Die Saison ist erst wenige Rennen alt, doch schon jetzt gibt es genügend Vorboten auf eine weitere umfassende Silly Season in der Formel 1. Dreh- und Angelpunkt des Fahrermarktes ist Kimi Räikkönen, dessen Zukunft bei Ferrari weiter ungeklärt ist. Sollten die Roten den auslaufenden Vertrag des Finnen nicht verlängern, dürfte die Gerüchteküche völlig Amok laufen. Zumindest einen potenziellen Nachfolger für Räikkönen schloss Teamchef Maurizio Arrivabene am Rande des Spanien Grand Prix aus.

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, Weltmeister Lewis Hamilton für die Saison 2016 zu verpflichten, antwortete der Teamchef: "Lewis? Nein." Eine klare Absage also für den Silberpfeil-Piloten, der ebenfalls gerade mit Mercedes um einen neuen Vertrag feilscht. Denkbar allerdings, dass der Brite trotz der Ferrari-Absage noch eine gewichte Rolle auf dem Transfermarkt spielen könnte, solange seine Situation nicht geklärt ist.

Hamilton und Vettel: Irgendwann mal Teamkollegen? -, Foto: Sutton
Hamilton und Vettel: Irgendwann mal Teamkollegen? -, Foto: Sutton

Kimi gut - Kimi bleibt

Grundsätzlich hat Ferrari nicht dagegen einzuwenden, ein weiteres Jahr mit Räikkönen zusammenzuarbeiten. Allerdings hatte Arrivabene schon vor einigen Wochen klargemacht, dass seitens des Teams keine Eile besteht und Räikkönen unter einem gewissen Druck besser arbeite. "Wir fokussieren uns auf die aktuelle Entwicklung des Autos", sagte Arrivabene in Barcelona. "Wir würden die Situation gern so belassen wie sie ist, solange Kimi gute Arbeit leistet. Im Moment sprechen wir mit niemand anderem."

Wie immer bei Ferrari, steht das propagierte Wir-Gefühl im Vordergrund. Das gilt auch für die Fahrerpaarung. Mit Räikkönen und Sebastian Vettel verfügt das Team derzeit über ein Lineup, das nicht nur erfahren ist, sondern sich auch in Sachen Erfolgen nicht allzu viel nimmt. "Natürlich ist es unser Ziel, die derzeitige Atmosphäre zu wahren statt eine unbalancierte Situation zu erschaffen", so Arrivabene. "Aber wir brauchen auch die nötige Performance mit Blick auf die Konstrukteurs-Meisterschaft. Denn für diese Punkte benötigst du zwei Fahrer."

Der junge Finne könnte den älteren bei Ferrari ersetzen -, Foto: Sutton
Der junge Finne könnte den älteren bei Ferrari ersetzen -, Foto: Sutton

Bottas als Option

Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass Valtteri Bottas bereits einen Vorvertrag in Maranello unterschrieben habe. Der Finne selbst dementierte die Gerüchte. Arrivabene seinerseits nutzte den aktuellen Rummel um den Williams-Piloten, um sich alle Optionen offen zu lassen. Er sagte: "Bottas liegt in der Zukunft. Damit meine ich, dass er künftig interessant ist - wie viele andere junge Fahrer, er zeigt eine gute Leistung."