht gefährlich - es ist ja nichts passiert."

Helmut Marko im Interview mit Motorsport-Magazin.com zum Start: Verstappen war ja innen und Räikkönen hatte außen keinen Platz, weil Vettel reingezogen ist. Es ist auf keinen Fall Verstappens Schuld. Er ist kein Kind von Traurigkeit, der fährt nicht einfach weg wenn Herr Vettel oder Herr Räikkönen da kommen. Ich vergleiche das mit dem jungen Michael Schumacher: Ayrton Senna hat auch einen riesen Aufstand gemacht, weil der nicht sofort Platz gemacht hat. Aber das wird sich beruhigen und Verstappen wird seinen Weg gehen.

Helmut Marko im Interview mit Motorsport-Magazin.com zum Spurwechsel: Nein (da gibt es kein Problem), sonst hätte ja die FIA eingegriffen. Wir sehen das ja auch! Wir spulen da sofort zurück und schauen uns das noch einmal an, aber da gab es für uns überhaupt keinen Grund! Es wurde ja noch nicht einmal untersucht. Die ganze Sache wird einfach nur aufgeschaukelt.

Christian Horner bei RTL zum Start: "Der Start hatte mit Max nichts zu tun. Er wollte innen durch, aber das Problem war, dass Seb von Außen reingestochen ist und da kein Platz mehr war. Der arme Kimi war da in der Mitte wie die Wurst im Sandwich. Wenn er Innen bei Kimi vorbei war, dann hätte er durchziehen können. Das Problem war, dass sich alles so eng zusammengeschoben hat von Außen."

Der fährt brutal.
Toto Wolff

Christian Horner bei RTL zu Spurwechseln: "Es war nicht in der Bremszone, es war ein spätes Rüberziehen. Der Move war an der Grenze, aber ich denke ist okay. Wenn es ein Problem gewesen wäre, hätten die Stewards was gesagt. Er ist ein junger Mann, der lernt noch."

Toto Wolff zu Motorsport-Magazin.com: MAXimum Attack! Er ist für mich ein Refresher. Ein junger Kerl, den ich sehr mag. Er kommt hier rein, keine Angst, kein Respekt. Er fährt die Ellenbogen aus und er erinnert mich an die Großen wie Lewis und Ayrton Senna. Du kannst klar sehen, dass ein paar Leute jetzt anfangen zwei Mal zu überlegen, wie sie ihn überholen sollen. Bis jetzt beweist alles, dass er auf dem richtigen Weg ist. Die FIA hat es nicht bestraft. Das einzige ist, dass er in manchen Fahrerbriefings eine harte Zeit hat und in der nächsten Zeit eine noch härtere Zeit haben wird. Ich befürchte nur, dass alles irgendwann heftig in der Mauer endet. Es ist erfrischend, aber es ist gefährlich.

Sebastian Vettel zu Spurwechseln: "Ich würde sagen, es war ziemlich an der Grenze mit Max. Wenn man bei 340 am Ende der Gerade anfängt auf der Bremse rumzuzacken, dann ist es nicht unbedingt schön, wenn man dahinter ist. Das geht nur so lange gut, wie der andere mitspielt. Ich glaube es wissen alle Bescheid, dass er da sehr aggressiv ist. Es ist schon angesprochen worden, aber wir müssen das vielleicht nochmal ansprechen."


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