Formel 1

Michael Schumacher, mein Wegbereiter - Pascal Wehrlein über Schumacher, Manor und die F1

Pascal Wehrlein ist Formel-1-Pilot. Der Manor-Fahrer stand nach der Bekanntgabe Rede und Antwort über die brennendsten Fragen.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Nur wenige Minuten nach der offiziellen Bekanntgabe folgte für Pascal Wehrlein der erste Medientermin als Formel-1-Faherer. Bei seinem ersten Besuch in der Manor-Fabrik musste Wehrlein das Kennenlernen mit dem Team für eine kurze Telefonkonferenz, an der auch Motorsport-Magazin.com teilnahm, unterbrechen. Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Pascal Wehrlein über...

... seinen ersten Formel-1-Vertrag: "Der Vertrag läuft über ein Jahr. Erfahren habe ich es vor ein paar Tagen. Heute bin ich zum ersten Mal hier in der Fabrik, anschließend habe ich noch Sitzprobe und muss die ganzen Leute kennenlernen. Ich bin mega happy, dass ich es in die Formel 1 geschafft habe! Damit geht für mich ein riesen Traum in Erfüllung. Auf der andere Seite wäre es auch schön gewesen, den DTM-Titel zu verteidigen. Aber mein großes Ziel war immer die Formel 1. Deshalb bin ich super froh, dass es dieses Jahr geklappt hat."

Man darf nicht vergessen, dass der Abstand letztes Jahr wirklich sehr, sehr groß war.
Wehrlein über Manor 2015

... seine Erwartungen an die Debüt-Saison: "Natürlich viel lernen, mit dem Team wachsen und hoffentlich dann Erfolge feiern. Letztes Jahr war der Abstand groß und man war weit hinten. Die Euphorie stimmt auf jeden Fall. Das, was ich bisher gesehen habe, stimmt einen optimistisch, aber man darf nicht vergessen, dass der Abstand letztes Jahr wirklich sehr, sehr groß war. Trotzdem glaube ich, dass das Team dieses Jahr einen riesigen Schritt machen wird. Wie groß der Schritt sein wird, das kann ich nicht sagen. Für mich ist Manor ein sehr gutes Team, um zu lernen und als Fahrer in der Formel 1 zu wachsen. Und wer weiß, was da möglich ist? "

... seine Startnummer in der Formel 1: "Ich werde mit der 94 starten. Diese Nummer hatte ich auch schon letztes Jahr in der DTM. Ganz einfach, weil ich 1994 geboren bin."

... seine Liebe zur Formel 1: "Das erste Mal hatte ich die Formel 1 mit vier oder fünf Jahren auf dem Schirm. Da hab ich angefangen, mit meinem Vater zusammen Formel 1 zu schauen. Wir haben jedes Rennen angeschaut, egal ob sie in Australien gefahren sind und wie die Zeitverschiebung war: Wir sind immer aufgestanden und haben die Rennen live angeschaut. Von diesem Zeitpunkt an war mir klar, dass ich eines Tages auch Formel-1-Fahrer werden will. Spätestens 1999 oder 2000, als ich bei einem Formel-1-Rennen in Hockenheim war, wusste ich, dass ich eines Tages mal da unten mitfahren möchte."

... mangelnde Mitgift, dafür umso mehr Talent: "Natürlich macht es mich stolz. Vor allem die letzte Saison war wichtig: Wer weiß, ob ich die Chance erhalten hätte, wenn ich den DTM-Titel nicht gewonnen hätte? Deshalb war letztes Jahr für mich so wichtig. Aber es war natürlich auch wichtig, gute Leistungen bei den Tests mit Mercedes und Force India zu zeigen. Und dann war es wichtig, das Vertrauen von den Leuten zu bekommen, mich zu fördern."

Michael Schumacher prägte Pascal Wehrlein nicht nur am TV-Bildschirm - Foto: Sutton

... Wegbereiter Michael Schumacher: "2008 war er an einem Sichtungstag anwesend, als entschieden wurde, wer in die ADAC Stiftung Sport kommt, wer gefördert wird. An dem Tag war er da und hat entschieden, welche Fahrer dort hineinkommen. Ich war einer von zwei und das Jahr darauf bin ich für sein Kart Team KSM gefahren. Er war mein Wegbereiter."

... seinen Wunsch-Teamkollegen: "Ich hoffe natürlich, dass es ein guter Fahrer wird, damit wir uns gegenseitig pushen und wir uns weiter verbessern. Aber natürlich schaue ich ersteinmal auf mich. Wichtig wäre es auf jeden Fall für das Team, dass wir uns gegenseitig antreiben und dann das Auto in die richtige Richtung entwickeln. Ob der Teamkollege erfahren oder ob er Rookie wie ich ist? Das ist mir relativ egal."

... seine Rolle bei Mercedes: "Ich bin weiterhin Teil des Mercedes-Teams. Was ich in dieser Form genau mach, steht noch nicht zu 100 Prozent fest, aber ich bleibe weiterhin Teil von Mercedes."

... die Unterstützung von Toto Wolff: "Toto ist Motorsport-Chef und ein großer Förderer von mir. Er hat mich damals in der DTM schon immer sehr gefördert und auch jetzt wieder bei den Verhandlungen und Gesprächen mit Manor. Oder vor anderthalb Jahren, als ich als Ersatzfahrer in das Formel-1-Team befördert wurde. Daran hat er großen Anteil. Dafür bin ich Toto und dem gesamten Mercedes-Team sehr dankbar. Viele Leute haben daran mitgewirkt, dass das mit Manor jetzt geklappt hat."

... seine persönlichen Pläne: "Es steht noch nicht ganz fest, wo ich leben werde, heute ist mein erster Tag bei Manor. Es kann durchaus sein, dass ich zum Team gehen werde, aber das muss man abwarten. Man muss sehen, was die besten Optionen sind. Aktuell wohne ich noch bei meinen Eltern in Worndorf."

Ja, es gibt natürlich Unterschiede zu Mercedes. Manor ist kleiner, hier arbeiten weniger Leute aber alles ist extrem kompakt und effizient.
Wehrlein über das kleine Manor-Team

... seinen ersten Eindruck aus Banbury: "Ja, es gibt natürlich Unterschiede zu Mercedes. Manor ist kleiner, hier arbeiten weniger Leute aber alles ist extrem kompakt und effizient. Deshalb glaube ich auch, dass dieses Jahr deutlich was gehen kann."

... die bevorstehenden Testfahrten: "Im Moment sieht es danach aus, als würde das Auto für den ersten Test fertig werden. Ich weiß noch nicht genau, wann ich im Auto sitzen werde."

... die neue Teamführung: "Es gibt Stephen Fitzpatrick, der quasi Chef ist. Und dann gibt es momentan viele Neuzugänge. Es steht auch noch nicht genau fest, welches Team, welche Ingenieure, welche Mechaniker ich bekommen werde. Ich bin momentan hier, um alle kennenzulernen und mit den Leuten vertraut zu werden. Dann muss man sehen, wie sich die Teams gründen."

... erste Reaktionen aus Mauritius: "Ich bekomme permanent Post, Emails und Nachrichten aus Mauritius. Natürlich von meiner Familie, aber auch von Fans dort. Das freut mich natürlich, dass auch die kleine Insel Mauritius, die zwölf Stunden entfernt ist, sich sehr darüber freut, dass ich Formel 1 fahre."


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