Formel 1 / Historisches

2015er-Format kommt nicht zurück - Die Qualifikation im Wandel der Zeit

Im Laufe der Jahre hat die Formel 1 einige verschiedene Qualifikationsformate gesehen. Motorsport-Magazin.com beleuchtet die Details.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Wie in allen Motorsport-Arten muss auch in der Formel 1 die Startaufstellung gefunden werden. Doch auch dabei für Spannung zu sorgen ist nicht einfach und deshalb haben sich die Regelmacher mehrfach Änderungen ausgedacht. Von Einzelzeitfahren bis hin zu geteilten Sitzungen gab es einige Variationen. 2016 fanden die nächsten Änderungen statt. Motorsport-Magazin.com gibt einen Überblick.

In den ersten Jahren war die Qualifikation zu Rennen in der Königsklasse noch einfach. Die Piloten hatten eine gewisse Zeit und der schnellste Pilot durfte von der Pole Position starten. Kein Regelchaos, simples Racing. Die ersten Einschränkungen erfolgten in den 80er-Jahren, als sich teilweise bis zu 36 Fahrer um die Startpositionen bewarben. Vor der eigentlichen Qualifikation gab es noch eine Vorqualifikation.

1991 mussten sich die Fahrer sogar für die Qualifikation qualifizieren - Foto: Sutton

Bis Mitte der 90er gab es zeitweise sogar zwei Qualifikationssitzungen. Eine am Freitag und eine am Samstag. Auch hier gab es keine Benzinvorgaben. Von jedem Fahrer wurde die bessere Zeit genommen und für die Bestimmung der Startaufstellung genutzt. Die Vorteile eines solchen Systems liegen klar auf der Hand, denn die Fahrer konnten so oft sie wollten versuchen ihre Zeit zu verbessern. Für die Fans gab es also viel Action.

1996 wurde dann zu Gunsten einer weiteren Trainingssitzung auf eine einstündige Qualifikation verzichtet, sodass der Kampf um die Pole Position nur noch am Samstag stattfand. Dabei wurden die Fahrer auf 12 Runden beschränkt, sodass es oftmals zu langen Pausen ohne Action auf der Strecke kam. Immerhin gab es keine Benzinvorgaben und jeder Fahrer konnte sein Maximum zeigen. Bereits 2002 wurde dieses System wieder abgesetzt.

2003 wurde das Einzelzeitfahren eingeführt und die Fahrer hatten den Kurs für sich - Foto: Sutton

2003 wurde das Qualifikationssystem komplett umgekrempelt zu einem Einzelzeitfahren. Die Startreihenfolge ergab sich aus der umgekehrten Meisterschaftstabelle. Gleichzeitig mussten die Fahrer sich jedoch mit dem Startsprit für das Rennen qualifizieren, was die Rennen weniger Vorhersagbar machen sollte. Doch da sich Benzin enorm auf die Rundenzeiten auswirkt, fuhren die Spitzenteams alle mit ähnlichen Spritmengen. Spitzenzeiten am Limit waren dadurch allerdings auch nicht mehr möglich.

2004 wurde eine Vorqualifikation eingeführt, in der die Startreihenfolge für die Qualifikation bestimmt wurde. Da die Sessions kurz hintereinander am Samstag ausgetragen wurden, war das Wetter für die eigentliche Qualifikation relativ vorhersagbarer. Das führte zu absichtlichen Drehern, um eine bevorzugte Startposition zu bekommen.

2005 wurde es ganz verrückt. Am Samstag gab es eine echte Qualifikation mit wenig Benzin, in der wirklich um die Bestzeit gekämpft wurde. Doch am Sonntag folgte eine weitere Qualifikation mit Startsprit. Beide Zeiten wurden für die finale Startaufstellung addiert. Dieses Format war jedoch so unpopulär, dass es bereits nach sechs Rennen wieder verworfen wurde. Im zweiten Versuch wurde wieder nur ein Einzelzeitfahren mit Startsprit gefahren. Die Reihenfolge dabei war das umgedrehte letzte Rennergebnis.

