Formel 1

Das Schlechte brachte auch Gutes - Boullier: 2015er Krise hat uns Demut gelehrt

Trotz des missglückten Jahres 2015 will McLaren-Teamdirektor Eric Boullier nicht alles schlecht reden. Auf gewisse Weise sei der Misserfolg auch gut gewesen.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Trotz der schlechtesten WM-Platzierung seit 1980 konnte McLaren-Teamdirektor Eric Boullier Positives aus der Saison 2015 gewinnen. Im ersten Jahr der neu aufgelegten Zusammenarbeit mit Honda hatte das Team unter der nicht konkurrenzfähigen sowie unzuverlässigen Power Unit aus Japan zu leiden. Eine Situation, die ungewohnt war. "McLaren ist ein großes Team, Honda ist ein großes Unternehmen, beide haben ein tolles Erbe", so Boullier gegenüber der Sun.

Es war ein harter Job, das Vertrauen der Leute, den Glaube daran und die Moral zu bewahren.
Eric Boullier

Entsprechend schwierig sei es gewesen, die Zuversicht zu wahren. Doch es habe sich gelohnt. "Es war ein harter Job, das Vertrauen der Leute, den Glaube daran und die Moral zu bewahren. Aber wir konnten für die Gestaltung der Zukunft einen großen Erfolg verbuchen", stellt der Franzose klar. Was genau er damit meint, schiebt er sofort nach. "Auf gewisse Weise war das Schlechte auch gut für McLaren. Es brachte Demut und zudem - das klingt vielleicht seltsam - war die Atmosphäre im Team richtig gut."

Zwar habe sich aufgrund der Resultate logischerweise niemand gefreut, "aber die Atmosphäre, das Engagement der Leute und das Verständnis waren riesig", lobt Boullier die Mitarbeiter. So habe es zwei Möglichkeiten gegeben, mit dieser Situation umzugehen. "Entweder das System explodiert, oder jeder formiert sich neu. Ich denke, bei McLaren hat man sich entschlossen, sich neu zu formieren."

Das in Woking beheimatete Team musste 2015 eines der frustrierendsten Jahre der Teamgeschichte hinnehmen. Aufmerksamkeit erreichte man höchstens durch unglaubliche Strafversetzungen aufgrund steter Motorenwechsel. Insgesamt 315 Startplätze ging es für Jenson Button und Fernando Alonso nach hinten. Platz neun in der Konstrukteurs-WM bedeutete das schlechteste Abschneiden des Teams seit 1980, 13-Mal schieden Fernando Alonso oder Jenson Button aus.


Rückkehr in die Spitzengruppe anvisiert

Dass es 2016 besser laufen wird, davon sind sie in Woking überzeugt. Einzig wohin genau die Reise gehen wird, ist noch unklar. Die beiden Piloten äußerten zuletzt die Hoffnung, sich wieder im Spitzenfeld der Formel 1 einzufinden. "Ob wir Rennen gewinnen werden oder nicht, ist eine andere Frage. Aber ich glaube, dass wir zumindest an der Spitze kämpfen werden", sagte Button. Fernando Alonso schob hinterher: "Ich denke, dass 2016 das Hauptziel ist, dahin zurückzukommen, wo wir hingehören, dass wir konkurrenzfähig sind und um die vorderen Plätze kämpfen."

Einen ersten Anhaltspunkt, wo McLaren sich in diesem Jahr einreihen wird, liefern die Testfahrten in Barcelona Ende Februar. Den neuen Boliden lobte Boullier bereits im Dezember vergangenen Jahres. "Abgesehen von der Philosophie wird sich alles ändern, doch schon jetzt liefert das neue Auto bessere Ergebnisse als das letztjährige", äußerte er sich damals bereits zuversichtlich.


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