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Formel 1

Wussten, dass wir hinter Mercedes sind - Arrivabene: Habe keine Wunder versprochen

Ferrari war in China die klare Nummer zwei hinter Mercedes. Maurizio Arrivabene reicht das - vorerst.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Die Antwort auf die Frage aller Fragen lautet nein. Ferrari konnte Mercedes beim China GP nicht ernsthaft unter Druck setzen. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen belegten in Shanghai zwar die Plätze drei und vier, Mercedes konnten die beiden Ferrari-Piloten aber nicht aus eigener Kraft schlagen.

"Wir wussten, dass wir hinter Mercedes sind", sagte Räikkönen nach dem Rennen, fügt aber schnell an: "Wir sind glücklich mit dem Ergebnis." Auch Teamchef Maurizio Arrivabene war mit dem Ausgang des Rennens zufrieden: "Heute sind wir da gelandet, wo wir sein sollten. Wir haben unser Ziel erfüllt."

Unser Ziel war es, so nah wie möglich an die Mercedes zu kommen, um bereit zu sein, wenn sie einen Fehler machen.
Maurizio Arrivabene

"Unser Ziel war es, so nah wie möglich an die Mercedes zu kommen, um bereit zu sein, wenn sie einen Fehler machen. Es war aber keine Überraschung, dass sie stark waren", erläutert der Teamchef. Dennoch, die Erwartungen in Maranello sind wieder gestiegen. "Ich habe nie jemandem versprochen, Wunder zu bewirken", stellt der Italiener aber schnell klar.

Ferrari versucht weiterhin, den Ball flach zu halten. Dennoch ist klar, wohin es bei der Scuderia gehen soll. Vettel holte das 683. Podium in der Ferrari-Geschichte, doch in der Ferrari-Historie finden dritte Plätze keine große Beachtung. "Von morgen an müssen wir einen weiteren Schritt machen, um sie [Mercedes] nun an jedem Wochenende herausfordern zu können", fordert Räikkönen.

Vettel: Das hat uns niemand zugetraut

Ferrari hat über den Winter einen unglaublichen Job gemacht. "Vor der Saison hätte uns das niemand zugetraut", weiß auch Sebastian Vettel, der sich trotzdem für einen Wechsel zur Mythosmarke entschied. Der vierfache Weltmeister fügt an: "Deswegen liegt es ans uns, das jetzt weiter umzusetzen."

Kimi Räikkönen 2014: Ein Jahr zum vergessen - Foto: Sutton

Teamkollege Räikkönen stimmt zu: "Wir werden weiter hart arbeiten, wie wir es seit dem letzten Jahr machen. Wir haben Vertrauen in den Weg, den das Team eingeschlagen hat. Nun müssen wir geduldig sein."

Geduldig musste der Finne schon im vergangen Jahr sein, doch nun zahlt sich die Geduld aus. Auch wenn es für ihn noch nicht so ganz perfekt läuft. Nach wie vor hat Räikkönen Probleme, die Pace im Qualifying umzusetzen. Deswegen ging er nur als Sechster in den China GP. Die vor ihm startenden Williams konnte er aber schnell überholen.

"Ich kam ziemlich gut weg am Start und habe mich in der ersten Kurve dazu entschieden, nach innen zu gehen. Am Ende der Kurve war ich in der richtigen Position, um dann beim Bremsen an den Williams vorbei zu gehen - mein Auto ist auf der Bremse stark", freute sich der Iceman. "Das Auto war heute ziemlich gut."

Räikkönen konnte sich schon in der Startphase an den Williams vorbeischieben - Foto: Sutton

Aussagen wie diese hörte man im vergangenen Jahr vom letzten Ferrari-Weltmeister nicht. "Ich freue mich für Kimi", sagte Maurizio Arrivabene deshalb noch bevor er die Leistung von Sebastian Vettel würdigte.

"In Anbetracht meiner Startposition war der vierte Platz ein gutes Ergebnis", zog Räikkönen als Schlussfazit. Ähnlich dürfte auch das Resümee von Ferrari lauten: In Anbetracht der Vergangenheit zufrieden, der Blick geht aber weiterhin nach vorne.


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