2006 durften wieder alle Piloten gleichzeitig fahren - Foto: Sutton

2006 wurde die erste Version des heutigen dreigeteilten Qualifikationssystems eingeführt. Nach dem ersten und zweiten Abschnitt fiel jeweils ungefähr ein Viertel des Starterfeldes aus, bevor die Top-Ten anschließend um die Pole Position kämpfen durften. Im dritten Abschnitt mussten die Piloten jedoch bereits mit Rennsprit antreten. Doch auch dieses System war nicht allzu populär, da die Fahrer Benzin verbrennen konnten, welches sie für jede schnelle Runde wieder nachtanken durften.

2008 wurde die Qualifikation weiter optimiert. Im Q3 musste weiterhin mit Startsprit gefahren werden, allerdings durfte nicht mehr nachgetankt werden. Dadurch wurden weniger Runden gefahren und es ging eher darum zu analysieren, wer das meiste Gewicht dabei hat als wer auf der Pole steht.

2010 wurde das Nachtanken im Rennen verboten. Dementsprechend musste auch das Qualifikationsformat leicht angepasst werden. Im letzten Abschnitt wurde wieder mit wenig Benzin gefahren, sodass wieder ein echter Kampf um die Pole Position stattfand.

Seit 2010 ist der Qualifikationsmodus kaum verändert worden - Foto: Sutton

Seit 2011 müssen die Fahrer, die es in Q3 geschafft haben, mit dem Reifen im Rennen starten, mit denen sie ihre beste Zeit im Q2 gefahren sind. Einzige Ausnahme sind hierbei Reifensätze, die beschädigt wurden. Allerdings ist in dem Fall eine Genehmigung der FIA von nöten.

2016 fand die nächste "Revolution" statt. Die Qualifikation blieb weiterhin dreigeteilt, erhielt jedoch ein "Reise nach Jerusalem"-Element. Bei noch neun verbleibenden Minuten fiel der langsamste Fahrer aus, danach schied alle 90 Sekunden ein weiterer Pilot aus bis zum Ende der Session. Bei Ablauf der Zeit durften alle Runden zuende gefahren werden. Dieses System war so verwirrend, dass es bereits nach der ersten Austragung von Niki Lauda als "Griff ins Klo" bezeichnet wurde.

Wie in allen Motorsport-Arten muss auch in der Formel 1 die Startaufstellung gefunden werden. Doch auch dabei für Spannung zu sorgen ist nicht einfach und deshalb haben sich die Regelmacher mehrfach Änderungen ausgedacht. Von Einzelzeitfahren bis hin zu geteilten Sitzungen gab es einige Variationen. 2016 könnte die nächste Änderung stattfinden. Motorsport-Magazin.com gibt einen Überblick.

In den ersten Jahren war die Qualifikation zu Rennen in der Königsklasse noch einfach. Die Piloten hatten eine gewisse Zeit und der schnellste Pilot durfte von der Pole Position starten. Kein Regelchaos, simples Racing. Die ersten Einschränkungen erfolgten in den 80er-Jahren, als sich teilweise bis zu 36 Fahrer um die Startpositionen bewarben. Vor der eigentlichen Qualifikation gab es noch eine Vorqualifikation.

1991 mussten sich die Fahrer sogar für die Qualifikation qualifizieren - Foto: Sutton

Bis Mitte der 90er gab es zeitweise sogar zwei Qualifikationssitzungen. Eine am Freitag und eine am Samstag. Auch hier gab es keine Benzinvorgaben. Von jedem Fahrer wurde die bessere Zeit genommen und für die Bestimmung der Startaufstellung genutzt. Die Vorteile eines solchen Systems liegen klar auf der Hand, denn die Fahrer konnten so oft sie wollten versuchen ihre Zeit zu verbessern. Für die Fans gab es also viel Action.

1996 wurde dann zu Gunsten einer weiteren Trainingssitzung auf eine einstündige Qualifikation verzichtet, sodass der Kampf um die Pole Position nur noch am Samstag stattfand. Dabei wurden die Fahrer auf 12 Runden beschränkt, sodass es oftmals zu langen Pausen ohne Action auf der Strecke kam. Immerhin gab es keine Benzinvorgaben und jeder Fahrer konnte sein Maximum zeigen. Bereits 2002 wurde dieses System wieder abgesetzt.

2003 wurde das Einzelzeitfahren eingeführt und die Fahrer hatten den Kurs für sich - Foto: Sutton

2003 wurde das Qualifikationssystem komplett umgekrempelt zu einem Einzelzeitfahren. Die Startreihenfolge ergab sich aus der umgekehrten Meisterschaftstabelle. Gleichzeitig mussten die Fahrer sich jedoch mit dem Startsprit für das Rennen qualifizieren, was die Rennen weniger Vorhersagbar machen sollte. Doch da sich Benzin enorm auf die Rundenzeiten auswirkt, fuhren die Spitzenteams alle mit ähnlichen Spritmengen. Spitzenzeiten am Limit waren dadurch allerdings auch nicht mehr möglich.

2004 wurde eine Vorqualifikation eingeführt, in der die Startreihenfolge für die Qualifikation bestimmt wurde. Da die Sessions kurz hintereinander am Samstag ausgetragen wurden, war das Wetter für die eigentliche Qualifikation relativ vorhersagbarer. Das führte zu absichtlichen Drehern, um eine bevorzugte Startposition zu bekommen.

2005 wurde es ganz verrückt. Am Samstag gab es eine echte Qualifikation mit wenig Benzin, in der wirklich um die Bestzeit gekämpft wurde. Doch am Sonntag folgte eine weitere Qualifikation mit Startsprit. Beide Zeiten wurden für die finale Startaufstellung addiert. Dieses Format war jedoch so unpopulär, dass es bereits nach sechs Rennen wieder verworfen wurde. Im zweiten Versuch wurde wieder nur ein Einzelzeitfahren mit Startsprit gefahren. Die Reihenfolge dabei war das umgedrehte letzte Rennergebnis.

2006 durften wieder alle Piloten gleichzeitig fahren - Foto: Sutton

2006 wurde die erste Version des heutigen dreigeteilten Qualifikationssystems eingeführt. Nach dem ersten und zweiten Abschnitt fiel jeweils ungefähr ein Viertel des Starterfeldes aus, bevor die Top-Ten anschließend um die Pole Position kämpfen durften. Im dritten Abschnitt mussten die Piloten jedoch bereits mit Rennsprit antreten. Doch auch dieses System war nicht allzu populär, da die Fahrer Benzin verbrennen konnten, welches sie für jede schnelle Runde wieder nachtanken durften.

2008 wurde die Qualifikation weiter optimiert. Im Q3 musste weiterhin mit Startsprit gefahren werden, allerdings durfte nicht mehr nachgetankt werden. Dadurch wurden weniger Runden gefahren und es ging eher darum zu analysieren, wer das meiste Gewicht dabei hat als wer auf der Pole steht.

2010 wurde das Nachtanken im Rennen verboten. Dementsprechend musste auch das Qualifikationsformat leicht angepasst werden. Im letzten Abschnitt wurde wieder mit wenig Benzin gefahren, sodass wieder ein echter Kampf um die Pole Position stattfand.

Seit 2010 ist der Qualifikationsmodus kaum verändert worden - Foto: Sutton

Seit 2011 müssen die Fahrer, die es in Q3 geschafft haben, mit dem Reifen im Rennen starten, mit denen sie ihre beste Zeit im Q2 gefahren sind. Einzige Ausnahme sind hierbei Reifensätze, die beschädigt wurden. Allerdings ist in dem Fall eine Genehmigung der FIA von nöten.

2016 könnte die erste Revolution der Qualifikation seit 2006 werden. Dabei gab es zuletzt eigentlich kaum Kritik am bestehenden Format. Durch einen zusätzlichen Reifensatz im Q3, der 2014 eingeführt wurde, wurden auch wieder alle Teams motiviert, im finalen Abschnitt um die besten Positionen zu kämpfen, anstatt sich die Pneus für das Rennen aufzuheben.

Noch vor dem Rennen in Australien trafen sich die Teamchefs zur Diskussion und beschlossen die Rückkehr, doch die kam nicht. Stattdessen wurde die Qualifikation in Bahrain erneut zur Farce. Über zwei Minuten vor dem Ablauf der Zeit stand das Ergebnis fest und am Sonntag vor dem Bahrain GP kam es erneut zur Diskussion. Beschlossen wurde, dass es zum alten System nicht mehr zurückgeht. Stattdessen soll bereits für China ein neues System kommen.

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