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Formel 1

Ärger unerwünscht - Hamilton vs. Rosberg: Kein Gespräch, keine Hilfe

Nach dem Start-Ärger in Austin soll es zum klärenden Gespräch bei Mercedes kommen. Das sei laut Lewis Hamilton aber noch nicht geschehen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Das Start-Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg beim US Grand Prix sorgte für zahlreiche Diskussionen. In der Folge kündigte die Mercedes-Teamführung interne Gespräche an, um kein böses Blut zwischen den beiden Seiten der Garage entstehen zu lassen. "In ein paar Tagen werden wir über das Thema sprechen um sicherzustellen, dass daraus nichts Größeres wächst", sagte Toto Wolff gegenüber Motorsport-Magazin.com kurz nach dem Rennen in Austin.

Eine große Runde habe es bislang laut Hamilton aber nicht gegeben. "Wir haben noch nicht gesprochen. Ich denke auch nicht, dass wir das müssen", meinte der alte und neue Weltmeister an diesem Donnerstag in Mexiko. Kurz vor dem anstehenden Grand Prix soll es dennoch zur Aussprache kommen – laut Hamilton offenbar vor allem, um Rosbergs Lage zu verstehen. Der amtierende Vize-Weltmeister war von dem Manöver in Runde 1 alles andere als begeistert gewesen. Rosberg bestätigte am Donnerstagabend, dass es noch keine Besprechung gegeben habe: "Ich vertraue dem Team, dass das angemessen angegangen wird."

Das Start-Duell in Austin sorgte für Ärger - Foto: Sutton

Spannungen unerwünscht

"Ich bin sicher, dass wir uns zusammensetzen, um zu sehen, welche Gefühle und Emotionen Nico hat", meinte Hamilton. "Dann versuchen wir diese auszuräumen, um weiterzumachen." Nach der diskutablen Aktion in Austin hatte Hamilton jegliche Schuld von sich gewiesen und das Geplänkel nach dem Start als unabsichtlich bezeichnet.

Wieder einmal sind Wolff und auch Niki Lauda gefragt, die angespannte Situation zu bereinigen. Zwar ist die Weltmeisterschaft nun entschieden, doch schlechte Stimmung innerhalb des Silberpfeil-Lagers ist im höchsten Maße unerwünscht. "Toto hat vielleicht das Gefühl, dass er sich mit Nico hinsetzen muss, um zu sehen, was ihm durch den Kopf geht", vermutete Hamilton. "Wir wollen keine Spannungen innerhalb des Teams."

Hamilton gewann den Start gegen Rosberg und anschließend das Rennen - Foto: Mercedes-AMG

Keine Hilfe für Rosberg

Während Hamilton die letzten drei Rennen des Jahres theoretisch einfach genießen kann, geht es für Teamkollege Rosberg zumindest noch um die Goldene Ananas. Er muss sich im Duell um die Vize-WM gegen Ferrari-Star Sebastian Vettel behaupten. Auf Schützenhilfe von Hamilton sollte er sich nicht verlassen – er würde sie wohl ohnehin nicht annehmen. Eine entsprechende Ansage an Hamilton habe es sowieso nicht gegeben.

"Das Team hat mich nicht darum gebeten, ihn in dieser Rolle zu unterstützen", sagte Hamilton. Nach dem Gewinn der beiden Weltmeisterschaften sah Hamilton keinen allzu großen weiteren Zugewinn mehr für das Team, der eine Unterstützung des eigenen Teamkollegen rechtfertige. Hamilton: "Aber schauen wir mal, was Toto von mir möchte." Rosberg zu möglicher Hilfe: "Das glaube ich nicht. Ich bin mir recht sicher, dass das nicht passieren wird, weil er genauso viele Rennen gewinnen will wie ich."

Es ist davon auszugehen, dass Hamilton und Rosberg auch in den verbleibenden Rennen mit offenem Visier um den Sieg kämpfen. Rosberg kündigte bereits an, die drei Grands Prix als eine Art Mini-WM anzusehen und stets gewinnen zu wollen. Hamilton wird dabei ein Wörtchen mitreden wollen – seine Herangehensweise trotz des vorzeitigen WM-Sieges nicht ändern. "Ich habe generell eine balancierte Herangehensweise", erklärte der Brite. "Eine Balance aus Risiko und nicht zu viel Risiko. Ich denke also nicht, dass ich etwas ändern müsste."


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