Formel 1

Er hätte gewollt, dass wir unseren Job machen - Manor fährt Rennen in Gedenken an Bianchi

Im ersten Rennen nach dem Tod Jules Bianchis konnte sich Manor Marussia über eine doppelte Zielankunft freuen. Doch die Gedanken waren beim Franzosen.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Bei Manor Marussia stand das gesamte Wochenende in Ungarn im Zeichen Jules Bianchis. Vor dem Start gedachten die beiden Fahrer zusammen mit ihren Kollegen in einem Kreis dem verstorbenen Franzosen, das Team zeigte eine Boxentafel mit der Aufschrift "Jules, wir vermissen dich!". Doch mit Erlöschen der Startampeln mussten Roberto Merhi und Will Stevens ihr Rennen bestreiten. Und beide brachten ihre Autos ins Ziel. Am Ende standen die Positionen 15 für Merhi und 16 für Stevens.

"Heute war es sehr hart und nicht einfach, Rennen zu fahren. Aber es wäre das gewesen, was Jules gemacht hätte und das er gewollt hätte, was wir tun", sagte Merhi nach dem Rennen. Sein Rennen begann sehr gut. "Ich hatte einen guten Start. Ich war vor beiden Sauber-Fahrern und konnte sogar mit Grosjean kämpfen", berichtet er. Danach jedoch habe er seine Kopfstütze verloren, wodurch er einen frühen Boxenstopp absolvieren musste und die Strategie beeinträchtigt wurde. Die Safety-Car-Phase habe dann zumindest noch etwas geholfen.

Roberto Merhi konnte zu Beginn mit den Saubers kämpfen - Foto: Sutton

Will Stevens musste sich erneut seinem Teamkollegen geschlagen geben, zeigte sich jedoch nur bedingt enttäuscht. "Es war ein hartes Wochenende für jeden im Team, aber ich denke, wir können stolz auf das sein, was das Team erreicht hat", bilanzierte er. "Roberto und ich haben uns hier gut bekämpft, was sich auch im Rennen fortgesetzt hat. Nachdem er früh gestoppt hatte, haben wir immer wieder unsere Positionen getauscht auf den unterschiedlichen Reifenmischungen", berichtet Stevens vom Zweikampf mit seinem Teamkollegen. Gegen Ende des Rennens musste Stevens aufgrund von Vibrationen noch einen Sicherheitsstopp einlegen. "Nun hoffe ich, dass das Team in der Sommerpause zur Ruhe kommt, damit wir in Spa und danach wieder kämpfen können", blickt er nach vorne.

Es war ein schwieriger Tag am Ende einer schwierigen Woche für das Team und die gesamte Formel-1-Gemeinde.
John Booth

Für Teamchef John Booth, der selbst lange mit Jules Bianchi eng zusammengearbeitet hatte, war es eine noch schwierigere Situation. "Es war ein schwieriger Tag am Ende einer schwierigen Woche für das Team und die gesamte Formel-1-Gemeinde. Die Vorbereitung für dieses Wochenende war unglaublich emotional, aber wir hatten einen Job zu machen, um Jules zu ehren, und der bestand darin, das Bestmögliche herauszuholen zu machen", so Booth.

Besonders die Anwesenheit von Bianchis Eltern war für Booth ein wichtiger Punkt. "Es war einerseits schwierig, Jules Familie heute an der Strecke zu sehen, andererseits beruhigend", meint er. "Schwierig deshalb, weil sie ebenfalls ein Teil des Teams sind und wir so viele fröhliche Anlässe gefeiert haben. Aber es war auch beruhigend, denn wenn sie die Stärke finden, um mit dieser unglaublichen Welle der Liebe und Zuneigung für Jules fertig zu werden, dann können wir es auch. Es war für keinen der Fahrer einfach, aber Roberto und Will waren fokussiert und haben Fassung bewahrt", lobte Booth seine beiden Fahrer.


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