Formel 1

Warum Senna über zwanzig Jahre nach seinem Tod immer noch fasziniert - Mythos Ayrton Senna

Ayrton Sennas tödlicher Unfall in Imola ist mehr als zwei Jahrzehnte her. Trotzdem ist sein Mythos ungebrochen.
von Andrea Blendl
Ayrton Sennas 57. Geburtstag: (01:28 Min.)

Sein genialer Fahrstil

Ein Grund für den Mythos Senna ist seine ans Genie grenzende Fahrzeugbeherrschung. Besonders auf nassem Asphalt hatte er sein Fahrzeug unter Kontrolle wie kein anderer. Dafür betitelte man ihn sogar als "The Magic". Senna selbst erklärte seine kompromisslose und leidenschaftliche Fahrweise so: "Racing ist in meinem Blut. Es ist Teil von mir, es ist Teil von meinem Leben. Das Gewinnen ist so intensiv - wie eine Droge. Wenn man das einmal erlebt hat, will man es immer wieder."

Sennas Charisma

Racing ist in meinem Blut. Es ist Teil von mir, es ist Teil von meinem Leben.
Ayrton Senna

Sowohl auf der Strecke als auch abseits zeichnete sich Senna durch sein besonderes Charisma aus. Alles, was er in Angriff nahm, war von seinem unbedingten Willen zum Sieg geprägt und mit dieser Seite seiner Persönlichkeit zog er die Fans in seinen Bann. Aber Senna hatte auch eine andere, nachdenklichere Seite. In seiner brasilianischen Heimat nutzte er seine Popularität, um benachteiligten Menschen zu helfen. Zudem sprach er immer wieder über seinen tief empfundenen Glauben an Gott. All das machte Senna zu mehr als einem berühmten Sportler, sondern zu einem wahren Vorbild.

Sennas Erfolge

Senna war einer der prägenden Fahrer in der Formel 1 der späten 80er und frühen 90er Jahre. Er startete in 161 Rennen, errang dabei 41 Siege und sagenhafte 65 Poles. Dreimal war Senna Weltmeister. Natürlich trägt zu seinem bleibenden Mythos auch die Tatsache bei, dass niemand sagen kann, was für ihn noch an Erfolgen möglich gewesen wäre.

Sein tragischer Unfalltod in Imola

Senna starb kurz nach einem schweren Unfall beim dritten Saisonrennen 1994 in Imola. Die Ursache für den Unfall wurde nie hundertprozentig geklärt, jedoch ist eine Kombination aus mehreren technischen Problemen wahrscheinlich. Zu diesem Zeitpunkt stand der Brasilianer auf dem Zenit seiner Karriere und hatte nach zwei schwierigen Jahren in unterlegenen Autos beim favorisierten Williams-Team angeheuert. Nach seinem Tod brach eine beispiellose Welle der Trauer über die Formel 1 herein.

Unvergessen: Formel-1-Legende Ayrton Senna - Foto: Sutton

Sennas Erbe

Senna selbst war am Tag vor seinem Tod tief betroffen über den tödlichen Unfall des Österreichers Roland Ratzenberger ebenfalls in Imola. Er vereinbarte sogar noch mit Gerhard Berger ein Gespräch zum Thema, wie man die Formel 1 sicherer machen könnte. Zu diesem Gespräch sollte es aber nicht mehr kommen. Stattdessen engagierten sich FIA-Präsident Max Mosley sowie Formel-1-Arzt Sid Watkins nach Sennas Unfall enorm dafür, dass sich so ein Geschehen nicht wiederholen könnte. In der Tat gab es bis zu Jules Bianchis Unfall beim Großen Preis von Japan in Suzuka im Oktober 2014 keinen tödlichen Unfall mehr im Rahmen eines Grand Prix-Rennwochenendes, mit Sicherheit zum Teil auch Sennas Erbe. Nach wie vor ist er mit seiner Leidenschaft und seinem Siegwillen ein Vorbild für viele Fahrer in der Formel 1.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter