Formel 1

Neustart auf schlechtem Pflaster - Force India in China: Bahrain-Schmach ausmerzen

Force India reist mit einem katastrophalen Resultat aus Bahrain nach China. Doch der Kurs in Shanghai zählt alles andere als zu den besten Strecken des Teams.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Horrorszenario für Force India in Bahrain: Nach einem absolut soliden Saisonstart in Australien blieb das Team in der Wüste punktlos. Dabei spielte jedoch nicht nur die eigene Leistung eine Rolle, sondern mindestens genauso die unglücklichen Ereignisse in den ersten beiden Runden. Doch damit nicht genug: Red Bull, Williams und selbst Toro Rosso scheinen bisher eine Kragenweite zu groß für Force India. Beim China GP gilt es daher, das Ruder schnell herumzureißen, will man in der WM-Wertung in diesem Jahr nicht erneut früh einem Rückstand hinterherfahren.

Das letzte Rennen: Rote Laterne

Debakel in der Wüste für Force India. Beim vergangenen Grand Prix in Bahrain war das indisch-britische Team der schlechteste Rennstall im Feld. Noch von einem respektablen achten Platz gestartet kam Nico Hülkenberg gerade einmal als 15. ins Ziel. Teamkollege Sergio Perez sah die schwarz-weiß karierte Flagge sogar nur als 16. Beide klagten über extremen Reifenverschleiß und waren noch dazu in Kollisionen verwickelt. Damit riss für Force India nach zehn Rennen eine starke Punktserie.

Einmal um den Shanghai International Circuit mit Hülkenberg: (01:58 Min.)

Die Neuerungen: Zehren vom Bahrain-Upgrade

Nachdem Force India in Bahrain mit einer neuen Vorderachse aufgewartet hatte, sind diesmal im Vorfeld des Rennwochenendes keine deutlichen Weiterentwicklungen auf der Agenda. Zumindest ist bislang nichts dergleichen bekannt geworden. Sergio Perez setzt daher voll darauf, dass sich die letzten Neuerungen dieses Mal auch in ein gutes Ergebnis ummünzen lassen. "Wir haben in Bahrain mit den Upgrades einen guten Schritt gemacht, gehen also auf jeden Fall in die richtige Richtung", sagt der Mexikaner.

Die Erwartungen: Hoch!

"Meine Erwartungen für dieses Wochenende sind hoch", bringt es Nico Hülkenberg auf den Punkt. Nach der Enttäuschung von Bahrain hofft der Deutsche schlichtweg auf ein sauberes Rennen in China. "Wir haben auf jeden Fall eine gute Pace im Auto, was unser Einzug in Q3 in Bahrain bewiesen hat", sagt Hülkenberg. Dort gab es allerdings auch Probleme mit dem Reifenmanagment. Genau das ist nun in China jedoch erneut ein Schlüsselfaktor, wie Hülkenberg selbst erklärt: "Die Strecke ist berühmt für ihre endlose Kurve eins. Eine schwierige Kurve, weil es sehr leicht ist, zu aggressiv hineinzufahren und, weil sie deine Reifen regelrecht frisst."

Wir haben auf jeden Fall eine gute Pace im Auto, was unser Einzug in Q3 in Bahrain bewiesen hat.
Nico Hülkenberg

Dennoch macht sich der Emmericher deshalb keine allzu großen Sorgen. Der hohe Reifenverschleiß in der Wüste habe einen einfachen Grund gehabt. "Die erste Runde hat mein Rennen zerstört. Wir mussten danach ständig aufholen", beteuert Hülkenberg. Ähnlich sieht es Perez. "Die Pace war eigentlich da, um eine gute Anzahl Punkte zu machen", sagt Hülkenbergs Teamkollege.

China-Vorschau: Der härteste Bremspunkt: (00:35 Min.)

Den Mexikaner erwischte es 2016 bisher noch härter als Hülkenberg. Anders als der Deutsche weist Perez kein starkes Ergebnis in Melbourne auf. "Nach diesen zwei enttäuschenden Rennen möchte ich meine Saison in Shanghai jetzt ordentlich beginnen", sagt Perez. "Die Resultate in Australien und Bahrain hätte sehr viel besser sein können, aber die Dinge sind einfach nicht für mich gelaufen", hadert Perez mit dem Schicksal. Die Stimmung im Team sei allerdings weiter zuversichtlich, versichert der Mexikaner.

Wenn alles nach Plan läuft können wir locker in den Top-10 mithalten.
Vijay Mallya

Der Big Boss im Team springt ihm da natürlich gerne bei: "Es sieht so aus, als hätten wir unser wahres Potential in dieser Saison noch nicht gezeigt. Beide Rennen bislang wurden erheblich kompromittiert - entweder von eigenen Fehlern oder äußeren Umständen", sagt Vijay Mallya. Der Teambesitzer sieht seinen Rennstall durchaus stark aufgestellt. "Ich würde einfach gerne sehen, was wir in einem problemfreien Rennen erreichen können. Wenn alles nach Plan läuft können wir locker in den Top-10 mithalten", sagt er.

Die Statistik: Force India beim China GP

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Force India - - - - 14 -
Nico Hülkenberg - - - - 9 -
Sergio Perez - - - - 2 16

Force India: Shanghai Bilanz

Force India in Shanghai: Unglaublich, aber wahr: Force India holte 2013 zum allerersten Mal Punkte in China. Paul di Resta, der mittlerweile in der DTM unterwegs ist, brach als Achter die lange Negativserie. Im Jahr darauf sammelten Nico Hülkenberg und Sergio Perez als Sechster und Neunter Zähler, in der vergangenen Saison ging Force India hingegen wieder leer aus.

Nico Hülkenberg in Shanghai: Der Deutsche holte in China bislang zwei Mal Punkte. 2013 wurde Hülkenberg in Diensten von Sauber Zehnter, im Jahr darauf kam er für Force India als Sechster ins Ziel.

Sergio Perez in Shanghai: Der Mexikaner nahm aus China nur 2014 Zählbares mit, als er die Ziellinie als Neunter überquerte. Drei Mal reichte es für Perez hingegen knapp nicht für Punkte, sowohl 2011, 2012 als auch 2015 wurde er Elfter.

Die Prognose: Punkte sind drin

  • Force India bisher unter Wert geschlagen
  • Mercedes-Power hilft auf langer Geraden
  • Fehler verboten: Extrem Enges Mittelfeld
  • Schlechte China-Bilanz für Team & Fahrer

Motorsport-Magazin.com meint: Force India hat ähnlich wie weiter vorne Ferrari seine wahre Performance noch nicht offenbart. Zu sehr wurde das Team vom Pech geplagt, doch auch Eigenverschulden führte zur bisher mageren Punkteausbeute. Trotz der schlechten Bilanz in China kann es in Shanghai also fast nur besser werden. Stellt Force India die Fehler ab und erschießt jemand den Pechvogel sind Nico Hülkenberg und Sergio Perez durchaus Kandidaten für Punkte. Eine konkrete Einschätzung, wo genau sich Force India in der Hackordnung damit einsortieren würde, ist jedoch unmöglich. Dazu präsentiert sich das Mittelfeld 2016 viel zu eng gestaffelt. Red Bull, Williams, Haas, Toro Rosso und eben Force India - da entscheiden einzelne Zehntel. (Jonas Fehling)


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