Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Pfändung vorerst abgewendet - Lotus-Boliden dürfen Spa verlassen

Auch die Trucks des Lotus-Teams dürfen Spa nun verlassen. Ihnen drohte die Pfändung aufgrund der finanziellen Probleme des Rennstalls.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Das Lotus-Team darf seine Ausrüstung, inklusive der Formel-1-Wagen, von Spa in Richtung Monza in Bewegung bringen. Den Trucks und dem darin befindlichen Material drohte aufgrund der finanziellen Probleme des Rennstalls die gerichtliche Pfändung. Auslöser waren rechtliche Schritte von Ex-Testfahrer Charles Pic. Angeblich schuldet Lotus dem Franzosen rund 800.000 US-Dollar. Toyota, Helm-Lieferant Bell und Komponenten-Hersteller Xtrac sollen weitere Gläubiger sein.

Alle Hoffnung liegt auf einer Übernahme durch Renault

Der Grund für die nun erteilte Erlaubnis, Belgien zu verlassen, könnten Fortschritte in den Verhandlungen mit Renault sein. Anhaltenden Gerüchten zufolge ist der französische Hersteller an einer Übernahme von Lotus interessiert. Auch Formel-1-Legende Alain Prost soll an dem Deal beteiligt sein. Beim Rennstall liegen nun alle Hoffnungen auf einer Einigung.

Bislang gab es kein offizielles Statement von Lotus zum Thema. Der Start des Teams, das in Spa mit Romain Grosjean überraschend aufs Podium fahren konnte, sei jedoch nicht gefährdet, hieß es. Beim Ungarn GP waren die Reifen für die beiden Autos aufgrund ausstehender Rechnungen erst in letzter Minute geliefert worden. Die FIA betrachtet die Vorgänge in der Sorge, der Ruf der Formel 1, die noch mehr finanziell gebeutelte Teams als Lotus zu bieten hat, könne Schaden nehmen.

Das ist die schlimmste Saison, die wir finanziell je hatten.
Alan Permane, Trackside Operations Director bei Lotus

"Das ist die schlimmste Saison, die wir finanziell je hatten. Die Autos auf die Strecke zu bekommen, ist jedes Wochenende ein großer Kraftakt. Da das Podium zu erreichen, ist unglaublich", hatte Alan Permane, Trackside Operations Director bei Lotus, nach dem Rennen in Spa zu Sky Sports gesagt.

Die Gefahr für Lotus heißt Red Bull

Eine Gefahr für den Deal mit Renault und damit die Rettung des Lotus-Formel-1-Teams stellt Red Bull dar. Sollten die Österreicher mit den Franzosen über die aktuelle Saison hinaus zusammenarbeiten, würde dies die Übernahme von Lotus durch den Hersteller nahezu unmöglich machen. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte Sky Sports dazu gesagt: "Es gibt eine klare Vereinbarung, dass wir [Red Bull und Renault] Premium Partner sind."


Weitere Inhalte: