Formel 1

Renault oder Mercedes? - Motoren: Lotus plant zweigleisig

Lotus steht vor der Übernahme durch Renault, doch die Franzosen zieren sich noch. Aufgrund dessen plant das Team zweigleisig.
von Philipp Schajer

Motorsport-Magazin.com - Ende September unterzeichnete Renault eine Absichtserklärung, eine Mehrheitsbeteiligung am Lotus F1 Team zu erwerben und den Privatrennstall wieder in ein Werksteam umzuwandeln. Noch ist der Deal allerdings nicht unter Dach und Fach, wenngleich Lotus-CEO Matthew Carter zuversichtlich ist, dass es sich nur mehr um eine Frage der Zeit handelt.

Wir haben zwei Motor-Optionen für nächstes Jahr: Entweder Mercedes oder Renault
Matthew Carter

"Die Dinge schreiten voran, aber diese Dinge brauchen Zeit. Ich bin zuversichtlich, dass der Deal zustande kommen wird, aber wie ich sagte, es braucht Zeit", sagt Carter der offiziellen Formel-1-Webseite. "Wir wissen, dass in der Wirtschaft alles passieren kann, und so lange keine Unterschriften unter dem Vertrag sind, ist der Deal nicht abgeschlossen. Aber die Zuversicht ist sehr hoch."

Klappt die Übernahme durch Renault, wird Lotus 2016 naturgemäß mit Motoren der Franzosen fahren, andernfalls muss man weiterhin auf Triebwerke aus dem Hause Mercedes setzen. Diese ungewisse Situation ist beim Bau des nächstjährigen Autos alles andere als hilfreich, gilt die Integration der Power Unit doch als besonders anspruchsvoll.

Die Renault-Power-Unit - Foto: Renault Sport F1

"Wir haben zwei Motor-Optionen für nächstes Jahr: Entweder Mercedes oder Renault", hält Carter fest und verrät: "Wir haben zwei Designs für das nächstjährige Auto und arbeiten mit beiden Optionen." Allerdings ist eine weitere Zusammenarbeit mit Mercedes recht unwahrscheinlich, nicht zuletzt weil die Stuttgarter mit Manor bereits einen neuen Kunden gewonnen haben. "Meine starke Annahme ist, dass es nächstes Jahr ein Renault-Motor sein wird", so der Lotus-CEO.

Enstone ist in Stein gemeißelt

Fest steht, dass Lotus - oder wie auch immer das Team in Zukunft heißen wird - weiterhin von der Fabrik im britischen Enstone aus operieren wird. "Das Team, das wir in Enstone haben, ist brillant", schwärmt Carter von seiner Mannschaft. "Sie haben dieses Jahr mit einem sehr kleinen Budget gearbeitet und haben es trotzdem geschafft, ein Podium zu erzielen. Wir sind ein großartiges Team."

Zuletzt wurde bekannt, dass bereits Renault-Ingenieure in Enstone tätig sind, die der bestehenden Crew hinsichtlich des neuen Autos unter die Arme greifen. Es spricht also in der Tat viel dafür, dass die Übernahme in absehbarer Zeit offiziell wird. Womöglich beim Saisonfinale in Abu Dhabi.


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