24 Punkte Rückstand, aber am Sonntag fünf Positionen Vorsprung auf den größten WM-Konkurrenten. Lewis Hamilton kann am Samstagabend in Spielberg zufrieden ins Bett gehen. Was sein Teamkollege macht - oder auch nicht macht - ist für den dreifachen Weltmeister aktuell ohnehin nicht relevant. "Um ehrlich zu sein, konzentriere ich mich nicht darauf, sondern auf meinen eigenen Job. Ich denke an meinen Start und das ist es, was ich aktuell im Kopf habe: Ich will den besten Start im Feld haben", gibt Hamilton unmissverständlich zu verstehen.

Ob seine Verfolger aufholen oder zurückfallen, steht für den Mercedes-Piloten an zweiter Stelle. "Das Wichtigste ist, dass ich meinen Job mache. Es gibt keinen Grund zu hoffen oder zu wünschen, dass jemand anders etwas anderes macht. Ich will gewinnen. Und deshalb sind 100 Prozent meiner Energie und meines Denkprozesses darauf gerichtet."

Hamilton hat kein Auge für die Konkurrenz

Ohnehin hat sich der Weltmeister nach dem Qualifying nicht damit beschäftigt, wer seine direkten Konkurrenten sind. Abgesehen von Startplatz sechs, auf dem Teamkollege Rosberg am Sonntag stehen wird, hat sich Hamilton nicht mit der Startaufstellung befasst. "Ich habe keine Ahnung, wer hinter mir, beziehungsweise vor Nico steht. Ich weiß nur, dass Jenson Button irgendwo in meiner direkten Umgebung ist", gab der Weltmeister ehrlich zu.

Lewis Hamilton fokussiert sich nur auf sich -
Lewis Hamilton fokussiert sich nur auf sich -Foto: Sutton

Eines weiß Hamilton aber genau: einfach wird es sein Teamkollege nicht haben, zu ihm an die Spitze zu kommen. "Diese Strecke ist zum Überholen gar nicht so leicht wie man denkt. Ich weiß nicht wie viele Manöver es vergangenes Jahr gab, aber das gleiche Auto mit gleichem Speed zu überholen, ist nicht so einfach", erklärte Hamilton, zum Downforce-Kurs Red Bull Ring. Selbst die Konkurrenz von Red Bull, die früher auf den Geraden Probleme hatte, zählt Hamilton zur starken Konkurrenz. Sie haben seiner Meinung nach deutlich an Speed zugelegt.

Gleichzeitig weiß der Mercedes-Pilot um die Stärken seines Teamkollegen auf der Strecke in Spielberg. In den vergangenen beiden Jahren holte sich jeweils der Deutsche den Sieg, Hamilton musste sich mit Rang zwei zufriedengeben. "Er ist sehr, sehr schnell hier. Es fühlt sich so an, als wäre es einer seiner stärksten Kurse - und gleichzeitig einer meiner schwächsten. Dennoch stehe ich auf Pole und bin super happy damit."

Balance gefunden

Die angesprochenen Schwächen des Weltmeisters auf dem 4,326 km langen Kurs kamen vor allem am Freitag zum Vorschein. Hamilton gab selbst zu, dass er zu kämpfen hatte und nicht schnell genug war - trotz zwei zweiten Plätzen in den Freien Trainings. Ganz anders am Samstag, als Hamilton in allen Qualifying-Sessions die Bestzeiten herausholte. "Heute kamen die Zeiten und ich habe viele Verbesserungen gemacht, was mein Fahren angeht. Das hat Spaß gemacht, denn es ist schön, wenn man seine gesetzten Ziele erreicht", gestand Hamilton.

Sein Ziel, das Rennen zum ersten Mal in seiner Karriere zu gewinnen, hängt auch von der Reifenwahl ab. Während einige Konkurrenten in Q2 ihre schnellsten Runden auf den superweichen Reifen setzten und entsprechend mit diesen Pneus ins Rennen starten müssen, wählte Mercedes die ultraweiche Mischung. "Es sollte morgen kühler sein und das könnte das Pendel bezüglich der Reifenentfaltung in eine andere Richtung ausschlagen lassen", blieb Hamilton gelassen. "Es gibt auch viele Dinge, die ich an meinem Fahrstil morgen ändern kann, damit die Reifen länger halten. Ich werde versuchen, das morgen zu gebrauchen." Zudem könne im Moment noch niemand sagen, wie lange die superweiche Mischung letztlich halten würde. Und eine Tatsache lässt Hamilton noch ruhiger schlafen: "Letztlich ist mein Hauptkonkurrent Nico und er ist auf den gleichen Reifen wie ich."