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Formel 1

McLaren im Nacken - Toro Rosso in Großbritannien: Kein Lichtblick

Silverstone wird in der schwarzen Serie von Toro Rosso wohl keinen Lichtblick darstellen. Dafür stehen die Vorzeichen zu schlecht.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Nach einer schwarzen Serie in Aserbaidschan und Österreich kommt Toro Rosso nach Silverstone. Die Strecke meinte es in den vergangenen Jahren nicht gut mit dem Red-Bull-Schwesterteam und es spürt in der Herstellerwertung den Atem McLarens im Nacken. Keine guten Vorzeichen für das zehnte Rennwochenende der Saison 2016.

Das letzte Rennen: Schwarzes Wochenende in Spielberg

Platz acht für Carlos Sainz Junior war in Spielberg ein kleines Trostpflaster nach einem für Toro Rosso desaströsen Wochenende. Im Qualifying am Samstag hatte das Team einen Totalschaden zu verkraften. Daniil Kvyat flog mit Aufhängungsbruch ab, der Bolide nahm dabei erheblichen Schaden. Kaum war Q1 wieder freigegeben, verabschiedete sich der Ferrari-Motor in Sainz' Heck. Immerhin konnte er von Startplatz 15 ins Rennen gehen. Kvyat musste nach den umfassenden Reparaturen aus der Boxengasse starten und bereits in der zweiten Runde mit einem Mechanikproblem aufgeben.

Die Erwartungen: Hoffen auf die 10 Prozent

Kvyat macht seit seiner Degradierung zu Toro Rosso eine schwere Zeit durch. Drei Mal schied er in den fünf Rennen für seinen neuen und alten Arbeitgeber bereits aus. Der ehemalige Red-Bull-Pilot gibt sich vor dem Großbritannien Grand Prix jedoch kämpferisch. "In solchen Augenblicken denke ich immer daran, was mir jemand mal gesagt hat: Ein Rennfahrer zu sein ist zu 90 Prozent hart, aber die übrigen 10 Prozent sind so gut, dass es das wert ist. Hoffen wir, dass die 10 Prozent in Silverstone zurück sind", meinte er. "Wir werden definitiv hart arbeiten, damit es klappt."

Ein Rennfahrer zu sein ist zu 90 Prozent hart.
Daniil Kvyat

Sainz sieht vor allem für die Samstage Nachholbedarf, denn mit einer besseren Startposition sollten auch mehr Punkte drin sein. "Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen können und freue mich auf das Rennen in Silverstone - zusammen mit Spa meine Lieblingsstrecke -, wo wir weiter pushen werden!"

Die Statistik: Toro Rosso beim Großbritannien GP

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Toro Rosso - - - - 8 -
Carlos Sainz - - - - - -
Daniil Kvyat - - - - 10 -

Toro Rosso in Silverstone: Bislang war der Traditions-Grand-Prix kein gutes Pflaster für Toro Rosso. Die Geschichte ist geprägt von Drehern und Kollisionen. Im vergangenen Jahr schieden beide Piloten aus. Zuletzt sammelte Daniil Kvyat 2014 mit Platz neun Punkte.

Carlos Sainz in Silverstone: Bei seinem Silverstone-Debüt schnupperte der von Platz acht gestartete Sainz an den Punkten, ehe sich sein Toro Rosso schlicht abschaltete und er damit ausschied.

Daniil Kvyat in Silverstone: Der Russe fuhr sowohl in Diensten von Toro Rosso als auch von Red Bull in Silverstone in die Punkte. Bei seinem Debüt im Jahr 2014 erreichte er Platz neun, im vergangenen Jahr kam er auf Rang sechs ins Ziel.

Die Prognose: Trüb wie das Wetter

  • Silverstone war in der Vergangenheit kein gutes Pflaster
  • Momentan ist einfach der Wurm drin - von technischen Defekten bis Unfällen
  • McLaren pirscht sich in der Herstellerwertung heran

Motorsport-Magazin.com meint: McLaren hat in Spielberg doppelt so viele Punkte eingefahren wie Toro Rosso und sich damit bis auf vier Punkte herangeschoben. Bei Toro Rosso läuft es derzeit alles andere als rund, vom Doppelausfall in Baku bis zum Totalschaden im Spielberg-Quali. Dass diese schwarze Serie ausgerechnet in Silverstone endet, auf einer Strecke, die in der Vergangenheit kein gutes Pflaster war, ist unwahrscheinlich. (Annika Kläsener)


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