Formel V8 3.5

Einfach abhaken und nach vorne schauen - Rene Binder: Verhextes Heimspiel am Red Bull Ring

Rene Binder startete mit zwei Bestzeiten souverän ins Wochenende der Formel V8 Serie, um am Sonntag enttäuscht mit null Punkten die Heimreise anzutreten.

Motorsport-Magazin.com - Du bist mit großen Erwartungen nach Spielberg gefahren. Wie kann man dieses enttäuschende Wochenende in einem Satz zusammenfassen?
"Ich habe mein Bestes gegeben und war im Prinzip auch konkurrenzfähig, aber der Motorsport ist eben manchmal komplex und unberechenbar."

Dann lass uns die Dinge einfach noch einmal im Detail abhandeln...
"Es hat am Freitag alles perfekt begonnen: Ich war im freien Training zweimal Schnellster und wir waren perfekt vorbereitet. Im Qualifying am Samstagmorgen hatte ich dann gleich eine Schrecksekunde in der Out-Lap, als sich nach der Remus-Kurve plötzlich mein Lenkrad von der Lenksäule gelöst hat. Da hatte sich ein O-Ring verklemmt und verhindert, dass das Lenkrad sicher einrastet. Ich hab also gleich die Box angesteuert und diesen gefährlichen Zwischenfall einfach ausgeblendet. Am Ende war ich 9. mit einer halben Sekunde Rückstand auf die Pole Position, wobei ich bei den niedrigen Asphalttemperaturen auch kein perfektes Gefühl für den Reifen entwickeln konnte. Warum das so ist, müssen wir noch herausfinden."

Du hast im Rennen gleich einige Positionen gut gemacht bis Dich F1-Testfahrer, Alfonso Celis, in die Wiese gedrängt und dafür eine Strafe kassiert hat...
"Richtig. Ich hatte einen sehr guten Start, konnte meinen Teamkollegen überholen und mich dann auf Platz 5 hinter Celis festsetzen. Nach einem Fehler von ihm habe ich's probiert und bin dann ziemlich unfair in die Wiese abgedrängt worden. Er hat mir nach dem Rennen gesagt, dass er mich nicht im Rückspiegel gesehen hat, aber da hat er wohl erst reingeschaut, als ich schon neben ihm war."

Nach dem verhexten Samstag war ja leider auch der Sonntag ziemlich ernüchternd...
"Ja, leider. Am frühen Morgen im Qualifying das gleiche Problem mit den niedrigen Asphalttemperaturen. Im Rennen gab es eine Kollision mit einem kleinen Vogel, der mein Helmvisier verschmutzt hat und einen absolut verhauten Boxenstopp. Wir müssen das Wochenende einfach schnell vergessen und uns auf Monza konzentrieren."

Bei Lotus wird auf Hochtouren gearbeitet, um Dich und Deinen Teamkollegen, Roy Nissany, im Autodromo Nazionale wieder auf die Überholspur zu bringen...
"Ich war eigentlich schon in Spielberg auf der Überholspur, aber warum ich davon am Samstag wieder abgekommen bin, muss ich im Detail selbst noch herausfinden. Es ist aber nicht so, dass ich jetzt aus einem schlechten Rennwochenende ein Drama machen möchte. Wir werden uns nicht so leicht abschütteln lassen."

Danke für das Gespräch!


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