Formel 1 / Interview

Norbert Haug: Keine Geheimtests, aber Shakedowns & Aerotests

Im Gespräch mit adrivo.com analysiert Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug den Saisonstart und gibt Aufschluss über die silbernen Geheimnisse.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Herr Haug, haben sich die neuen Regeln nach vier Rennen bewährt?

Norbert Haug: Die Formel 1 ist 2005 gut aufgestellt und hat dem Zuschauer viel zu bieten, wie gerade die letzten beiden Rennen in Bahrain und Imola gezeigt haben. Zuletzt lagen beim Qualifikationstraining in Imola sieben Fahrer aus sieben Ländern mit sieben verschiedenen Konstruktionen auf den ersten sieben Plätzen. Die Reifenregelung funktioniert bisher problemlos, das Qualifying-Format ist steigerungsfähig, die Regelung, dass Motoren bei zwei Rennen eingesetzt werden müssen, bringt keinen Zugewinn für den Zuschauer.

McLaren ist derzeit klar im Aufwind und Kimi wäre ohne seinen Ausfall auch in Imola vorne dabei gewesen. Wie sehen Sie derzeit das Kräfteverhältnis?

Norbert Haug: Kimi hatte die beste Siegchance von allen, das zeigen auch Alexander Wurz´ Zeiten. Aber um zu siegen, muss man ins Ziel fahren und das tat Kimi nicht, weil eine Antriebswelle kaputt ging. Wir können uns weiter steigern, aber die Konkurrenz sicherlich auch. Ich bin sicher, dass unsere Entwicklung in die richtige Richtung führt.

Was können wir in Barcelona von McLaren und den neuen Teilen erwarten?

Norbert Haug: Im Vorfeld von Grand Prix´ wird stets viel gemunkelt von neuen Teilen und Ausbaustufen. Ich halte es für besser, erst zu fahren, am besten zu gewinnen, und dann zu erörtern, was den Fortschritt gebracht hat. Die meisten Teams entwickeln laufend weiter und bringen meist von Rennen zu Rennen Verbesserungen.

Wie um Juan Pablos Unfall gab es zuletzt wildeste Spekulationen um Geheimtests mancher britischer Teams auf dem Elvington Flugplatz, wo angeblich McLaren nächste Woche testen soll. Können Sie diese Geschichten aus der Welt räumen?

Norbert Haug: Bei McLaren-Mercedes gibt es keine Geheimtests, es gibt Aerodynamikversuche, die nicht immer auf einer permanenten Rennstrecke stattfinden müssen und neben den Tests so genannte "shake downs" für die das gleich gilt. Was Juan Pablo Montoya betrifft: Sicher wird er bei seiner Rückkehr den Medien zur Verfügung stehen und Aufklärung verschaffen, was die Wahrheit ist und was Gerüchte sind.

Würden Sie zustimmen, dass wir bislang einen höchst spannenden Saisonstart erlebt haben und wird sich diese Spannung auch in den noch ausstehenden Rennen fortsetzen?

Norbert Haug: Ja, da stimme ich zu.


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